Dolden-Milchstern, Ornithogalum umbellatum - Pflege

MilchsternDer Dolden-Milchstern verwandelt triste Flächen entlang des Gehölzrandes oder unter lichten Bäumen in ein sternenübersätes Blütenmeer. Mit seiner Blütezeit von April bis Juni überbrückt der zierliche Massenblüher gekonnt die Zeit zwischen den klassischen Frühblühern und üppigen Sommerblühern. Zugleich punktet die widerstandsfähige Zwiebelblume mit einer anspruchslosen Pflege. Was zu tun ist, damit Ornithogalum umbellatum alljährlich seinen Sternenteppich ausbreitet, bleibt Ihnen hier nicht länger verborgen.

Steckbrief

  • Pflanzengattung Milchsterne (Ornithogalum)
  • Art: Dolden-Milchstern (Ornithogalum umbellatum)
  • Ausdauernde Zwiebelblume
  • Winterhart bis -20 Grad Celsius
  • Weiße Sternenblüten von April bis Juni
  • Wuchshöhe 10 bis 25

    Zentimeter
  • Lanzettliche, tiefgrüne Blätter
  • Giftig in allen Teilen
  • Weitere Bezeichnung: Stern von Bethlehem
Der Dolden-Milchstern sorgt nicht nur im Beet für ein Feuerwerk an weißen Blütensternen; im Blumenkasten und Kübel erfreut sich die zierliche Staude ebenfalls großer Popularität.

Standort und Bodenbeschaffenheit

Wie alle Zwiebelblumen, mag ein Dolden-Milchstern nicht im permanent feuchten Boden stehen. Zu groß ist die Gefahr, dass sich Fäulnis entwickelt. Die folgenden Standortbedingungen spornen die emsige Blütenpflanze zu Höchstleistungen an:
  • Sonnige bis halbschattige Lage
  • Humoses, gut durchlässiges Erdreich
  • Gerne sandig-lehmig bis kiesig-lehmig
  • Ideal ist ein pH-Wert von 8-10
Für die Kultur im Pflanzgefäß kommt als Substrat herkömmliche Blumenerde in Betracht, die mit einigen Handvoll Sand oder Perlite auf die Bedürfnisse von Ornithogalum umbellatum zugeschnitten wird. Als Zimmerpflanze verträgt ein Milchstern auch die volle Sonne am Südfenster, bei Temperaturen zwischen 16 und 25 Grad Celsius.

Pflege

MilchsternHat sich ein Dolden-Milchstern am adäquaten Standort erst einmal akklimatisiert, beschränkt sich der Aufwand für die Pflege auf die folgenden Aktivitäten:
  • Bei Trockenheit regelmäßig gießen
  • Die Erde zwischendurch antrocknen lassen
  • Von März bis Ende der Blüte zwei Mal monatlich flüssig düngn
Werden verwelkte Blüten und Blätter regelmäßig ausgeputzt, animiert diese Maßnahme den Stern von Bethlehem zum erneuten Austrieb.

Überwintern

Da Dolden-Milchsterne Tiefsttemperaturen von - 20 Grad Celsius verkraften, verbleiben sie während des Winters im Boden. Sollte das verwelkte Laub als störend empfunden werden, wird es abgeschnitten. Warten Sie in diesem Fall jedoch ab, bis es restlos vertrocknet ist, damit die Zwiebel Zeit genug hat, um alle verbliebenen Nährstoffe zu speichern. In besonders rauen Lagen ist es empfehlenswert, die Milchsterne nach der Blüte auszugraben, um die Brutzwiebeln im trockenen, kühlen Kellerraum überwintern zu lassen. Gedüngt und gewässert wird in dieser Zeit nicht. Ornithogalum umbellatum im Pflanzgefäß benötigen hingegen einen Winterschutz, da der Wurzelbereich durchfrieren könnte:
  • Kübel oder Balkonkasten vor eine schützende Hauswand stellen auf Holz oder Styropor
  • Das Gefäß mit Luftpolsterfolie oder Jute umhüllen
  • Zimmerpflanzen kühl, jedoch frostfrei und dunkel aufbewahren
Das Substrat wird geschützt mit einer Lage Stroh oder Sägespänen. Tannenwedeln eignen sich ebenfalls für die winterliche Abdeckung. Im Gegensatz zu typischen Wurzelpflanzen, wird ein Dolden-Milchstern auch bei Kahlfrost nicht gegossen.

Tipp: Um
Dolden-Milchsterne vor extremen Temperaturschwankungen zwischen Frost und Sonne während des Winters noch besser zu schützen, graben kundige Hobbygärtner die Töpfe einfach ein. Bedeckt mit Laub, Reisig oder Stroh, kommen die Blumenzwiebeln gut durch die kalte Jahreszeit, um im Frühjahr wieder hervorgeholt zu werden.


