Rippenfarn, Blechnum spicant - Steckbrief, Pflege und Vermehren


FarnHalbschattige bis schattige Standorte gibt es in jedem Garten. Bäume und Sträucher verdunkeln häufig große Areale, auf denen normale Gartenpflanzen sich dann nicht mehr wohlfühlen. Auch dunkle Gartenecken ohne Sonneneinstrahlung sind nur schwer dauerhaft zu bepflanzen. Diese Bereiche sehen nicht sehr einladend aus. Spätestens dann schlägt die große Stunde der Farne. Diese 'lebenden Fossilien' lieben den Schatten und Halbschatten. Hier ist ihr Lebensraum, hier fühlen sie sich wohl.

Zu den Rippenfarngewächsen gehört der Rippenfarn, bot. 'Blechnum spicant'. Er ist

einzigartig, denn er ist die einzige Blechnum-Art, die bei uns in Mitteleuropa vorkommt. Bodensaure Nadelwälder, Ufer, Teichränder und moorige Flächen sind sein natürliches Refugium. In Mitteleuropa ist der 'Blechnum spicant' selbst in den Mittelgebirgen heimisch. Er erreicht eine Höhe von etwa zwanzig bis vierzig Zentimetern. Seine Blätter wirken fast lederartig. Sie sind glänzend und dunkelgrün. Auf kalkarmen bis sauren Böden mit locker-humoser Erde, die frisch bis feucht ist, fühlt sich 'Blechnum spicant' besonders wohl. Die Schatten von Nadelgehölzen und großen Rhodendren sind sein bevorzugtes Revier.

Steckbrief des Rippenfarns 'Blechnum spicant'
  • Deutscher Name: Rippenfarn
  • Botanischer Name: Blechnum spicant
  • Familie: Blechnaceae
  • Herkunft: heimische Pflanze
  • Blatt: gefiedert, glänzend, lanzettlich geformt
  • Blattfarbe: dunkelgrün
  • Blattschmuck: ja
  • Boden: hoher Humusbedarf, durchlässig, kalkarm
  • Frucht: Sporen
  • Fruchtschmuck: ja
  • Laub: wintergrün
  • Laubfarbe: dunkelgrün
  • Pflanzenbedarf: 4 bis 7 Pflanzen pro Quadratmeter
  • Pflanzabstand: 30 bis 40 Zentimeter
  • Standort: Halbschatten bis Schatten
  • Verwendung: Gehölz oder Gehölzrand
  • Winterhart: ja
  • Wuchs: bogig, ausladend
  • Wuchsform: bodendeckend, horstbildend
  • Wuchshöhe: 20 - 40 Zentimeter
  • Wurzel: Flachwurzler, der den Oberboden sehr stark durchwurzelt
Zu der Gattung 'Blechnum' (Rippenfarn) gehören viele und ganz unterschiedliche Farne. Da sind langsam und aufrecht wachsende Arten, die im Laufe der Zeit einen Stamm ausbilden und dann den Baumfarnen ähneln. Andere Arten sind klein und wachsen kriechend.
  • Blechnum brasiliense mit seinen Rosetten aus lanzenförmigen und schweren Wedeln von 95 Zentimeter langen und 25 Zentimeter breiten Wedeln. Sie wachsen heraus aus einem schwarz-braunen Rhizom.
  • Blechnum Crispum, etwas schwacher im Wuchs als der große Bruder Blechnum brasiliense, hat kleine und gewellte Wedel. Sie sind bei der jungen Pflanze oft rötlich gefärbt.
  • Blechnum gibbum, er gehört zu den beliebtesten Rippenfarnen. Im Wachstum bildet er eine gleichmäßige Rosette aus bis zu 95 Zentimeter langen und 25 Zentimeter breiten Wedeln. Sie entspringen einem schwarzen, geschuppten Stamm von bis zu einem Meter Höhe.
  • Blechnum moorei ist ein nur kleiner Rippenfarn. Seine Wedel werden kaum größer als 30 Zentimeter.
  • Blechnum occidentale ist ein Meister in der Bildung unterirdisch kriechender Rhizome. Seine kräftig grünen und leicht nach oben gebogenen Wedel erreichen eine Länge bis zu 50 Zentimeter und eine Breite von 15 Zentimetern. Auffallend ist, dass die mittlere Rippe der Wedel unverkennbar blasser gefärbt ist, als der Rest des Farnes.
Standort

Der Rippenfarn wächst und gedeiht besonders gut an halbschattigen bis schattigen Standorten. Mooriger Humusboden, durchlässig und kalkarm, erfüllt seine Standortansprüche. Wenn sein Lebensraum etwas Schutz vor dem Wind bietet, gedeiht 'Blechnum spicant' besser, als in freier Lage.

Für einen Quadratmeter sind 4 bis 7 Pflanzen
ausreichend. In Reihenpflanzung soll der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen 30 bis 40 Zentimeter betragen. Die Rosette des Farns soll nach dem Einpflanzen ein wenig über die Erdoberfläche herausragen. So können sich die Wedel rascher entwickeln.

Der Rippenfarn fühlt sich neben Königslilie, Fingerhut und Rhododendron besonders wohl. Gemeinsam setzen sie ausgesprochen

dekorative Akzente..

