Tüpfelfarn, Polypodium vulgare - Steckbrief und Pflege

FarnDie Familie der Farne ist vielfältig. Man findet sie auf der ganzen Welt. Bis auf wenige Ausnahmen ihrer Art lieben die Farne schattige, feuchte Plätze in Wäldern, Felsspalten, Schluchten oder Mauerritzen. Auch an den feuchten Bachufern fühlen sie sich wohl. Da nimmt es nicht wunder, dass die meisten Arten aus den Tropen stammen. Auch die weltweit größten Farne, die Baumfarne, haben ihren Ursprung im tropischen Regenwald. Der kleine Tüpfelfarn 'Polypodium vulgare' ist beheimatet in Europa, Nordamerika, Asien und Südafrika.

Die unterschiedlichsten

Farngewächse haben seit langer Zeit einen festen Lebensraum in unseren Gärten. Zu den beliebtesten Farngewächsen gehört der Tüpfelfarn. Diesen Namen bekam er wegen seiner dunklen, gefiederten und wintergrünen Wedel, die auf der Unterseite rote Punkte zeigen. Weil er nicht starkwüchsig ist und nur 20 bis 40 Zentimeter hoch wird, schätzen ihn Gartengestalter und Hobbygärtner. Der botanische Name 'vulgaris' bedeutet gewöhnlich oder gemein und ist auf die Einfachheit des Tüpfelfarns bezogen. Der Tüpfelfarn liebt es halbschattig bis schattig. Deshalb passt er ausgezeichnet in oder unter Gehölze. Er ist wintergrün, sieht immer frisch-feucht aus und gibt gerade den schattigen Bereichen des Gartens eine schöne und malerische Nuance.

Steckbrief des Tüpfelfarns, bot. Polypodium vulgare
  • Deutsche Namen: Tüpfelfarn, Gewöhnlicher Tüpfelfarn, Engelsüß
  • Pflanzenfamilie: Tüpfelfarngewächse, Polypodiaceae
  • Herkunft: Tropenwälder Südamerikas
  • Blätter: einfach gefiedert
  • Blattschmuck: ja
  • Frucht: Sporen
  • Laub: wintergrün
  • Laubfarbe: Dunkelgrün
  • Blüte: keine Blüte, der Tüpfelfarne vermehrt sich durch Sporen
  • Pflanzenbedarf: 3 bis 5 Pflanzen pro Quadratmeter
  • Pflanzabstand: 30 bis 40 Zentimeter
  • Standort: Halbschatten bis Schatten
  • Wuchshöhe: 20 bis 40 Zentimeter
  • Wuchs: flach, teppichartig
  • Frosthart: ja
  • Mehrjährig: ja
  • Bodenanspruch: gut durchlässig, geringer Nährstoffbedarf, hoher Humusbedarf
  • Verwendung: Unterpflanzung unter Büschen und Bäumen, Steinfugen, Steingärten, Naturgärten
Der Tüpfelfarn 'Polypodium vulgare' ist ausgesprochen anpassungsfähig. Gehölze, Gehölzränder, Steinbeete oder Blumenkübel, überall fühlt sich dieser anspruchslose Farn wohl. Wird ihm in großen Gärten viel Platz geboten, breitet er sich mit seinem teppichartigen Wuchs (Rhizome bildend) langsam über die ganze Fläche aus. In kleinen Gärten ist er dank seines langsamen Wuchses und der geringen Wuchshöhe eine optische Bereicherung von Halbschatten- und Schattenplätzen. 'Polypodium vulgare' ist ausgesprochen langlebig und er gehört zu den heimischen, wertvollen und schützenswerten Wildstauden. Sie verleihen den Gärten den besonderen, urzeitlichen Charme der ältesten Pflanzen unserer Erde. Denn Farne gehören genau wie der Ginkgo-Baum oder Urwelt-Mammutbaum zu den lebenden Fossilien.

Standort & Boden

Der ideale Standort für den Tüpfelfarn liegt im Halbschatten bis Schatten. 'Polypodium vulgare' benötigt für ein gesundes Wachstum gut durchlässige Böden. Der Nährstoffbedarf der Pflanze ist gering. Sie Humus für kraftvolles Wachstum.

Pflege

Der Tüpfelfarn fühlt sich auf frischen Böden wohl, die nicht austrocknen sollen. Bei langer Trockenheit ist regelmäßiges Gießen erforderlich. Im Frühjahr benötigt der Farn Kompost oder Hornspäne. In den Boden gut eingearbeitet fördert diese Düngergabe einen gesunden, kraftvollen Wuchs.

