Duftpflanzen im Garten und fürs Zimmer

lilien2 flDie Bepflanzung nicht weniger Gärten wird mit Hingabe und beträchtlichem Aufwand so kombiniert, dass sich Farben und Größen der Pflanzen abwechseln und ergänzen.

Und doch wird manchmal eine wichtige Komponente vergessen: Ein perfekt gestalteter Garten ist erst dann wirklich vollkommen, wenn auch der Duft in das Gartenkonzept einbezogen wurde, der von den einzelnen Pflanzen ausgeht. Mit gelungenen Duftkombinationen können Sie sogar erheblich Ihr Wohlbefinden beeinflussen.

Ein bewusst und gekonnt angelegter Duftgarten trainiert genau die Sinne, die in unserer Zeit

häufig vernachlässigt werden: Geruch, Geschmackssinn und Tastsinn. Und er steht Ihnen jederzeit für eine kostenlose Aromatherapie zur Verfügung. Brauchen Sie noch weitere Argumente, um Duftpflanzen im Garten und fürs Zimmer einzuplanen? Die gibt es, Duftpflanzen haben viele Talente:

Duftpflanzen im Garten

Im Garten geht es nicht zuerst darum, verschiedene Duftpflanzen auszuwählen. Es kommt eher darauf an, sich vorher Gedanken darüber zu machen, was wo und wann duften soll. Sie könnten rund um einen besonderen Sitzplatz ein ganzes Duftareal anlegen, in dem es zu Ihren Füßen anders duftet als in Höhe Ihrer Nase und wieder anders über Ihrem Kopf. Die Duftpflanzen können tagsüber Duft von sich geben oder in der Nacht.

Es gibt auch Aromapflanzen, die überhaupt nicht “freiwillig” duften, sondern erst, wenn wir ihre Blätter oder Zweige, ihre Rinde oder ihre Wurzeln abnehmen und schnuppernd zerkleinern. Die Inhaltsstoffe werden also erst bei der Ernte freigesetzt, der dann möglichst gleich eine Nutzung folgen sollte. Was auch durchaus dem Sinn dieser Gewächse entspricht, denn häufig handelt es sich um unsere Küchenkräuter, um Gewürzpflanzen und um Heilpflanzen. Diese Aromapflanzen könnten z. B. in der Nähe der Küche in einem eigenen Beet versammeln werden.

Manche duftende Terrains würden ihre Düfte eher an die Welt außerhalb des Gartens abgeben, wenn Sie nicht durch einen Windschutz dafür sorgen, dass der Duft bei Ihnen im Garten bleibt. All diese Beispiele zeigen, wie sinnvoll es ist, einen Duftplan für den Garten zu erstellen, bevor Sie an die Auswahl der einzelnen Pflanzen gehen.

Duftende Gartenpflanzen

maigloeckchen2 flDuftende Bodendecker verwandeln einen Bereich Ihres Gartens in einen Duftrasen, dieses in England gern gestaltete Duftphänomen wird bei uns noch viel zu selten in die Gartengestaltung einbezogen. Diese tatsächlich begehbaren Pflanzen sollten Sie nicht gerade auf dem Hauptverbindungsweg zum Haus anpflanzen, aber durchaus auf Nebenwegen, die beim Betreten zum Duftpfad werden, mit dem Begehen entfalten sich die Düfte erst. Thymian lässt sich gerne strapazieren und auch Laufkamille, von der schon Shakespeare seinen nicht gerade leichtgewichtigen
Falstaff sagen lässt, dass sie umso schneller wachse, je mehr sie getreten werde.

Weitere begehbare Duftpflanzen sind Waldmeister und Kalmus, Minze und Maiglöckchen, Walderdbeeren, Veilchen und die Laugenblume, die ab und zu einen deutlichen Honigduft verteilt. Früher wurden diese Duftteppiche regelrecht abgeerntet und als duftende Streu in Haus und Hof verwandt. Königin Elisabeth hatte Kräuterstreuerinnen, die ihr tagtäglich frische Düfte ins Schloss brachten, in Ostpreußen und im Spreewald war die duftende Streu aus Kalmus bekannt. Römische Kamille, Minze und Thymian können Sie zur Bepflanzung einer Duftbank

nehmen, diese Duftidee aus England kann z. B. Ihre charmante, aber marode Holzgartenbank in ein duftendes Garten-Accessoire verwandeln. Oder Sie nehmen Lavendel, Rosmarin und Salbei, wenn die Duftbank in der Sonne stehen soll.

