Frauenfarn, Waldfarn, Athyrium filix-femina - Pflege-Anleitung

FrauenfarnFarngewächse wuchsen auf unserer Erde schon vor 400 Millionen Jahren, genauso wie der Urwelt-Mammutbaum. Sie gehören zu den lebenden Fossilien, welche die Entwicklung der Erde überdauert haben. In der Geschichte der Entwicklung sind sie der Übergang von blütenlosen Pflanzen hin zu den blühenden Pflanzen der Neuzeit. Auch heute bilden sie eine eigenständige Pflanzengruppe mit vielen Arten. Viele dieser Farne haben sich einen Platz in unseren Gärten erobert. Zu den beliebtesten Arten für die Gartenpflanzung gehört der Frauenfarn mit seinen hellgrünen, gefiederten Wedeln.


/>Die schattigen bis halbschattigen Bereiche des Garten sind der Lebensraum des Frauenfarns oder Waldfarns 'Athyrium filix-femina'. Die Pflanze liebt den feuchten humosen Boden unter Gehölzen. Gehölze und Gräser sind die ideale Nachbarschaft für den Frauenfarn. Schattige Plätze des Gartens leuchten ausdrucksstark und voller Lebenskraft. Auch steinige Bach- und Teichränder verwandelt 'Athyrium filix-femina' in ein natürlich wirkendes Refugium, welches vielen Tieren Zuflucht bietet. Eine Überflutung der steinigen Bach- und Teichränder schadet dem Farn. Auch hier ist die Pflanze für Schatten oder Halbschatten dankbar.

Zum Winter hin fallen die Wedel des Waldfarns ab. Das Rhizom überwintert unter einer Laub- oder Mulchschicht. Ab Herbst bilden sich bereits die Wedel für das kommende Jahr. Aufgerollt warten sie auf den neuen Austrieb. Im Frühjahr ist es dann so weit. Das faszinierende Schauspiel des Austriebs beginnt. Die aufgerollten und von Spreuschuppen geschützten Wedel schieben sich aus der Erde und entrollen sich langsam und stetig. Ein malerisches Schauspiel, wobei die Akteure ein wenig an einen Geigenkopf erinnern.

Vorzügliche Pflanzpartner des Waldfarns 'Athyrium filix-femina' sind großblumige Blattschmuckstauden wie Tafelblatt, Schaublatt oder Funkie. Ausdrucksvoll in der optischen Wirkung sind auch blühende Stauden wie Silberkerze, Elfenblume oder Wald-Geißbart. Auch Zwiebelgewächse passen gut zum Frauenfarn. Früh blühende Arten wie Märzenbecher, Narzissen oder Schneeglöckchen. Sommerblüher wie Türkenbund und Gold-Türkenbund oder die im Herbst blühenden Arten wie Herbstzeitlose, Herbst-Alpenveilchen oder Herbst-Krokus.

Steckbrief des Frauenfarn, Waldfarn 'Athyrium filix-femina'
  • Deutsch: Wald-Frauenfarn - Gemeiner Waldfarn - Frauenfarn
  • Botanisch: Athyrium flilix-femina
  • Blatt: gefiedert, fiederartig, länglich, schmal, 2- bis 3-fach gefiederte, hellgrüne Wedel auf schwarzbraunen Stängeln.
  • Blattschmuck: ja
  • Boden: lehmig sandig, humusreich, frisch. Bevorzugt halbschattige Lagen, kommt aber auch mit Sonne klar. Gerne frische, gut durchlässige und kalkarme Böden, nimmt aber anspruchslos auch anderen Boden an.
  • Duftstärke: 0
  • Eigenschaften: 'Athyrium flilix-femina' ist besonders für Begrünung schattiger Standorte geeignet. Sattgrün auch an lichtarmen Standorten, extrem pflegeleicht
  • Familie: Woodsiacea
  • Frucht: Sporen
  • Herbstfärbung: ja
  • Laub: laubabwerfend
  • Laubfarbe: hellgrün
  • Pflanzenbedarf: 3 bis 5 Pflanzen pro Quadratmeter
  • Pflanzabstand: 40 bis 60 Zentimeter
  • Standort: Halbschatten bis Schatten
  • Verwendung: Gehölzrand, Gehölz, Gruppenpflanzung in Halbschatten bis Schatten
  • Winterhärte: Extrem winterhart bis Minus 40° Celsius
  • Wuchs: bogig, ausladend, horstbildend, überhängend, etwa 70 Zentimeter hoch. An sehr hellen Standorten nur etwa 50 Zentimeter hoch.
  • Wuchsbreite: 40 - 60 Zentimeter
  • Wuchshöhe: 40 bis 90 Zentimeter
  • Besonderheiten: Sehr anpassungsfähig und robust. An geeigneten Standorten nur geringer Pflegebedarf. Anspruchslos, ein Blickfang in schattigen Gartenbereichen oder am Wasser
Standort

Der Frauen- oder
Waldfarn liebt einen humusreichen, lockeren Boden. Der Untergrund sollte durchlässig sein. Die Wurzelstöcke wachsen mit der Zeit nach oben. Das Pflanzloch für den Farn soll so tiefer sein, als der Pflanztopf. Nach dem Einpflanzen den Farn gut andrücken und angießen. Eine Mulch- oder Laubschicht über der neu eingesetzten Pflanze ist empfehlenswert.