Pflege & Düngung

Der Rippenfarn 'Blechnum spicant' ist pflegeleicht und anspruchslos. Er ist kein Rückschnitt erforderlich, die neuen Wedel im Frühjahr verdrängen schnell die alten Blätter.

In sehr trockenen Perioden benötigt der Rippenfarn regelmäßig Wasser. Trockenheit verträgt die Pflanze nicht und sie wächst dann nicht mehr so üppig.

Ein optimaler Standort benötigt keine Düngung. Entscheidend ist ein fruchtbarer und humoser Boden. Es reicht aus, im Frühjahr Kompost und organischen Dünger, zum Beispiel Hornspäne, in den Boden einzuarbeiten.

Vermehrung

Ältere und kräftige Pflanzen vertragen eine Teilung des Rhizoms. Die besten Zeitpunkte für eine Teilung liegen im Frühjahr oder Herbst. Bei einer Teilung sollen die Teilstücke einige Wedel aufzeigen. Nach dem Einpflanzen dieser Teilstücke schließen sich diese Wedel schnell wieder zu einer Rosette, die dann zügig wieder neue Blätter bildet.

Auch durch Aussaat kann sich der Rippenfarn vermehren. Die Sporen tragenden Wedel bleiben stehen und der Wind trägt die sie in alle Richtungen. Sind an einigen Standorten die kleinen Farne später nicht erwünscht, reicht das Entfernen der Jungpflanzen. Vielleicht findet sich ja für jedes dieser 'Ur-Pflänzchen' ein neuer passender Standort.

Winterpflege

'Blechnum spicant' ist mehrjährig und gut frosthart. Ein besonderer Winterschutz ist nicht notwendig.

Krankheiten & Schädlinge

Der Rippenfarn gehört zu den besonders robusten Pflanzen. Er bleibt von Krankheiten und Schädlingen weitestgehend verschont. Lediglich Standort- und Pflegefehler können ihm nachhaltig schaden.

'Blechnum spicant' als Zimmerpflanze

Auch bei einer Kultivierung als Zimmerpflanze ist der Rippenfarn pflegeleicht. Dennoch sind Erfahrungen und durchschnittliche Kenntnisse bei der Pflege eines Farns zu empfehlen.

Standort

Auch im Haus benötigt der Rippenfarn einen halbschattigen Standort und nur ein wenig Morgensonne. Volle Mittagssonne verträgt er nicht.

Gießen

Während des Heranwachsens benötigen die Rippenfarne reichlich Wasser. Der Ballen soll immer feucht bleiben. Weil der Farn Staunässe nicht verträgt, darf kein Gießwasser in den Untersetzern stehen. Sinken die Temperaturen in dem Raum auf unter 13° Celsius, wird nur noch mäßig gegossen. Jetzt kann die obere Erdschicht im Topf zwischen den Wassergaben auch leicht antrocknen. Bei niedrigen Temperaturen ist kein Besprühen mit Wasser erforderlich.

Temperatur

Die Raumtemperatur für die Kultivierung eines Rippenfarns soll maximal 24° Celsius betragen. Vom Frühjahr bis zum Herbst reicht die Hauptwachstumsperiode. Jetzt benötigt der Farn eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit. Hilfreich ist es nun, den Farn auf Kieselsteine in mit Wasser gefüllte Schalen zu stellen. Er schwebt sozusagen über dem Wasser.

Während der Ruhezeit ist eine Temperatur um 15° Celsius ideal. Temperaturen unter 10° Celsius sind jedoch nicht anzuraten.

Tipp: Je niedriger die Raumtemperatur, umso trockener darf das Substrat sein.

Vermehrung in Zimmerkultur

Eine Vermehrung aus Sporen ist bei einer Zimmerkultur schwierig.
Einfacher ist eine Vermehrung über die Teilung des Rhizoms. Es wird mit einem scharfen Messer geteilt. Die Teilstücke wachsen in einem passenden Topf zügig weiter.

Substrat

Der Rippenfarn kommt bei Kübelpflanzung mit normaler Einheitserde zurecht. Auch in einem Gemisch, welches zu gleichen Teilen aus Komposterde und Lauberde besteht, fühlt sich die Pflanze wohl.

Umpflanzen

Der Rippenfarn wird erst dann umgetopft, wenn seine Wurzeln an der Erdoberfläche erscheinen.

Dünger & Nährstoffe

Der Rippenfarn 'Blechnum spicant' bekommt auch in der Hauptwachstumszeit (Frühling bis Herbst) nur ein- bis zweimal eine Gabe Flüssigdünger. Die Konzentration soll nur die Hälfte der auf der Packung angegebenen Menge betragen. Nach der Düngergabe einige Tage lang auf gleichmäßige Feuchtigkeit der Erde achten, um Düngerschäden an den Wurzeln zu vermeiden.

Häufige Frage

Der Rippenfarn in meinem Blumenfenster wurde von Blattälchen befallen. Was kann ich tun?

Leider befallen Blattälchen im Zimmer kultivierte Farne manchmal. Jetzt kann man den Farn nur noch im Restmüll entsorgen, um eine Ausbreitung des Befalls auf andere Farne zu vermeiden. Auf keinen Fall in den Kompost geben.