Avocadobaum züchten - Pflege, Schneiden

Avocadobaum züchten - Pflege, Schneiden

Wenn aus einem Avocadokern endlich ein ganz kleines Pflänzchen hervorschaut, weiß man auch endlich genau, warum man diesen Kern gerade über einen Monat lang täglich mit zarter Hand befeuchtet und durch gutes Zureden angespornt hat. Mit der richtigen Behandlung kann aus dem Winzling ein ansehnlicher Avocadobaum werden, der Ihr Leben geraume Zeit begleiten wird.

avocado1 flAvocadokern zum Keimen bringen

Immer wenn es Ihnen gelungen ist, eine Avocado reif zu kaufen oder zu Hause nachreifen zu lassen, lohnt sich

der Versuch, aus dem Kern ein Avocadobäumchen zu züchten. Reife Avocados sind ganz weich (und schmecken herrlich), werden aber sehr selten so verkauft. Das Nachreifen gelingt aber meist recht gut, denn die Avocado strömt nicht nur selbst ein Reifegas aus, sondern reagiert auch auf die Reifegase anderer. Wenn eine Avocado ein paar Tage mit einigen Äpfeln zusammengesperrt (in Zeitungspapier eingewickelt) und an ein warmes Plätzchen (z. B. auf die Heizung) gelegt wird, wird sie gut nachreifen.

Dann können Sie den Kern entnehmen und ihn mitsamt Hülle in einen Pflanztopf mit einer Drainageschicht am Boden setzen. Der Pflanztopf wird gefüllt mit lockerer und nährstoffarmer Anzuchterde, Kokoshumus soll gut geeignet sein, da es praktisch keimfrei ist. Der Kern kommt mit dem spitzen Ende nach oben in den Topf, etwa ein Drittel sollte in der Erde stecken. Der Kern muss nun durchgehend und vorsichtig gewässert werden, auch eine Temperatur über 20 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit im oberen Bereich - Kunststoffumhüllung oder Minigewächshaus - helfen beim Keimen.

Pflege des Keimlings

Dieses Kleingewächshaus müssen Sie aber ab und zu lüften, vielleicht beim Gießen eine Weile offen lassen, damit der Kern frische Luft bekommt. Das Ganze sollte übrigens am besten am Anfang des Sommers geschehen, dann wächst der Keimling in den Sommer hinein und bekommt genug Licht.

Wenn Sie die Geduld nicht verlieren, wird sich irgendwann ein Keimling zeigen, meist in etwa vier bis sechs Wochen. Wenn Ihr Pflanztopf in einer Umgebung steht, in der es kälter als 20 Grad ist, kann das schon einmal Monate dauern, was im schlimmsten Fall einen Keimling hervorbringt, der in die Wintersaison startet und dann unter Lichtmangel leidet. Erstes Anzeichen für die Keimung ist, dass sich der Kern in zwei Teile spaltet, bald darauf sollte sich zartes Grün zeigen.

Das Pflanzgefäß darf jetzt ins Helle, freut sich aber weiterhin über einen warmen Platz und
etwas geringere, aber gleichbleibende Feuchtigkeit. Wenn sich ein Trieb mit 4 Blättern gebildet hat, müssen Sie sich überwinden: Die Spitze des Triebes muss abgeschnitten werden, auch wenn Sie das dem kleinen Keim nicht wirklich antun wollen. Wenn Sie das nicht tun, würde sich eine einzelne in die Höhe wachsende Rute bilden, die sich erst sehr weit oben verzweigt. Auch später können Sie die junge Avocado zur Verzweigung anregen, indem sie die Triebspitzen bereits beblätterter Seitentriebe entfernen.

Nur wenn die kleine Pflanze draußen in der Sonne steht, können Sie sie meist ganz in Ruhe wachsen lassen, in der Regel bekommt Sie dann genügend UV-Strahlung, um kein ungesundes Längenwachstum auszubilden.

avocado flPflege

der heranwachsenden Avocado


Die Erde sollte immer feucht und doch nie triefend nass sein, am leichtesten schaffen Sie das, wenn Sie die Avocado nachmittags oder abends mit einer Sprühflasche bewässern. Etwa vier Monate nachdem das erste Grün erschienen ist, können Sie anfangen, leicht zu düngen, bei einem Flüssigdünger bedeutet das, jede Woche etwa ein Viertel der empfohlenen Menge zu verabreichen.

Im Winter haben Sie die Wahl: Sie können die Avocado an einem hellen und warmen Ort durchkultivieren, dann wird sie weiter gewässert und gedüngt, oder Sie schicken sie in Winterruhe, dann bekommt sie weniger Wasser und keinen Dünger und kann an einem kühleren Ort stehen (der aber trotzdem hell sein muss, die Avocados werfen kein Laub ab).

Gelegentlich sollte die Avocado umgetopft werden, das ist aber immer erst dann notwendig, wenn der Ballen im gegenwärtigen Pflanzgefäß fast nur noch aus Wurzeln besteht.

Avocado schneiden

Wenn Sie Ihrer Avocado eine günstige feuchtwarme, also an die Tropen erinnernde Umgebung bieten können, kann sie recht zügig wachsen. Eine Avocado kann in der Natur bis zu 20 Meter hoch werden, auch wenn das im Haus nicht passieren wird, können Sie daraus schließen, dass sie einen Schnitt durchaus vertragen kann. Besonders wenn Ihre Avocado irgendwelche langen kahlen Triebe bildet, können und sollten Sie diese kappen. Nicht zu viele auf einmal, aber in der Regel treibt die Avocado dann woanders aus und verzweigt sich so immer mehr.

Sie müssen immer darauf achten, dass die Erde locker bleibt, bei einer größeren Pflanze können Sie gut ein wenig Sand zumischen. Wasser an den Wurzeln mag die Avocado überhaupt nicht, noch weniger als Trockenheit, aber auch die sollte sich auf eine kurze Zeit beschränkten. Auch wenn der Lichtbedarf hoch ist, sollte eine junge Avocado im Sommer möglichst nicht die volle Mittagssonne abbekommen. Sie können Ihre Avocado aber im Laufe der Jahre an die Sonne gewöhnen, ältere Avocados freuen sich sogar über eine kräftige Sonnendusche.

Nur mit Früchten werden Sie in unserem Klima wahrscheinlich nicht rechnen können: Die ersten Blüten bekommt Ihr Avocado-Baum erst in etwa einem Jahrzehnt, der Bestäubungsmechanismus ist sehr kompliziert und erfordert mehrere Avocados, und die Vegetationsperiode ist bei uns auch zu kurz.