Farn als Zimmerpflanze - Sorten und Pflege-Tipps

geweihfarnIm Reich der Pflanzen zählen Farne zu den Dinosauriern. Noch lange vor den Blütenpflanzen wucherten sie als meterhohe Baumfarne mit anderen Großgewächsen in ganzen Wäldern. In den letzten Jahren etablierte sich der Zimmerfarn als idealer Partner für die Wohnungseinrichtung und zeigt sich in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen. Wohnungsfarne zaubern mit ihren attraktiven Wedeln eine belebende Atmosphäre in jedes Zimmer und verleihen dem Raum ein Hauch von Exotik. Vorausgesetzt, sie werden optimal gepflegt.

Arten

Charakteristisch für den Farn sind

die gefiederten Blätter (Wedel), die sich in verschiedenen Farben zeigen. Von grünen über grauen bis hin zu roten und bronzenen Tönen gleicht kein Zimmerfarn dem anderen. Die unterschiedlichen Formen und Größen der Blattschmuckpflanzen lassen sich als Hängepflanze und im Topf perfekt in Szene setzen.

Nachfolgend einige beliebte Beispiele aus der Artenvielfalt:

Geweihfarn (Platycerium)
  • charakteristisch sind Wedel, die optisch an ein Geweih erinnern
  • verzeiht schon mal Pflegefehler
  • wächst am liebsten in einer Blumenampel
  • im Handel sind die Arten Platycerium grande und Platycerium bifurcatum erhältlich
Nestfarn (Asplenium nidus)
  • Blätter extravagant
  • untypisch für Farne
  • besitzen keine langen Wedel mit zarten Blättchen, sondern ganzrandige breite Blätter
  • bildet wild wachsend bis zu einen Meter lange Blätter aus
  • unterschiedliche Sorten mit gezackten oder gewellten Blättern
frauenhaarfarnFrauenhaarfarn (Adiantum)
  • auch Venushaar genann
  • reagiert zwar empfindlich auf Zugluft, ist dennoch aber äußerst pflegeleicht kann als Ampelpflanze kultiviert werden.
Hasenfussfarn (Davallia bullata)
  • auch als Hasenpfotenfarn bekannt
  • entfaltet volle Schönheit in einem hohen Tontopf oder als Ampelpflanze
  • zählt zu den robusten Zimmerfarnen
  • verdankt seinen Namen den vielen gelben bis braunen pelzigen Wurzelstöcken, die entfernt an Hasenpfoten erinnern
Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum)
  • stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Südamerikas
  • robuste und besondere Zimmerpflanze
  • Sporen unter den tief eingeschnittenen Blättern reihen sich wie Perlen an einer Kette
  • als Ampelpflanzen lassen sich diese kleinen Vertreter gut kultivieren ausgewachsene Pflanzen benötigen allerdings viel Platz
Flügelfarn, Saumfarn, Sichelfarn (Pteris)
  • empfindlichste Art
  • ursprünglich in allen subtropischen und tropischen Gebieten beheimatet
  • die langen Wedel hängen leicht herunter und ähneln den Flügeln eines Vogels
  • bekannteste Vertreter der Pteris-Art sind Pteris quadriaurita, Pteris tremula und Pteris ensiformis.
schwertfarn zimmerSchwertfarn (Nephrolepis exaltata)
  • natürliche Umgebung von Florida bis Südamerika
  • stark gefiederte Wedel hängen geschmackvoll wie ein Busch aus dem Topf
  • ist häufig die erste Wahl, wenn es darum geht, dem Badezimmer einen exotischen Touch zu verleihen
  • große ausgewachsene Exemplare mit langen Wedeln wirken in einer Hängeampel oder auf einer Blumensäule platziert, besonders
    apart
Pflege von Farnen in Zimmerkultur

Die Pflege gestaltet sich bei Zimmerfarnen recht einfach, wenn die essenziellen Pflegebedürfnisse der jeweiligen Art berücksichtigt werden. Da die Pflegeansprüche aller Gattungen ähnlich sind, ist es möglich, verschiedene Arten in der Wohnung zu kultivieren.

Standort
  • fühlen sich im tropischen Klima am wohlsten
  • warm, nach Möglichkeit hohe Luftfeuchtigkeit
  • heller Standort ohne direktes Sonnenlicht am Mittag
  • morgendlicher und abendlicher Sonnenschein fördert hingegen Wachstum
  • ideal ist ein Nord-, West- oder Ostfenster
  • Farn alle drei bis vier Tage etwas drehen
Gießen
  • brauchen viel Wasser
  • Wurzelbereich konstant feucht halten und Staunässe vermeiden
  • optimal ist lauwarmes, weiches Wasser
  • überschüssiges Wasser entfernen
  • Wurzelballen sollte nicht austrocknen, Wedel färben sich sonst braun
  • täglich mit Sprühnebel befeuchten
Luftfeuchtigkeit
Aufgrund ihrer tropischen Herkunft können Pflanzenfreunde einiges tun, um die Luftfeuchtigkeit für die Gefäßsporenpflanzen in den vier Wänden zu erhöhen.
  • Zimmerbrunnen

    neben Pflanze platzieren
  • wassergefüllte Schale oder Luftbefeuchter aufstellen
  • Pflanztopf in großen Kübel stellen und Zwischenraum mit Torf oder Blähton füllen
  • mit anderen Pflanzen gruppieren
Tipp: Wer in seiner Wohnung ständig mit trockener Luft zu kämpfen hat, sollte auf empfindliche Arten besser verzichten und sich für robuste Wohnungsfarne wie Hasenfuss- oder Nestfarn entscheiden.

