Litschibaum selber ziehen - Litschi züchten

Litschibaum selber ziehen - Litschi züchten

Kaufen Sie gerne frische Litschi, weil die unverarbeiteten Früchte doch ganz anders schmecken als die Litschi aus der Dose? - Dann können Sie außer exotischen Obstsalaten und aromatischen Cremespeisen (bei denen die Litschifrucht aphrodisierend gute Gefühle wecken soll) auch noch etwas ganz anderes aus Ihren Litschis machen. Eine wunderhübsche neue Zimmerpflanze nämlich:

pflanzen-setzen4 flLitschikerne zum Züchten verwenden

Sie brauchen Früchte, die keinerlei Grünfärbung mehr im Stielbereich zeigen, diese vollreifen Früchte werden Ihnen auch am besten schmecken,

weil die Litschi erst bei voller Reife ihr exotisches Aroma entfaltet und angenehm süß schmeckt. Unreife Litschis schmecken sauer oder ein bisschen nach nichts, und ihnen ist auch nicht mehr aufzuhelfen, weil Litschis nicht nachreifen.

Den braunen Kern, der die potenzielle neue Litschipflanze birgt, sollten Sie gleich nach Obstgenuss mit lauwarmem Wasser vorsichtig und gründlich abspülen. Wenn das gesamte restliche Fruchtfleisch beseitigt wird, wird der Kern nicht zu faulen anfangen.

Dann kommt der Kern zum Vorkeimen einige Tage in lauwarmes Wasser (in die Sonne stellen), bis seine äußere Hülle aufplatzt, dann kann er eingepflanzt werden. In ein nährstoffarmes, leicht saures und lockeres Substrat, also z. B. in Anzuchterde oder in eine Mischung aus Gartenerde, Sand, Perlite und Kokoshumus (je ein Viertel) mit einem pH-Wert unter 7. Wenn Sie in Ihr Anzuchtgefäß eine Drainageschicht einbringen, schützen Sie Ihren kommenden Litschibaum vor Staunässe, auf die er empfindlich reagieren würde.

Die Anzucht aus Litschikernen
  • Sie legen nun den Litschikern seitlich in die Erde, er sollte mit einer etwa zentimeterdicken Schicht von Substrat bedeckt werden.

  • Der Pflanztopf wird vorsichtig mit lauwarmem Wasser angegossen, dann kann er an einen hellen und warmen Platz gestellt werden.

  • In der folgenden Zeit
    sollten Sie die Erde immer leicht feucht halten, gut gelingt das mit einer Sprühflasche, die feinen Nebel ausgibt. Denn bei dieser Art der Bewässerung schwemmen Sie das Substrat nicht auf und verletzen auch nicht die junge Pflanze.

  • Es kann bis zu vier Wochen dauern, bis der Litschikern keimt, ein kleines Gewächshaus aus Frischhaltefolie kann helfen, dem Keimling die notwendige Feuchtigkeit zur Verfügung zu stellen.
Litschis umtopfen

Wenn der kleine Litschibaum das erste Blattpaar hat, kann er in einen größeren Topf gesetzt werden. Beim Umtopfen sollten Sie unbedingt den Kern mit versetzen, aus diesem bezieht die Litschipflanze ihre Nährstoffe. Deshalb werden auch weder Sämling noch Jungpflanze gedüngt. Besondere Beachtung möchten die höchst empfindlichen Wurzeln beim Umtopfen bekommen, am besten setzen Sie den gesamten Wurzelballen in gegebener Form um und füllen rundherum neues Substrat ein. Schon die kleinste Wurzelverletzung kann Ihr Litschi-Projekt zum Scheitern bringen.

In der Sommersaison können Sie Ihren Litschibaum gerne auch in den Garten stellen, ebenfalls an einen hellen und sonnigen Standort. Dann sollten Sie Ihre Jungpflanze vorher langsam an die Sonne gewöhnen, sonst könnten die Blätter verbrennen. Die Litschipflanze möchte weiterhin gut feucht gehalten werden, der Litschikern versorgt sie noch geraume Zeit mit allen benötigten Nährstoffen. Empfindlich soll der Litschibaum auf hartes Wasser reagieren, am besten sollten Sie Ihr Bäumchen also mit Regenwasser gießen.

Den Litschibaum überwintern

Bis zum Herbst wird die Litschipflanze nicht imponierend an Größe zulegen,

sie wächst sehr langsam (nach dem ersten freudigen Wachstum folgt sogar eine Ruhephase bis zu zwei Jahren, in denen viele Litschi-Pioniere ihre Litschizucht als gescheitert ansehen). Wenn es kühler wird, gehört ein junger Litschibaum wieder ins Haus, er wird bei Raumtemperatur an einem hellen Platz überwintert.

Wenn Ihr Litschibaum älter ist, kann er mit einem Viertel der angegebenen Menge gedüngt werden, ältere Litschibäume können Sie auch kühler - aber frostfrei - überwintern. Dazu muss er aber erst einmal ein gewisses Alter erreichen - und das ist nicht immer der Fall, Litschipflanzen kommen mit den schlechten Lichtverhältnissen in unseren Breiten nicht wirklich gut zurecht. Sie wachsen häufig schlecht und neigen dazu, braune Blätter zu bekommen, oder bilden Nottriebe, die schnell wieder absterben.

Tipps der Redaktion
  • Gute Chancen, einen Litschibaum zu einiger Größe zu ziehen, haben Sie wohl nur, wenn Sie ihm regelmäßig einen Aufenthalt unter einer Pflanzlampe gönnen.

  • Wenn eine schwierige Anzucht eines Litschibaumes depressionsartige Zustände bei Ihnen verursacht hat, könnten Sie es anschließend vielleicht mit Wollmispeln oder thailändischen Logan-Früchten versuchen, die sollen fast zu 100 % keimen und schnell und willig wachsen.