Spinnenlilie (Hymenocallis) - Pflege

Spinnenlilie (Hymenocallis) - Pflege

Außergewöhnlich in ihrer Gestalt ist die Spinnenlilie durchaus. Die bizarren Blüten, die mit ihren langen, schmalen Kronblättern tatsächlich an die so gefürchteten Insekten erinnern, sind der Blickfang jedes Betrachters. Allerdings verfügt jede Blüte meist nur über sechs dieser typischen Blätter, Spinnen haben jedoch acht dünne Beine.

 

Die eigenwillige Blütenpracht der Spinnenlilie (Hymenocallis)Spinnenlilien begeistern nicht nur mit ihrem wunderschönen Äußeren, sie verströmen auch einen bezaubernden Duft. Kein Wunder, dass der Kreis der Liebhaber dieser Exotin immer größer wird.

Weitere Bezeichnungen der

Spinnenlilie

Die Blume wird auch noch Schönhäutchen genannt, was dem botanischen Namen Hymenocallis nahe kommt. Hymen kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt Haut. Bei uns ist dieser Begriff eher für das Jungfernhäutchen üblich. Rein und unschuldig, genauso präsentieren sich die herrlichen, weißen Blüten. Das steht wiederum in Verbindung mit der ebenfalls geläufigen Bezeichnung Ismene. In der griechischen Mythologie ist sie die Tochter des Ödipus. Die Pflanzenart Lycoris wird gleichfalls als Spinnenlilie geführt. Ihre Blütenhüllblätter sind zumeist noch dünner, aber dafür zahlreicher. Eines haben sie alle gemeinsam, sie gehören zur Familie der Amaryllisgewächse, sind also keinesfalls Lilien.
 
Herkunft der Spinnenlilien

Die Heimat der Hymenocallis ist Mittelamerika, aber auch die Karibischen Inseln. Die Pflanzen stammen somit aus sehr warmen Gefilden, waren also einem tropischen Klima ausgesetzt. Die Lycoris-Arten sind dagegen aus China, Asien und Japan und entsprechen in ihrer Pflege und Haltung einer Amaryllis, was heißt, ihre Blühzeit ist in den Wintermonaten im behaglichen Wohnzimmer. Über den Sommer haben sie ihre Ruhephase und ziehen sich ein, damit sie kurz vor Weihnachten wieder austreiben können. Sie vertragen ebenfalls keinen Frost.

Bevorzugte Standorte der Hymenocallis

Zurück zu den Spinnenlilien, die uns in den Sommermonaten mit ihrer Blütenpracht erfreuen: Dabei handelt es sich zumeist um Hymenocallis-Arten. Von der Kultivierung her entsprechen sie eher Narzissen, nur dass sie keinesfalls im Winter draußen im Freien bleiben dürfen. Ähnlich Narzissengewächsen, haben die Spinnenlilien
eine Zwiebelknolle, die einer Speisezwiebel sehr ähnelt. Ist die Frostgefahr gebannt, also frühestens Mitte Mai nach den Eisheiligen, geht es ins Freie. Spinnenlilien fühlen sich in Töpfen oder Kübeln wohl. Besteht der Wunsch, sie ins Freiland zu setzen, etwa als Rabattenbepflanzung, sollten die Zwiebeln mit einem Korb geschützt werden. Wühlmäuse sind ganz vernarrt in diese Knollen. Pflanzenkörbe aus Kunststoff verhindern, dass Hymenocalliszwiebeln auf dem Speiseplan der hungrigen Mäuse landen.

Spinnenlilien – allgemeine Pflege

  • Spinnenlilien brauchen ein nährstoffreiches Substrat, damit sie sich in aller Schönheit entfalten können. Wie bei den Amaryllis wird die Zwiebel im Frühjahr nicht komplett ins Erdreich gesteckt, etwa ein Drittel sollte herausschauen.

  • Wöchentliche Düngergaben fördern die Blühfreude enorm, aber erst etwa sechs Wochen nach der Pflanzung damit beginnen. Ein handelsüblicher Flüssigdünger für Blütenpflanzen genügt. Ansonsten sollte die Erde gut feucht gehalten werden. Das Erdreich darf niemals komplett austrocknen. Am besten stets kräftig gießen, allerdings Staunässe vermeiden und überschüssiges Wasser im Untertopf anschließend wegschütten. Mit der nächsten Wassergabe dann so lange warten, bis die Erde etwas abgetrocknet ist.

  • Gemäß ihrer Heimat ist die Spinnenlilie eine Sonnenanbeterin, deshalb sei ihr ein Platz im Freien an der Sonne oder zumindest im Halbschatten gegönnt. Unter optimalen Bedingungen

    werden bald die ersten mittelgrünen Blätter sprießen. Sie wachsen lanzenförmig in die Höhe. Ab Mitte Juni treibt dann auch der Blütenstängel aus, der bis zu 100 cm Höhe erreichen kann. Er wächst noch ein Stück über die Länge der Blätter hinaus.

 

Überwinterung der Hymenocallis

Ab dem Frühherbst das Gießen nach und nach einstellen, denn die Ruhezeit der Pflanze beginnt. Das Laub zieht sich langsam ein. Spätestens Ende Oktober, wenn der erste Nachtfrost droht, muss die Pflanze ins Haus oder an einen anderen Ort, an dem das Thermometer nicht unter die 0° C – Grenze fällt.

 

Sind die Blätter allesamt eingetrocknet und die vorhandenen Nährstoffe bereits wieder zurück in die Zwiebel gewandert, können die restlichen Blätter bis auf etwa 2 cm komplett abgeschnitten werden. Die Erde soll stets minimal feucht sein. Deshalb über den Winter hin und wieder einmal nachschauen und bei Bedarf etwas wässern. So bleibt die Zwiebel bis zum Frühjahr in ihrem Behältnis. Erst dann wird sie herausgeholt und frisch eingepflanzt, damit sie erneut zu ihrer wahren Schönheit heranwachsen kann.

Pflanzengestalt der „hymenocallix x festalis“

Die Spinnenlilie mit der korrekten botanischen Bezeichnung „hymenocallis x festalis“ findet bei uns am meisten Verwendung. Ihre leuchtenden weißen Blüten bestehen aus sechs miteinander verwachsenen Blütenblättern und bilden dabei die Form eines Kelches. Zur Mitte hin und innerhalb des Zentrums erscheint das gleiche Mittelgrün, das auch das Laub innehat. An jedem dieser Blätter wächst ein fadenförmiges Gebilde hervor, das am Ende den Griffel mit den Pollen trägt. An der oberen Rundung dieses Blütenbechers sitzen strahlenförmig die sechs schmalen äußeren Hüllblätter, die der Spinnenlilie den Namen gaben.

 

Wer exotisch anmutende Gewächse mag, wird sich der Ausstrahlung dieser Pflanze nicht entziehen können. Sie ist in der Tat eine Bereicherung für jeden Garten.