Duftende Sträucher in verschiedenen Größen sind z. B. Bartblume und Hängemispel, Herbstjasmin und Sommerflieder, Strauchkastanie und Zierquitte. Sie können auch Ihr ganzes Grundstück mit einer duftenden Hecke einfassen, mit Baum-Heckenkirsche, Forsythie, Kolkwitzie oder Buchsbaum zum Beispiel. Häufig weist schon der Name auf die Duftentwicklung hin, wie beim Kuchenbaum und beim Gewürzstrauch, bei der Zimterle und beim Parfümbaum, der wie die stets gestylte und parfürmierte Nachbarin einigen Menschen eine viel zu starke Ausdünstung entwickelt. Die Fingerblättrige Klettergurke duftet nach Schokolade, der Karolina-Nelkenpfeffer nach Erdbeeren ...

Sommernachtslevkojen, Mondviolen und Nachtkerzen duften nachts, sodass viel arbeitende Gartenbesitzer Ihren Garten ähnlich intensiv genießen können wie der Hobbygärtner mit viel Freizeit (wenn die richtige Gartenbeleuchtung vorhanden ist). Im Winter duften Winterschneeball, Fleischbeere und Hamamelis, die deshalb in der Nähe des Hauses gepflanzt werden sollten (oder weiter weg, wenn Sie auch im Winter zur Entspannung gerne eine Runde durch Ihren Garten drehen). All diese Duftpflanzen sind nur einige Beispiele aus der großen Auswahl der duftenden Gartenpflanzen, hier gibt es wirklich eine Menge zu entdecken und zu erriechen.

Duftende Zimmerpflanzen

Bei den duftenden Zimmerpflanzen ist die Auswahl vielleicht nicht ganz so groß wie bei den Gartenpflanzen, aber Varianten gibt es auf jeden Fall auch hier genug. Auf jeden Fall sollten Sie vor Anschaffung der einzelnen Pflanzen gut überlegen, wo in Ihrer Wohnung Sie ständig duftende Areale schaffen wollen und wo diese mitunter eher stören würden. Sie könnten sich mit den einzelnen Pflanzen, ihren Farben und ihren Düften sogar so intensiv beschäftigen, dass Sie beides in Ihrem Wohnbereich gezielt einsetzen: Duft und Farbe der einen Pflanze wirken beruhigend, die nächste Pflanze setzt diese Kombination mit aufmunternder Wirkung ein.

rosen4 flZu den duftenden Zimmerpflanzen gehörten z. B. Eukalyptus und Gardenien, Kamelien und Lilien, Passionsblumen und Stephanotis, Tempelbäume und Orchideen, Orangenjasmin und natürlich überhaupt alle bei uns kultivierbaren Zitruspflanzen. Einige Zimmerpflanzen können sehr viele Düfte entfalten: Rose und Zitrone, Limone, Ingwer oder Schokolade, all diese Düfte lassen sich bei Pelargonien ausmachen. Andere Zimmerpflanzen können mehr als nur duften: Aus dem Arabischen Jasmin können Sie sich Jasmintee zu bereiten, und er kann auch als Kletterpflanze eingesetzt werden. Der Jamaika-Thymian leistet auch beim Kochen seinen Beitrag, ebenso wie der Lorbeer. Bei einigen Pflanzen ist trotz betörender Düfte Vorsicht angesagt: Die Engelstrompete riecht toll, aber alle ihre Teile sind stark giftig, in einen Haushalt mit Kindern gehört sie deshalb nicht.

Alle als duftend beschriebenen Zimmerpflanzen werden jedoch nur dann einen wirklich tollen Duft verströmen, wenn sie unter optimalen Bedingungen gehalten werden. Deshalb sollten Sie sich vor dem Kauf nach den Bedürfnissen der Duftpflanzen erkundigen und prüfen, ob Sie ihnen diese überhaupt bieten können.

Die luftverbessernde Wirkung Ihrer Zimmerpflanzen kann sich übrigens auch dort zeigen, wo kein Duft erwünscht ist: Es gibt viele Zimmerpflanzen, die nicht weiter auffallend riechen, aber leistungsstark die Luft im Zimmer reinigen. Die Zimmerpflanzen als Luftverbesserer können sogar Schadstoffe aus der Luft filtern und damit Ihrer Gesundheit dienen.