Beliebte Zimmerfarne (Königsfarn, Straussfarn, u.ä)

ZimmerfarnDie unterschiedlichen Grüntöne und die Vielseitigkeit ihrer Wedel machen Farne für das Zimmer interessant. Soll ein Farn im Zimmer gedeihen, dann müssen Luftfeuchtigkeit und Standort stimmen. In der Natur sind Farne unter dem Blätterdach von Bäumen anzutreffen. Sie vertragen weder pralle Sonne noch Trockenheit. Farne gehören zu den Sporengewächsen, denn sie vermehren sich durch Sporen. In der Natur entwickelten sich Farne viele Millionen von Jahren vor den Blühpflanzen.

Arten für Drinnen


Der bekannteste Zimmerfarn ist der Frauenhaarfarn, Adiantum oder Venushaar. Er besitzt

drahtige glänzende schwarze Blattstiele und viele kleine Blätter. Das typische rustikale Aussehen für einen Farn fehlt, denn das Venushaar wirkt überaus filigran. Bei guten Standortbedingungen entwickelt sich der Frauenhaarfarn zu einem kleinen Busch. Er benötigt einen schattigen Platz und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Staunässe verträgt er nicht.

Tipp: Das Aufstellen eines Luftbefeuchters ist besser, als den Frauenhaarfarn direkt anzusprühen. Das verträgt er nicht.

Der Saumfarn, auch als Flügelfarn oder Pteris bekannt, ist ein pflegeleichter Zimmerfarn. Er mag keine direkte Sonneneinstrahlung und ist mit einem hellen Standort zufrieden. Der Wurzelballen sollte niemals austrocknen. Der Flügelfarn zeichnet sich durch dichtewachsende, ein- oder zweifach gefiederte Wedel aus. Diese können bei den über 200 Arten dekorativ mit weißen oder silbernen Mittelstreifen abgesetzt sein. Der Saumfarm darf direkt mit Wasser besprüht werden. AHA! Die dunkelbraunen Linien auf der Blattunterseite sind die Sporenhäufchen. Der Geweihfarn Platycerium bifurcatum wächst sogar an relativ dunklen Plätzen im Zimmer gut. Er ist eine Besonderheit, denn er wächst epiphytisch und besitzt daher zwei unterschiedliche Blattformen. Die braunen Nischenblätter dienen zur Nähstoffversorgung und als Halteorgan. Jedes neue Nischenblatt rollt sich über das vorhergehende und stellt sich dann nach oben auf. Nach der Verrottung dienen die Nischenblätter als Nährstoff für die Pflanze. Die grünen lederartigen Wedel des Geweihfarns werden bis zu 90 cm lang. Sie hängen nach unten und haben geteilte Spitzen. Wie bei allen Farnen, darf das Substrat des Geweihfarns niemals austrocknen. Er eignet sich besonders als dekorative Ampelpflanze und wächst sehr gut in Schalen. Er benötigt viel Platz. Der Farn wächst auf Orchideensubstrat. Seine Blätter dürfen nicht abgewischt werden, weil sonst der lebensnotwendige Haarbelag auf den Blättern verschwinden würde.

Tipp: Abgestorbene Nischenblätter niemals entfernen! Sie sind eine Nährstoffquelle.

Farn im TopfDer Schildfarn Polystrichum tsus-simense für die Fensterbank gleicht seinen großen Verwandten im Garten. Er bildet fast dreieckige Wedel, die mit paarigen Fiederzahnblättchen besetzt sind, die zur Spitze hin kleiner werden. Die Sporen sitzen auf den Blattunterseiten in zwei Reihen. Er braucht einen schattigen Platz, vielleicht am besten an einem Nordfenster. Entgegen den Wachstumsbedingungen der meistern Farne verträgt der Schildfarn auch trockene Luft. Der Lederfarn Arachniodes gleicht in seinem Aussehen dem Schildfarn. Er ist aber eigentlich mit dem Frauenhaarfarn verwandt. Seine
Blätter sind aber lederartig. Auch er verträgt trockene Heizungsluft und schätzt im Sommer einen Platz auf dem Balkon oder im Garten. In der Natur wächst er auf Bäumen. Er benötigt daher ein orchideenähnliches Substrat.

Tipp: Werden die Blätter des Lederfarns blass, steht er zu sonnig.

Standort

Die meisten Farne gedeihen bei Zimmertemperaturen zwischen

16 bis 22 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit. Ein klassischer Standplatz ist das Badezimmer. Der Lichtbedarf ist aufgrund der natürlichen Wachstumsbedingungen für Farne eher gering. Sonne vertragen die meisten Farne nicht.

