Baumfarn, Cyatheales - Anzucht und Pflege-Anleitung

BaumfarnDer Baumfarn ist eine tropische Sporenpflanze und zählt zu den Vertretern der lebenden Fossilien. Gegenüber von Bäumen hat der Stamm der Baumfarne kein Dickenwachstum. Der Baumfarn kann als Zierpflanze genutzt werden.

Kurzer Steckbrief:
  • Zierpflanze im Kübel
  • botanischer Name: Cyatheales
  • Wuchshöhe bis zu einigen Metern
  • gehört in die Familie der Farne
  • einige Arten haben ausgeprägte Stämme
  • Kronendurchmesser bis zu vier Metern
Vorkommen und Arten

Die Heimat der Baumfarne ist in den Tropen. Einige davon findet man aber auch in den Regenwäldern Australiens und Neuseeland. Baumfarne ist ein Relique

aus der Urzeit und hat ihr Aussehen über Jahrhunderte hinweg nicht verändert. Im Laufe der Eiszeiten sind auf der nördlichen Halbkugel diese Pflanzen ausgerottet. Nicht alle Arten der Cyatheales haben ausgeprägte Stämme. Auf der anderen Seite werden nicht alle Farne, die Stämme bilden, zu den Baumfarnen gezählt. Neben den Cyatheales sind in der Familie der Königsfarngewächse (Osmundaceae) und Rippenfarngewächsen (Blechnacease) Arten in den Gattungen Blechnum und Todea zu finden. .

Standort

Baumfarne finden auch in unseren Regionen als Zimmer- oder Kübelpflanze ihren Standort. Dabei ist darauf zu achten, dass der Raum keine zu trockene Luft enthält. Der beste Standort, ist der an einem geschützten Ort mit wenig Sonne. Brennt die Sonne zu stark auf die Farne, so verbrennen die Blätter schnell. Die schönen Wedel werden braun und sterben ab.
  • Licht: gering (halbschattig bis schattig)
  • er sollte windgeschützt stehen
  • keine direkte Sonneneinwirkung (Beispiel Mittagssonne)
  • hohe Luftfeuchtigkeit
Der Baumfarn fühlt sich an solchen Plätzen recht wohl, an dem die einheimischen Farne sich wohl fühlen. Im Schattenbereich großer Baumkronen, an Schatten spendenden Hauswänden oder Hecken. Besonders wohl, fühlt sich der Farn in der Nähe von Gewässern, fließend oder stehend, die eine hohe Luftfeuchtigkeit abgeben.

Boden

BaumfarnDamit der Baumfarn gedeiht ist das richtige Substrat wichtig.

Diese Eigenschaften sollte er haben:
  • nährstoffreich
  • wasserdurchlässig
  • luftdurchlässig
  • pH-Wert: wenig sauer (5-6)
  • locker
  • kalkarm
Dabei ist es wichtig, dass im Kübel oder im Topf eine dicke Drainageschicht eingebracht wird. Substrate die geeignet sind, setzen sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen: humose Garten- oder Blumenerde, geringer Torf- oder Rindenmulchanteil (gerne auch Orchideenerde) und Sand, Blähton oder feiner Kies.

Gießen

Damit der Baumfarn ordentlich wächst, muss er ausreichend gewässert werden. Baumfarne zeigen in ihrem Wurzelbereich eine Besonderheit. Vertrocknete Blätter der Blattstiele sterben nicht ganz ab. Kurze Stücke verbleiben am Stamm. Daraus gedeihen Wurzeln, die den oft krummen und dünnen Stamm noch zusätzlich befestigen. Daher sollte der Stamm der Baumfarne nie ganz austrocknen. An ein ordentliches Gießen sollte man unbedingt denken, denn die Baumfarne haben ein schlechtes System zur Weiterleitung von Wasser. Deshalb sind sie in der Natur in Gegenden ansässig, die hohe Niederschlagsmengen oder auch eine hohe Nebelbildung haben.
Es reicht nicht aus, nur den Wurzelballen zu gießen, es soll zusätzlich auch der ganze Stamm eingesprüht werden. Damit sich keine Staunässe bildet, muss das Substrat in eine gute Drainage eingebracht werden. Überschüssiges Wasser sollte immer weggegossen werden. Geradezu wohl fühlt sich die Pflanze, wenn das Gießwasser über den Stamm läuft. So schätzt der Baumfarn an heißen Tagen eine Dusche oder eine Besprühung.

Düngen

Zwischen Ende April und September, in Zeiten der Wachstumsperiode, sollte regelmäßig

mit Flüssigdünger gedüngt werden. Die Düngergabe ist völlig ausreichend im Monatsrhythmus. Alternativ kann man der Erde ein wenig Langzeitdünger beimischen. Dabei sind die Dünger gut, die wenig Phosphat enthalten. Das Gießwasser das Dünger enthält, kann ebenfalls über den Stand gegossen werden. Damit können die seitlich am Stamm befindenden Wurzeln den Dünger aufnehmen.