Im Halbschatten und Schatten unter Bäumen und Gehölzen,

in Fugen und Spalten, in Steingärten und vor Mauern fühlt sich der 'Athyrium filix-femina' wohl. Soll der Farn in ausreichend großen Spalten wachsen, einfach gute, humose Pflanzerde in die Spalten füllen und gut angießen. Nach dem Setzen der Erde wird der Farn in die Spalten gesetzt.

Pflege

Der Wald- oder Frauenfarn 'Athyrium filix-femina' stellt an die Pflege keine großen Ansprüche. Wenn der ausgewählte Standort schattig bis halbschattig, feucht bis sehr feucht, humusreich und sauer ist, fühlt sich dieser Farn sichtlich wohl. Der Boden sollte nicht austrocknen. In Trockenperioden regelmäßig wässern. Ausschlaggebend für das gute Wachsen und Gedeihen ist ein fruchtbarer, humoser Boden. Ist das gewährleistet, kann der Frauenfarn mehr als 10 Jahre an seinem Standort stehen bleiben.

Düngen

Das Frühjahr ist die beste Zeit für eine Düngung. Empfehlenswert ist das Einarbeiten von Kompost und organischem Dünger, wie Hornspäne. Mineraldünger sollte keine Verwendung finden.

Schneiden

Der Frauenfarn soll nicht geschnitten werden. Er würde nach einem Schnitt nicht wieder austreiben.

Vermehrung

Der Frauenfarn 'Athyrium filix-femina' lässt sich durch Teilung des Rhizoms leicht vermehren. Bester Zeitpunkt für eine Vermehrung sind Frühjahr und Herbst.

Überwintern

An leicht durchlässigen, feuchten und halbschattigen Standorten benötigt der Frauenfarn meistens keinen Winterschutz. Wie auch im Wald sollten die Rhizome von einer Laubschicht bedeckt sein. Das ist als Schutz in normalen Wintern ausreichend.

Wichtig: Drohen Trockenschäden schafft das Gießen der Farne an einem frostfreien Tag Abhilfe.

Tipp: Der sommergrüne Wald-Frauenfarn in Pflanzpartnerschaft mit dem Wurmfarn ist ein echter Blickfang im Schattenbeet.

Standort und Pflege als Kübelpflanze

Auf schattigen Terrassen und Balkonen fühlt sich der Frauenfarn ebenfalls wohl. Voraussetzung ist auch bei Kübelpflanzung der Einsatz von humusreichem Boden. Je nach Temperatur benötigt der Farn ausreichend Wasser.

Standort und Pflege als Zimmerpflanze

Idealer Standort für den Frauenfarn ist ein Platz im Wintergarten oder in einem Blumenfenster in Ost- oder Westlage. Gegen trockene Luft hat sich das regelmäßige Einsprühen mit kalkfreiem Wasser bewährt. Regenwasser ist zum Besprühen und zum Gießen sehr gut geeignet. Das Gießen des Farns als Zimmerpflanze erfordert Einfühlungsvermögen, denn der Wurzelballen benötigt gleichmäßige Feuchtigkeit. Staunässe schadet der Pflanze genauso, wie Trockenheit. Bewährt hat sich das Tauchen. Dabei wird der Topf mit dem Wurzelballen so lange in einen mit Wasser gefüllten Eimer getaucht, bis keine Luftblasen mehr aus der Erde aufsteigen. Dann den Topf gut abtropfen lassen und darauf achten, dass sich kein Wasser im Pflanztopf staut.

Als Zimmerpflanze gehalten, benötigt der Frauenfarn während der Wachstumsperiode Dünger. Ausreichend ist eine Düngung mit normalem Blumendünger. Die Dosis darf jedoch nur halb so stark sein, wie auf der Packung angegeben.

Krankheiten & Schädlinge

Krankheiten oder Schädlinge spielen für den Wald- oder Frauenfarn auch bei der Kultivierung im Zimmer keine große Rolle. Pflegefehler wie der falsch ausgewählte Standort, zu wenig oder zu vieles Gießen machen dem 'Athyrium filix-femina' viel häufiger zu schaffen. An dem durch Pflegefehler geschwächten Farn siedeln sich dann leicht Trauermücken, Spinnmilden oder Schildläuse an. Das Gegenmittel zur Bekämpfung des Befalls lässt sich leicht selbst herstellen. Eine Mischung aus einem Esslöffel Spiritus und einem Esslöffel Schmierseife auf einen Liter Wasser herstellen und den Farn gut einsprühen. Bei einem Befall mit Trauermücken ist das Aufstellen von Gelbtafeln hilfreich.

Häufige Frage

Der Frauenfarn in meinem Garten ist sehr groß geworden und benötigt viel Raum. Kann ich ihn zurückschneiden?

Ein Rückschnitt der Wedel bedeutet, dass der Farn in dieser Wuchsperiode nicht mehr austreibt. Die Optik dieses Standortes ist also zerstört. Besser ist es, das Rhizom zu teilen. Der Farn ist kleiner. An anderen schattigen oder halbschattigen Standorten entwickeln sich die neu gewonnenen Farne schnell zu schönen Stauden. Eine weitere dunkle Gartenecke wird dank der hellgrünen Wedel in schönem Licht aufblühen.