Was sind Mangroven - Baum & Ökosystem

Was sind Mangroven - Baum & Ökosystem

Mangroven sind die reinsten Überlebenskünstler. Sie kommen hauptsächlich in warmen Gebieten der Erde vor und das schon seit Millionen von Jahren. Südamerika und die Karibik sind beispielsweise ein typisches Verbreitungsgebiet der Mangroven.

Obgleich Mangroven ein unglaubliches Wachstum aufweisen, haben sie an ihren Lebensraum hohe Ansprüche. Die Pflanze besiedelt Küstenregionen, in welchen starke Gezeiten herrschen. Ihre Erfolgsgeschichte hängt eng mit ihrem Charakter zusammen. Der Mangrovenbaum ist extrem salztolerant. Manche Arten haben sogar mit Salzdrüsen ausgestattete Blätter.

Außerdem beherrscht es die Mangrove hervorragend, sich in weichem Boden fest

zu verwurzeln. Auch sauerstoffarme Böden sind kein Problem für sie. Dieses vermeintliche Zurechtkommen mit für Pflanzen eher widrigen Verhältnissen führt allerdings dazu, dass sich die Mangroven wirklich nur an solchen Orten ansiedeln können, wo exakt diese Lebensbedingungen herrschen.

Ein wesentlicher Faktor für den Bestand der Mangroven ist die Temperatur des Wassers. In den Wintermonaten sollte sie nicht unter 20 Grad Celsius fallen. Ist dies der Fall, werden die Pflanzen entweder im Wachstum gehemmt und bilden so genannte Zwergformen aus oder sie siedeln sich gar nicht erst an.

Die Verbreitung der Mangrove erfolgt bei den meisten Arten durch schwimmfähige Keimlinge. Die Früchte des Mangrovenbaumes entwickeln sich auf der Mutterpflanze so weit, dass sie über das Wasser, explizit durch die Gezeiten, an andere Orte gelangen. Innerhalb kürzester Zeit wurzeln sie dort und legen den Grundstein für eine neue Population.

Die Bedeutung der Mangroven im Ökosystem

Die Mangroven sind ein eigenes Ökosystem. Auf der ganzen Welt gibt es ungefähr 15 Millionen Hektar Mangrovenwälder. Die Mangrovenwälder werden von Bäumen und Sträuchern gebildet, die die gleichen Eigenschaften aufweisen. Es sind verschiedene Pflanzen, die in den Mangrovenwäldern zu finden sind. Sie alle lagern Salz in ihren Zellen ein. Das geschieht während der Flut, bei
welcher die Bäume bis an den Ansatz ihrer Kronen im Wasser stehen. Herrscht Ebbe und aufgrund der tropischen Temperaturen setzt die Wasserverdunstung ein, tritt das Salz wieder aus den Blättern aus.

Die Produktivität dieses Ökosystems ist immens hoch. Eine ähnliche findet man nur bei Korallenriffen und tropischen Regenwäldern. Die Mangrovenwälder bieten zahlreichen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Reptilien und Säugetiere bevölkern die Kronen der Bäume. In eben diesen nisten viele Vögel. Sie nutzen das reichhaltige Nahrungsangebot für die Aufzucht ihrer Nachkommen.

In den Wurzeln finden kleine Organismen einen idealen Lebensraum. Man trifft auf Fische, Krabben und Muscheln sowie einer großen Anzahl von Larven und Jungtieren verschiedenster Tiere. Sie werden durch das dichte Wurzelwerk optimal geschützt. Nicht nur in den Wurzeln auch auf ihnen sind die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere perfekt. Hier sind unter anderem Schnecken, Seepocken, Algen und Schwämme zu sehen. Fische und Pistolenkrebse wiederum bevorzugen das tiefere Wasser der Mangrovenwälder.

Welchen Nutzen zieht der Mensch aus Mangroven?

Der Mensch ist ein Bestandteil der Natur. Darum kann er aus dem Ökosystem Mangrovenwald ebenfalls einen Nutzen ziehen. Direkt profitiert er von der großen Population der unterschiedlichsten Tiere. Zum Fang von Muscheln und Krabben begibt sich der Mensch unter anderem in die Mangrovenwälder.

Was an Küsten vielerorts ein großes Problem ist, hat bei mit Mangroven besiedelten Küstenregionen keine Bedeutung: die Erosion. Mangrovenwälder sind weiterhin ein natürlicher Schutz

gegen Flutwellen.

Gefahren für das Ökosystem Mangrovenwald

Die Umweltverschmutzung macht leider auch vor den Mangrovenwäldern nicht halt. Die vielerorts betriebene Garnelenzucht in den Mangroven ist für das Ökosystem eine hohe Belastung. Die dabei eingesetzten Chemikalien verseuchen bereits nach wenigen Jahren den so genannten Shrimpteich.

Danach wird die Zucht aufgegeben und auch das Wiederaufforsten mit Mangroven ist unmöglich. Für die Erweiterung ihres Lebensraumes holzen die Menschen die Mangrovenwälder ab oder legen sie trocken. Zudem wird beispielsweise in Panama und im Persischen Golf Öl gefördert, welches die Mangrovenwälder stark gefährdet.