Vermehren

Baumfarne können ebenfalls vermehrt werden, wie andere Pflanzen auch, obwohl sie keine Blüten bilden, ebenso auch keine Früchte mit Samen. Eine Teilung ist auch nicht machbar. Aber immerhin schaffen die Baumfarne es, sich seit Millionen von Jahren zu vermehren. Sie vermehren sich durch ungeschlechtliche Sporen. So bilden ältere Pflanzen auf der Unterseite der Blätter kleine Sporenkapseln. Diese Sporen müssen befruchtet werden. Dazu entwickelt sich eine zweite geschlechtliche Generation, die sich deutlich vom Baumfarn abhebt. Die Pflanze reißt diese Sporenkapseln auf und schleudert die Sporen heraus. Bei widrigen Verhältnissen wie Trockenheit passiert das. Aber auch bei der Zimmerpflanze kann man das künstlich tun, indem man ein Blatt mit reifen Sporen abstreift und auf ein Stück Papier legt.

Anzucht des Vorkeimes:
  • Sporen auf nährstoffarmes, feuchtes Substrat legen
  • Sporen nur leicht andrücken
  • nicht oder nur sehr dünn mit Erde bedecken
  • Temperatur 15-20 Grad
  • Substrat: Anzuchterde, Kakteenerde, Kokosfaser
  • Keimdauer liegt bei vier bis neun Wochen
Daraus entwickeln sich dann männliche und weibliche Geschlechtsorgane, woraus sich wieder ein Baumfarn entwickelt. Sporen bilden sich in großer Anzahl und sind widerstandfähig. Sie können ihren ganzen Stoffwechsel ruhen lassen und sind überlebensfähig, obwohl sie kein Wasser und keine und Nährstoffe bekommen.

Überwintern

In Mitteleuropa sind die Winter zu kalt, damit der Baumfarn im Freien überwintern könnte. Er verträgt bis zu -4 Grad Frost, aber nur kurz und nur in geschützten Lagen. Wird es dann noch kälter, sterben die Wedel ab. Wenn man Glück hat, treiben sie im folgenden Jahr wieder aus, aber das ist nicht sicher. Cyatheales sind ein Highlight für jeden Wintergarten. Sie ist die perfekte Pflanze für sonnige oder halbschattige Plätze. Man kann den Farn auch im Wintergarten überwintern, auf jeden Fall ist das besser als im Freien.
  • Temperatur: 5-10 Grad
  • nur wenig gießen, er darf aber nicht austrocknen
  • Licht: Hell aber keine direkte Sonneneinwirkung
Cyatheales BlattEs gibt durchaus Lagen in unserer Region, wo die Baumfarne im Winter draußen bleiben können. Weinlagen am Rhein oder am Bodensee bringen für den Farn keine Probleme. Allerdings sollte er ein wenig geschützt werden. Kübel an einen windgeschützten Platz stellen, Kübel auf Styroporplatten setzen, Topf mit Folie oder anderem Material umwickeln, die Krone sollte man mit einer Schnur zusammenbinden und nur mäßig gießen.

Krankheiten und Schädlinge

Normalerweise ist der Baumfarn, wenn er seinen idealen Standort hat., eine robuste Pflanze, die fast nie Krankheitszeichen zeigt, oder von Schädlingen befallen wird. Anfällig wird die Cyatheales fast nur durch Pflegefehler. Die Blätter werden gelb oder braun und fallen ab. Das geschieht vor allem, wenn der Farn zu sonnig steht, oder wenn zu wenig gegossen wurde. Bei einer Staunässe kann sich eine Wurzelfäule bilden. Dann sollte schnell umgetopft werden mit einem frischen Substrat. Die kranken Wurzeln am besten entfernen.

Drei häufig gestellt Fragen

Kann ich meinen Farn im Sommer auf den Balkon stellen?

Dann sollte man darauf achten, dass der Balkon im Schatten liegt, so ist ein Nordbalkon ideal. Scheint die Mittagssonne stark auf den Balkon, so ist er nicht geeignet.

Wie oft soll ich meinen Baumfarn düngen?

Alle vier Wochen mit einem Grünpflanzendünger in der Zeit von April bis September.

Ich möchte mir einen Baumfarn für die Wohnung kaufen, auf was muss ich achten?

Wenn der Baumfarn das ganze Jahr über in der Wohnung stehen soll, so muss man auf die Deckenhöhe achten. Wer eine Deckenhöhe von 2,5 m hat, für den eignet sich der Blechnum gibbum, der nur langsam wächst.