Vermehren

MilchsternEin Stern von Bethlehem bedient sich zwei Varianten der Vermehrung. An der Mutterzwiebel entwickeln sich aus mehreren Knospen

Tochterzwiebeln. Daraus gedeihen in der nächsten Saison wiederum zahlreiche Sternenblüten. Darüber hinaus entwickeln sich nach der Blüte Kapselfrüchte, die zahlreiche Samen enthalten. Sie können einem Dolden-Milchstern nun freie Hand lassen, um sich eigenständig im Garten auszubreiten, oder Sie führen die Vermehrung unter kontrollierten Bedingungen durch. So gehen Sie dabei vor:

Nachzucht aus Brutzwiebeln

Nachdem die Mutterzwiebel im Juni/Juli alles Laub eingezogen hat, wird sie mit der Grabegabel aus der Erde geholt. Mithilfe eines scharfen, desinfizierten Messers schneiden Sie die Tochterzwiebeln ab. Es handelt sich dabei um vollständig autarke Überdauerungsorgane. Bis zur Pflanzzeit im Herbst sollten sie trocken und dunkel aufbewahrt werden, damit sie nicht vorzeitig austreiben.

Aussaat

Je frischer das Saatgut bei der Aussaat, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Sofern Sie die Samen selbst ernten, ist es daher empfehlenswert, diese noch am gleichen Tag auszusäen:
  • Eine Saatschale füllen mit magerem Substrat, wie Einheitserde, Torf-Sand oder Kokosfasern
  • Die feinen Samen ausstreuen und etwa 1 cm hoch mit Substrat oder Sand übersieben
  • Mit einem Brettchen andrücken und mit feiner Brause befeuchten
Idealerweise platzieren Sie das Saatgefäß in einem Zimmergewächshaus am halbschattigen Fenster. Alternativ bedecken Sie die Schale mit Glas oder Folie. Diese Maßnahme schafft einerseits ein förderliches feucht-warmes Mikroklima, das die Keimlaune der Samen deutlich hebt. Zugleich wird das Saatgut geschützt vor Insekten, die genau hier ihre Eier ablegen könnten. Innerhalb von 3 bis 4 Wochen setzt die Keimung ein. Während sich schrittweise zunächst die Keimblätter und anschließend die ersten echten Laubblätter entwickeln, darf das Substrat nicht austrocknen. Die Abdeckung wird nun immer häufiger gelüftet, bis sie vollständig wegfällt. Die Vereinzelung der zarten Keimlinge erfordert zwar ein wenig Fingerspitzengefühl; nach dieser Anleitung gelingt es gleichwohl problemlos:
  • Kleine Töpfchen zur Hälfte füllen mit minimal gedüngter, sehr feinkrümeliger Erde
  • Mit einem Pikierholz darin eine kleine Mulde drücken
  • Den Keimling mit dem Pikierstab oder einem Löffel aus der Saatschale herausheben
  • Einsetzen in die Mulde, mit Substrat umgeben und ein wenig andrücken
Gewässert werden die Pflänzchen mit der Sprühflasche. Besonders schonend gelingt die Wasserversorgung von unten. Hierzu stellen Sie die Anzuchttöpfe in Wasser und überlassen der Kapillarwirkung die Arbeit. Fühlt sich die Substratoberfläche feucht an, nehmen Sie die Gefäße heraus. Bis zur Pflanzzeit haben sich kräftige Dolden-Milchsterne entwickelt, die jedoch frühestens nach zwei bis drei Jahren nach dem Auspflanzen blühen werden.

Tipp: Substrat für die Vermehrung sollte grundsätzlich vor der Verwendung sterilisiert werden, um eventuelle Schädlinge, Viren und Sporen abzutöten. Einfach in einer feuerfesten Schale für 30 Minuten in den Backofen stellen bei 150 bis 180 Grad Celsius.

Pflanzen

MilchsternDie Pflanzzeit für den Dolden-Milchstern erstreckt sich von September bis November. Am gewählten Standort wird das Erdreich gründlich geharkt, bis es frei von Unkraut und feinkrümelig daliegt. Mit einer Handschaufel graben Sie nun kleine Löcher mit einer Tiefe von ca. 10 Zentimetern, in einem Abstand von 15-20 Zentimetern. Ornithogalum umbellatum kommen in kleinen Gruppen von 5 bis 10 Exemplaren besonders schön zur Geltung. Setzen Sie jede Zwiebel mit der Knospe aufwärts gerichtet ein, füllen die Grube mit Erde auf und gießen die Pflanzstelle an. Sollten im Garten Wühlmäuse ihr Unwesen treiben, ist die Verwendung eines Wühlmauskorbs empfehlenswert. Der engmaschige Drahtkorb wird zuerst in den Boden gesetzt, um ihn anschließend mit Erde und den Blumenzwiebeln zu füllen. Auf einen Maschendraht zur Abdeckung kann verzichtet werden, da die Schädlinge oberirdisch nicht aktiv sind.

Fazit

Der Dolden-Milchstern trägt in der Pflanzenkomposition des Gartens Sorge für eine ununterbrochene Blütenpracht. Wenn die klassischen Frühblüher schlapp machen und die Sommerblumen sich noch in den Startlöchern befinden, schlägt die Stunde der weißen Sternenblüten von Ornithogalum umbellatum. Um in den Genuss dieser Blütenfülle zu kommen, bedarf es nur wenig Pflege. Das Substrat sollte nicht austrocknen und nicht permanent durchnässt sein. Alle 2 Wochen eine Portion Dünger stellt die Nährstoffversorgung sicher. Winterschutz ist unter normalen Bedingungen einzig im Pflanzgefäß ratsam.