Pflege


Der Wurzelballen sollte immer feucht sein, ohne dass Staunässe auftritt. Tongranulat ist als Pflanzsubstrat dann bestens geeignet, wenn der Farn in Hydrokultur gehalten wird, ohne dass die Wurzeln im Wasser stehen. Farne werden am besten regelmäßig mit kalkfreiem Wasser eingenebelt. Aller zwei Wochen wird dem Gießwasser etwas Flüssigdünger beigemischt. Arten, die im Winter eine Wachstumspause einlegen, brauchen dann nicht gedüngt werden. Von Vorteil ist es, wenn der gesamte Topfballen von Zeit zu Zeit ins Wasser getaucht werden kann, damit er sich richtig vollsaugt.

Tipp: Kunststoffpflanzbehälter halten das Wasser länger als Tontöpfe!

Aha! Während der Winterruhe wirken Farne leicht schäbig. Sie treiben im Frühjahr jedoch wieder neue Wedel aus, wenn sie wieder mehr Licht bekommen.

Vermehren/Umtopfen


Zu groß geworden Farne können durch Teilung im Frühjahr, bevor sich neue Wedel bilden, vermehrt werden. Nach der Teilung werden die Farne gleich wieder in die Erde gesetzt und gut feucht gehalten. Farne werden im Frühjahr umgetopft.

Vermehren durch Sporen


FarnDie Sporen sitzen an der Blattunterseite der Wedel. Um die Sporen zum Reifen zu bringen, wird ein Wedel abgeschnitten und in einem Briefumschlag an einen hellen warmen Ort gelegt. Die Sporen lösen sich von den Blättern und können anschließend in die Aussaatgefäße mit steriler Erde gefüllt werden. Die Pflanzbehälter werden mit einer Haube verschlossen. Bei 22 Grad an einem hellen Ort sollten die Sporen nach einiger Zeit keimen. Dann bilden die Keime eine Art Moosrasen, der in gleichmäßige Stücke geteilt wird und in einzelne Pflanzbehälter gesetzt wird. Aus den rasenartigen Gebilden entwickeln sich mit der Zeit kleine Farnwedel, die nun einzeln pikiert werden können.

Vermehrung durch Brutknöllchen

Der Schildfarn bildet auf der Blattunterseite kleine Knöllchen aus. Diese sind im Sommer reif. Der Farnwedel wird nun fest auf dem Erdboden gedrückt und so befestigt. Die Brutknöllchen bilden jetzt Wurzeln aus. Auf der Blattoberseite entwickeln sich kleine Farne. Sie können nach einigen Wochen, wenn sie groß genug geworden sind, von der Mutterpflanze abgetrennt werden und in einzelne Pflanztöpfchen gesetzt werden.

Krankheiten und Schädlinge


Farne sind sehr robust, wenn sie an einem geeigneten Standort wachsen dürfen.
  • Blattläuse lassen sich durch ein Wasserbad entfernen
  • Schildläuse können mit einem in Spiritus getauchten Wattebausch abgewischt werden
  • braune Blattränder entstehen durch einen zu feuchten und zu kühlen Stand, braune Blattspitzen sind dagegen ein Zeichen für zu trockene Luft oder Wassermangel
  • schlaffe Blätter deuten auf Wassermangel hin
  • schwarze Flecken auf den Blättern werden von Blattählchen verursacht
  • nasse Füße führen zu Wurzelfäule
  • Spinnmilben treten bei zu trockener Luft auf
Häufig gestellte Fragen

FarnGibt es einen besonders robusten Farn?

Ja, der Hasenfuß-Farn ist besonders anspruchslos. Er ist eine Ampelpflanze mit federartigen Blättern. Der Wurzelstock hat ein pelziges Aussehen.

Welcher Farn ist besonders schön?


Die Wedel des Goldtüpfelfarns haben bläulich bereifte Fiederblätter.

Wo kommt der Pellefarn her?

Er kommt in den Wäldern von Australien, Afrika und Nord- und Südamerika vor. Der Farn liebt Trockenheit und Sonne, jedoch keine Mittagssonne.

Was muss bei der Vermehrung beachtet werden?


Die zarten Keimlinge werden bei der Vermehrung durch Sporen schnell von Pilzen, Moos oder Algen überwachsen. Das Substrat muss absolut steril sein.

Wann sind die Sporen reif?


Wenn sie eine braune Farbe angenommen haben. Das ist meistens im Sommer der Fall.