Substrat
Bei der Wahl des Substrats kommt es darauf an, ob die Blattschmuckpflanze aufsitzend (epiphytisch) oder im Boden (terrestrisch) wächst. Wichtig zu wissen: Zimmerfarne reagieren empfindlich auf Kalk uns Salz.
  • epiphytisch wachsende Farne mögen ein Gemisch aus Kompost, Sand und Lauberde
  • alternativ auf Ästen oder Rindenstücken befestigen
  • terrestrisch wachsende Gefäßsporenpflanzen kultivieren am besten in einem Mix aus Kompost und Lauberde
  • alternativ Moorbeeterde oder normale Blumenerde (pH-Wert 5)
Düngen
  • salzarmer Dünger, sonst verbrennen Wedel
  • in Wachstumsphase alle 14 Tage kalkfreier Nährstoffdünger
  • besser organische als mineralische Präparate
  • Stubenfarn vor dem Düngen gießen
Tipp: Freunde der Farne bereiten ihrem Wildfang eine Freude, indem sie ihn mit Schwarzen Tee verwöhnen. Wie? Teereste einfach leicht in die Erde einarbeiten. Dient als perfekter Dünger!

Vermehren

schwertfarn frauenhaarfarnFür die Vermehrung gibt es unterschiedliche Methoden, die je nach Art des Zimmerfarns eingesetzt werden können.

Teilung
  • Zimmerfarn austopfen und reinigen
  • Wurzelballen in mehrere Stücke teilen
  • einzelne Teile in geeignete Gefäße einpflanzen
Rhizomteilung
Wer einen Rhizom bildenden Farn besitzt, kann die fleischigen Wurzeln zur Vermehrung nutzen. Dazu werden hinter dem Vegetationspunkt (etwa fünf Zentimeter) abgeschnitten und in ein vollwertiges Substrat gepflanzt.

Sporen
  • anspruchsvollste Methode
  • Fiederblatt mit reifen Sporen abtrennen, auf Papier legen und etwa zwei Tage an warmen Ort aufbewahren
  • abgelöste Sporen auf Anzuchterde verteilen
  • Substrat anfeuchten und Plastiktüte mit kleinen Öffnungen darüber stülpen
  • heller, warmer Standort
  • nach etwa drei Monaten erfolgt Keimung
  • dauert ein Jahr, bis sich junger Wohnungsfarn entwickelt
Schneiden
Erfahrungsgemäß müssen Gefäßsporenpflanzen nicht geschnitten werden. Mitunter ist es erforderlich, die exotischen Schönheiten im Frühjahr etwas auszulichten. Hierzu einfach alle vertrockneten Wedel an der Basis kappen. Ausnahme bildet der Geweihfarn. Dessen braune Blätter sorgen für Stabilität und sollten nicht abgeschnitten werden.

Krankheiten und Schädlinge

Im Grunde genommen gibt es kaum Schädlinge und Krankheiten, die die Blattschmuckpflanzen befallen können. Meist sind es Pflegefehler wie ein ungeeigneter Standort oder falsches Gießen, die für Probleme sorgen. Trotzdem kommt es gelegentlich zum Befall von Schildläusen, Trauermücken oder Spinnmilben. Trauermücken können mit Gelbtafeln abgefangen werden. Spinnmilben und Schildläuse werden mit einem Mix aus Schmierseife und Spiritus (jeweils ein Esslöffel auf einem Liter Wasser) bekämpft.

Häufig gestellte Fragen

Mein Farn hat viele Blätter verloren. Trotz umtopfen bilden sich keine neuen Blätter. Was tun?
Für ein gesundes Wachstum benötigen Zimmerfarne eine hohe Luftfeuchtigkeit. Sie sollten möglichst oft mit Regenwasser besprüht werden. Zudem mögen sie kein kalthaltiges Gießwasser.

Zimmerfarn verfärbt sich dunkel. Woran liegt das?
Mitunter kann schon ein Standortwechsel ausreichen. Oder Staunässe ist der Grund. Am wohlsten fühlen sich Farne im Badezimmer. Dort ist es hell, warm und luftfeucht.

Hilfe, mein Zimmerfarn hat Luftwurzeln. Was muss ich machen?
Luftwurzeln dienen zum einen als Nährstoffversorgung und zum anderen, um sich festzuhalten. Sie sind meist ein Anzeichen für Platzmangel. Einfach den Farn umtopfen und die Luftwurzeln in die Erde stecken. Einzelne Luftwurzeln werden abgeschnitten. Aber nie alle Luftwurzeln entfernen, sonst geht die Pflanze ein.