Wundverschluss bei Pflanzen und Bäumen - so funktionierts!

Wundverschluss bei Pflanzen und Bäumen - so funktionierts!

Ob ein Wundverschluss bei Pflanzen und Bäumen wirklich erforderlich ist, wird in Fachkreisen sehr kontrovers diskutiert. Durch den Wundverschluss soll vermieden werden, dass Krankheitserreger die Schnittstelle befallen.

baum-herbstAuf der einen Seite heißt es, dass der Baum nach einem Schnitt eigenständig ein Schutzholz bildet. Auf der anderen Seite wird durch das Auftragen von einem Wundverschluss das Abtrocknen des Holzes vermieden. Schlussendlich muss man es ausprobieren, welche Methode am besten geeignet ist, denn man kann nicht

nur chemische Mittel für den Wundverschluss bei Pflanzen und Bäumen verwenden, sondern auch einen natürlichen Wundverschluss schaffen. Man sollte sich dabei am er immer vor Augen halten, dass jeder Schnitt ein unnatürlicher Eingriff in das natürliche Wachstum der Pflanze ist. 

Der natürliche Wundverschluss

Man kann bei Pflanzen und Bäumen einen natürlichen Wundverschluss schaffen, indem man einfach frische und bestehende Wunden mit lebender Rinde verschließt. Oftmals ist es bei einer
frischen Wunde völlig ausreichend, die Rinde wieder zu befestigen, was mit einem einfachen Bindfaden geschieht. Dabei sollte es sich aber um Bindfäden handeln, die verrotten können. Kunststofffäden würden auf lange Sicht gesehen den Schaden nur erhöhen. 

Entscheidend ist für den natürlichen Wundverschluss auch, dass mit einer scharfen Säge gearbeitet wird. Wenn die Schnittflächen größer als drei Zentimeter ist, muss sie verschlossen werden. 

Gleiches gilt auch für Pflanzen, die immer mit einer sauberen und vor allem scharfen Schere bearbeitet werden sollten. Neben dem natürlichen Wundverschluss kann man auch chemische Wundverschlussmittel verwenden. Sie werden entsprechend der Herstellerangaben auf die frischen Wunden aufgestrichen.

Behandlung von älteren Wunden

Äkastanie_flltere Wunden hingegen müssen ein wenig aufwändiger behandelt werden. Zu den traditionellen Maßnahmen gehören das Anschneiden der Überwallungsränder sowie das Überbrücken durch das Einveredeln von Reisern. In der Zeit von Mai bis August erfolgt ein solcher Wundverschluss extrem schnell. Daher ist es sinnvoll, in diesem Zeitraum die Schnittarbeiten vorzunehmen. 

Daneben sollte man aber wissen, dass bei einigen Baumarten die Wundheilung grundsätzlich eine langwierige Angelegenheit ist. Dies ist beispielsweise beim Goldregen und der Birke der Fall. Bei diesen Bäumen sollte darauf geachtet werden, dass grundsätzlich nur kleine Wunden verursacht werden oder von vornherein auf Schnittmaßnahmen verzichtet wird.