Litschibaum - Pflanzen, Pflege und Schneiden - Litchi, Litschie, Lychee

Litschibaum - Pflanzen, Pflege und Schneiden - Litchi, Litschie, Lychee

Wenn Sie es lieben, sich immer wieder mit neuen, in Deutschland noch weitgehend unbekannten Pflanzen zu beschäftigen, ist vielleicht ein Litschibaum etwas für Sie. Auch wenn er bei uns nicht ganz einfach zu kultivieren ist (oder gerade deswegen):

garten-mann4 flLitschi und Litschibaum

Die schmackhaften Litschi-Früchte wachsen am gleichnamigen Baum, der die einzige Art seiner Pflanzengattung ist, ein Litchi chinensis ist also ein ziemlich einmaliges Gewächs. Mit außergewöhnlich schmackhaften Früchten,

weshalb sich der Litschibaum von seiner asiatischen Heimat aus sehr weit verbreitet hat. Heute wird er in wohl jeder subtropischen Klimazone der Welt angebaut, in Asien und in Südafrika, in Australien, in Israel und in Südamerika.

Der Litschibaum ist auch sehr dekorativ, immergrün und etwa 10 Meter hoch, mit vielen kleinen zarten cremefarbenen und duftenden Blüten und sattroten Früchten. Ebenso gerne wird er deshalb heute als Zierde in Gärten und Parks gepflanzt.

Litschibaum anschaffen
  • Sie können Ihren Litschibaum selber ziehen, indem Sie ihn aus dem Kern einer Litschi züchten, Sie können sich aber auch eine größere Pflanze kaufen.

  • Bei eBay werden mitunter selbst angezogene Exemplare für wenige Euro verkauft, die dann allerdings meist noch wirklich klein sind.

  • Größere Exemplare werden von Händlern exotischer Pflanzen vertrieben, z. B. vom Mediterranen Pflanzenmarkt aus 79426 Buggingen unter www.mediterraner-pflanzenmarkt.de. Ein Litschibaum von etwas über einem Meter Höhe mit einem Stamm von ca. einem halben Meter kostet um 80,- €, dazu kommen noch rund 40,- € Versandkosten. Sie können Ihren Litschibaum aber auch im Mediterranen Pflanzenmarkt abholen, wenn Sie in der Nähe wohnen.
Litschibäume pflegen und schneiden

Der Litschibaum kann in der Wohnung, in der Sommersaison auch im Garten gehalten werden. In beiden Fällen braucht er einen sonnigen und warmen Standort, an die Sonne im Freien sollte eine Jungpflanze jedoch erst langsam gewöhnt werden, sonst verbrennen schnell die Blätter.

Die Litschipflanze fühlt sich wohl in einem wasserdurchlässigen und nährstoffarmen Substrat. Sie bezieht noch lange ihre Nährstoffe aus dem
Kern. Auch bei gekauften Pflanzen sollten Sie deshalb darauf achten, beim Umpflanzen den gesamten Wurzelballen zu versetzen - ziemlich sicher wird sich der Kern in der Mitte befinden. Außerdem vermeiden Sie so, die empfindlichen Wurzeln zu beschädigen, worauf die Litschipflanze mehr als verstimmt reagieren könnte.

Der Litschibaum sollte immer gut feucht gehalten werden. Unten ins Pflanzgefäß gehört also eine Drainage, damit keine Wurzelfäule entsteht. Ansonsten möchte die Litchi sorgfältig gegossen werden, im Sommer möchte sie viel Wasser, im Winter nur leichte Ballenfeuchtigkeit, nie richtige Nässe.

Besondere Maßnahmen
  • Sie sollten die Erdoberfläche vor der nächsten Wässerung immer leicht antrocknen lassen, jedes zu unregelmäßige Gießen quittiert der Litchibaum mit Blattabwurf. Wenn die Blattspitzen braun werden, zeigt die Litschi Ihnen, dass Sie noch nicht auf dem richtigen Weg sind. Sie brauchen übrigens unbedingt kalkfreies Wasser für Ihre Litschi, am besten Regenwasser, sonst entkalktes Leitungswasser.

  • Gedüngt werden erst ältere Litschibäume, dann auch sehr vorsichtig mit einem Viertel der üblichen Menge. Nach dem ersten Wachstumsschub folgen ein bis zwei Ruhejahre. Diese Ruhezeit ist normal, keinesfalls sollten Sie versuchen, Ihren Litschibaum durch übertriebene Düngegaben zum Wachsen

    zu zwingen, das Gegenteil wird das Ergebnis sein.

  • Litschibäume vertragen überhaupt keinen Frost und auch keine Herbststürme. Sie müssen eine Litschipflanze auf der Terrasse also rechtzeitig ins Haus holen. Jungpflanzen werden an einem hellen Ort bei Raumtemperatur überwintert, ältere Bäume können etwas kühler stehen.

  • Litschibäumchen wachsen sehr langsam und kommen auch nicht wirklich gut mit den deutschen Lichtverhältnissen zurecht, es ist deshalb nichts dagegen zu sagen, wenn Sie Ihrem Litschibaum regelmäßig eine künstliche Sonnendusche gönnen.

  • Die Litchis werden gerne von Spinnmilben befallen, die auch ziemlich schnell beseitigt werden sollten, daraufhin sollten Sie Ihre Pflanze also häufiger untersuchen. Bei guter Pflege kann ein Litschibaum aber auch bei uns durchaus gedeihen und älter werden.
Rückschnitt und Ernte

Zum Schneiden werden Sie in unseren Breitengraden also eher nicht kommen, sondern wahrscheinlich jedes neu entstehende Blättchen feiern. Nur wenn Teile Ihres Litschibaumes abgestorben sind, sollten Sie diese kahlen Zweige abschneiden, dann könnte Ihr Litschibaum sogar buschiger werden.

Auf Früchte vom eigenen Litschibaum sollten Sie sich besser nicht einstellen: Sie bräuchten dann ohnehin eine Menge Geduld, der erste Fruchtansatz erfolgt vielleicht erst in einem Vierteljahrhundert. Dazu müsste sich der Litschibaum aber wirklich wohlfühlen, und die Blüten müssten bestäubt werden. Die österreichische Website Tropenland, www.tropenland.at, bemerkt zu diesem Thema lapidar, dass über geerntete Litchis in Westeuropa nichts bekannt sei, wahrscheinlich seien die Bedingungen für die sensible Pflanze zu schlecht, um Früchte anzusetzen.