Avocado (Persea americana) - Pflanze, Anzucht, Pflege

Avocado (Persea americana) - Pflanze, Anzucht, Pflege

Die Früchte des Avocadobaumes sind sicher mehr Menschen bekannt, als der Baum selber. Dieser ist immergrün und kann in seiner Heimat, dem feuchtwarmen Tropischen Regenwald von Zentralamerika bis zu 20 Meter hoch werden. Er gehört zu den Lorbeergewächsen. Die Früchte enthalten bis zu 25 Prozent Fett in Form von ungesättigten Fettsäuren, sind also gesunde Fette.

Bei uns werden Avocadobäumchen meist im normalen Pflanztopf verkauft. Nach einigen Jahren kann man sie in einen größeren Kübel setzen und als Kübelpflanze kultivieren. Die Bäume bilden frühestens nach 10 Jahren erste

Blüten aus. Früchte gibt es bei den Kübelpflanzen nur selten, denn es gibt nicht oft  Blüten, Avocados sind selbstfruchtend und die Vegetationsperiode ist in Mitteleuropa zu kurz.

Standort

Der Standort sollte sehr hell sein. Ältere Pflanzen vertragen auch direkte Mittagssonne, jüngere Pflanzen müssen sehr langsam an die Sonne gewöhnt werden. Avocados benötigen ganzjährig viel Licht. Im Sommer stellt man sie deshalb ins Freie, nach Möglichkeit windgeschützt.  Jungpflanzen können auch ganzjährig im warmen Zimmer verbringen. Ältere Exemplare stellt man im Winter kühl.

Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Günstig ist, die Pflanze mehrmals am Tag mit Wasser zu besprühen.

Pflanzsubstrat

Da das Pflanzsubstrat sehr durchlässig sein sollte, sind sandige Böden ideal für Avocados. Größere Pflanzen vertragen auch lehmigen Boden.

Gießen und Düngen

Avocadobäume benötigen nicht all zu viel Wasser. Das Substrat darf nicht zu nass sein. Die oberste Erdschicht muss immer erst gut abgetrocknet sein, bevor man erneut Wasser zugibt. Stehende Nässe wird überhaupt nicht vertragen. Kurzzeitiges Austrocknen ist dagegen kein Problem, solange es nicht zur Gewohnheit wird. Am besten geeignet ist ein stets nur ganz leicht feuchtes Substrat.

Für ein gutes Wachstum reicht es aus, die Avocado einmal im Monat mit Nährstoffen zu versorgen. Wenn sich Blüten zeigen und es zu einem Ansetzen von Früchten kommt, verkürzt man die Düngeabstände. Verwendet wird nur organischer Dünger. Am Ende des Sommers wird die Düngung eingestellt.

Überwintern

Jungpflanzen
überwintern im warmen Wohnraum. Älteren Avocados reichen Temperaturen über 5 ˚C. Man räumt die Pflanzen erst ein, wenn die Nachttemperaturen unter diese Temperatur fallen und erste Nachtfröste zu befürchten sind. Der Standort im Winterquartier muss auch so hell wie möglich sein. Gegossen wird wenig. Je tiefer die Temperaturen, um so weniger Wasser benötigt die Pflanze. Gedüngt wird nicht. Günstig ist, die Luftfeuchtigkeit regelmäßig durch Besprühen zu erhöhen. Das beugt auch einen Befall mit Spinnmilben vor.

Schneiden

Eine Avocado muss man nicht schneiden, kann man aber. Lange, verkahlte Triebe kann man einfach herausschneiden, ebenso wie vergeilte Triebe.

Vermehrung/Anzucht

Für die Anzucht nutzt man eine reife Avocadofrucht. Ihr entnimmt man vorsichtig den runden Kern. Er darf nicht mit dem Messer verletzt werden. Alles Fruchtfleisch ist zu entfernen.

Als Pflanzsubstrat eignen sich nährstoffarme und lockere Anzuchterde, Torf oder Cocos-Substrat. Diese sollten wärmebehandelt werden, um Schädlinge und Pilzsporen abzutöten. Man nimmt ein nicht zu kleines Pflanzgefäß, füllt eine Drainageschicht aus Blähton oder Tonscherben hinein und gibt das Pflanzsubstrat dazu. Nach dem Andrücken sollten oben noch zwei Zentimeter bis zum Gießrand frei bleiben. Darauf legt man den gesäuberten Kern, mittig mit der leicht angedeuteten Spitze nach oben. Dann wird

noch etwas Pflanzsubstrat zugegeben. 2/3 des Kerns müssen herausragen. Jetzt wird gewässert, immer mit lauwarmem Wasser. Dazu geeignet ist eine Sprühflasche. Günstig ist, eine Tüte über den Pflanztopf zu ziehen, um die Luftfeuchte zu erhöhen. Man schließt aber nicht luftdicht ab. Die Tüte muss immer mal zum Lüften entfernt werden und bleibt so lange erhalten, bis ein Trieb sichtbar wird.

Das Pflanzgefäß stellt man an einen warmen, hellen Platz. Die Erde muss immer leicht feucht gehalten werden, darf aber nicht zu nass sein. Die Keimzeit ist abhängig von der Bodentemperatur und liegt zwischen 4 und 6 Wochen. Die Temperaturen sollten hoch sein, über 20 ˚C. Wenn der Kern in zwei Teile zerspringt, hat die Keimung begonnen.

Wenn sich vier Blätter am Trieb gebildet haben, entfernt man die Triebspitze. Das hindert den Trieb, zu lang und dünn zu werden und sich erst in großer Höhe zu verzweigen. Diesen Vorgang sollte man wiederholen, wenn sich mehr Triebspitzen gebildet haben. So wird die Pflanze schön dicht und kompakt.

Krankheiten und Schädlinge

Braune Blätter deuten meist auf zu viel Wasser hin. Bei guter Pflege treten Krankheiten und Schädlinge kaum auf. Wenn im Winter Blätter abfallen,  steht die Pflanze zu dunkel oder zu warm.