Pflege der Calla (Zimmercalla)

Pflege der Calla (Zimmercalla) CallaDie Calla zählt zu den beliebtesten Zimmerpflanzen, denn ihre prachtvollen Blüten sind ein traumhaft schöner Anblick. Mittlerweile blüht sie auch längst nicht mehr nur in Weiß: Gelb, Pink oder gar Violett steht der stolzen Calla einfach hervorragend!

So entwickelt sich die Zimmercalla optimal

Viele Blumenfreunde erwerben die Calla als Knolle. In diesem Fall kommt es natürlich zunächst einmal darauf an, ihr optimale Bedingungen für die Entwicklung zu geben. Handelsübliche Blumenerde reicht zum Einpflanzen aus, allerdings muss darauf geachtet werden, dass die

Erde ständig feucht ist, denn die Calla ist eine tropische Sumpfpflanze. Trockenheit verträgt sie daher nur in der Ruhephase.

Die Wahl des richtigen Standorts ist bei dieser Pflanze gar nicht so einfach. Die Calla liebt zwar einen möglichst hellen Platz, auf eine direkte und längere Sonneneinstrahlung reagiert sie aber oft mit „Sonnenbrand“. Auf den Blättern bilden sich dann braune Flecken, die sich immer mehr ausbreiten. Perfekt ist demzufolge ein heller Fensterplatz ohne Mittagssonne, der sich nach Möglichkeit nicht über einer Heizung befindet. Wie alle tropischen Pflanzen hat die Calla eine Abneigung gegen zu trockene Luft, ein Welken der Blätter und Blüten ist dann die traurige Folge. Ganz wichtig: Eine weiße Calla mag es stets kühler (16 Grad Celsius) als ihre farbigen Schwestern (18 Grad Celsius)!

Die Pflege im Laufe der Jahreszeiten

CallaIn der Wachstumsphase muss die Calla regelmäßig und großzügig gegossen werden, die Erde darf auf keinen Fall austrocknen. Über handelsüblichen Blumendünger, der etwa einmal wöchentlich verabreicht wird, freut sie sich. Etwa im Mai beginnt die Blüte der schönen Calla. In dieser Phase darf es in ihrer Umgebung nicht wärmer als 21 Grad Celsius sein, denn sonst verwelken die wunderschönen Blüten in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Ist die Blütephase vorbei, setzt eine Ruheperiode ein, die zwei bis drei Monate dauert. Nun darf die Topferde ruhig austrocknen, denn die Blüten und Blätter sterben komplett ab und die Calla zieht sich vollständig in die Knolle zurück. Jetzt sollte die Knolle ihren Topf verlassen und sich in ihr Winterquartier begeben.
Überwintern kann sie in einem trockenen, kühlen und
dunklen Kellerraum, der selbstverständlich frostfrei sein sollte.
Etwa im Januar beginnt der Kreislauf wieder von vorne. Zunächst zeigen sich nur vereinzelt einige Triebspitzen: Wenn dies der Fall ist, kann die Knolle wieder in einen Topf gepflanzt werden. Sie benötigt jetzt unbedingt eine Eingewöhnungszeit, die etwa drei Monate dauert. In dieser Zeit braucht sie eine Temperatur von etwa zwölf Grad Celsius, danach darf sie wieder an ihren gewohnten Vorjahresplatz.

Probleme und Krankheiten

Werden die Blätter der Calla zu einem untypischen Zeitpunkt (also nicht nach der Blüte) gelb, ist dies immer ein Warnzeichen. Meist wurde dann zu stark gegossen, so dass die Knolle beginnt, zu faulen. Wer das rechtzeitig erkennt, kann die Calla mit ein wenig Glück noch retten: Einfach in neue Erde pflanzen und natürlich weniger gießen. Leider gelingt dies aber nicht in jedem Fall.
Ist die Luft dagegen über einen längeren Zeitraum zu trocken, kommt es oft zu einem Ungezieferbefall. Die häufigsten Schädlinge der Calla sind Spinnmilben und

Blattläuse.

Erste-Hilfe-Maßnahmen:
  • Blattläuse und Spinnmilben in der Badewanne abbrausen.
  • Für eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgen.
  • Eventuell mit Ungeziefermitteln behandeln.
Wissenswertes rund um die Calla

Wichtig: Alle Pflanzenteile der Calla sind stark giftig!

Dies gilt natürlich für Menschen, aber auch für Haustiere wie Hunde, Katzen oder freifliegende Ziervögel. Das Gift kann zu einer gefährlichen Nervenlähmung führen! Auch bei Hautkontakt ist Vorsicht geboten, denn eine Berührung kann unter Umständen juckende Quaddeln (Nesselfieber) hervorrufen. Beim Umtopfen sollten daher am besten Handschuhe getragen werden.

Vermehrung

Die Vermehrung der Calla erfolgt durch „Kindel“ an der Knolle. Diese werden vorsichtig abgetrennt und können anschließend ganz normal eingepflanzt und wie oben beschrieben gepflegt werden.

Steckbrief

Die auch Drachenwurz genannte Calla, oder auch Calla Lily, und Sumpfcalla gehört in die Familie der Aronstabgewächse. Witzigerweise ist diese Pflanze die einzige Art aus der Gattung der Calla. Ihre Blüte ist weiß.

 Obwohl man es gewöhnt ist, dass Pflanzen von Insekten bestäubt werden, wird diese Aufgabe bei der Calla von Schnecken übernommen. Die Sumpfcalla kommt in Mitteleuropa sehr selten vor, ihre Heimat sind die Waldsümpfe und Zwischenmoore, sowie  der Rand von Hochmooren in Sibirien und Nordamerika. Alle Teile der Pflanze sind giftig. Das Gift verursacht Lähmungen des zentralen Nervensystems.

Bei Hautkontakt mit den Wurzeln wirkt das Gift auf die Haut reizend. Die Pflanze gehört zu den streng geschützten Pflanzenarten, und darf weder gepflückt, noch ausgegraben werden. Die Erhaltung der Feuchtgebiete trägt viel dazu bei, dass diese schöne Pflanze in unserer Natur erhalten bleiben kann. Sie wurde von der Stiftung-Naturschutz-HH 1988 zur Pflanze des Jahres gewählt. Weitere Bezeichnungen für die Pflanze sind Schweinsohr und Schlangenwurz. Die bunten Pflanzen, die man als Calla angeboten bekommt gehören zu einer anderen Pflanzenart, nämlich zu den Zantedeschien.