'Polypodium vulgare' liebt es, viele Jahre lang an demselben Standort zu stehen. Bietet
dieser Standort der Pflanze die optimalen Bedingungen, benötigt der Farn wenig Pflege.

Vermehrung

Der Tüpfelfarn lässt sich einfach vermehren. Das geschieht durch eine Teilung der Pflanze. Der beste Zeitpunkt für eine Teilung ist das Frühjahr oder der Herbst.

Überwintern

'Engelsüß' ist ausdauernd und mehrjährig. Der Farn ist gut frosthart. Im Herbst soll die Pflanze nicht zurückgeschnitten werden. Die Wedel sind ein guter

Winterschmuck und gleichzeitig ein Frostschutz für den Horst des Farns.

Verwendung

'Polypodium vulgare' findet seinen optimalen Standort im Halbschatten bis Schatten auf Steinbeeten, in Mauerspalten, Trockenmauern, unter Sträuchern und Bäumen und an Uferzonen. Er wird gerne als Blattschmuckstaude ausgewählt und liefert Schnittgrün für malerische Blumensträuße. Ein beeindruckendes optisches Schauspiel bietet eine Pflanznachbarschaft von Farnen und Gräsern. Hier vereinen sich graziles Aussehen und dekorative Blätter zu einem optischen Blickfang. Auch vor hohen Blumenstauden und Rosen sowie als Umrandung eines im Halbschatten liegenden Beetes ist der Tüpfelfarn die richtige Wahl.

Tipp: Schnecken mögen keine Farne. Um andere Pflanzen zu vor ihnen zu schützen, einfach einen Ring Tüpfelfarn rund um die bedrohten Pflanzen setzen.

Der Tüpfelfarn als Zimmerpflanze

'Engelsüß' (Tüpfelfarn) ist auch als Zimmerpflanze geeignet und als solche sehr beliebt. Auch im Zimmer bevorzugt der Tüpfelfarn einen halbschattigen Platz. Ost- oder Westfenster sind ideal, aber auch im Schatten gedeiht er gut. Einen vollsonnigen Fensterplatz jedoch verträgt der Tüpfelfarn auch im Zimmer nicht. Eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen von etwa 20° Celsius ist optimal. Im Winter reichen Temperaturen von etwa 16° Celsius. Trockene Luft schadet der Pflanze nicht, trotzdem ist an heißen Tagen für zusätzliche Feuchtigkeit durch Besprühen dankbar.

Pflege
Wie bei allen Farnen ist das gleichmäßige feucht halten der Erde besonders wichtig. Im Frühjahr kann die Pflanze umgetopft werden. Einheitserde in flachen Töpfen ist ausreichend. Auch eine Pflanzung in Hydrokultur verträgt der Tüpfelfarn klaglos.

Gießen
'Engelsüß' regelmäßig, auch im Winter, leicht feucht halten. Zimmerwarmes, kalkarmes Wasser ist das Richtige. An besonders warmen Tagen oder während Heizperiode tut ein gelegentliches Besprühen mit lauwarmem Wasser dem Tüpfelfarn gut.

Dünger
Es hat sich bewährt, den Farn ganzjährig zu düngen, mindestens jedoch vom Frühjahr bis zum Herbst. Die Düngergabe erfolgt alle 14 Tage. Allerdings ist die Hälfte der auf der Packung angegebenen Dosis ausreichend.

Umtopfen
Ein Umtopfen wird erst dann notwendig, wenn das Pflanzgefäß von den Wurzeln überwachsen wird. Der richtige Zeitpunkt für das Umtopfen sind die Monate März und April. Optimal ist ein Pflanzsubstrat aus Torf oder ein Gemisch aus Lauberde und scharfem Sand. Das neue Pflanzgefäß nur wenig größer wählen, als das alte. Wenn nach einigen Umpflanzaktionen der Topf eine Größe von 20 bis 25 Zentimetern erreicht hat, ist der Zeitpunkt gekommen, die Pflanze zu teilen.

Teilen & Vermehren

Am einfachsten lässt sich der Tüpfelfarn beim Umtopfen teilen und vermehren. Der Farn wird aus dem alten Pflanzgefäß herausgenommen und der Wurzelstock kann geteilt werden. Alle Teile erhalten einen in der Größe passenden Pflanztopf und werden weiter gut wachsen und gedeihen.

Tipp: Über den Rand gewachsene Wurzelteile vor dem Umtopfen abschneiden.

Krankheiten & Schädlinge

Der Tüpfelfarn ist für Krankheiten nicht sehr anfällig. Nur unregelmäßiges Gießen nimmt er übel. Welke Blattränder sind das erste untrügliche Anzeichen.

Auch für Schädlinge ist die Pflanze nicht anfällig. Allerdings treten bei zu trockener Luft mitunter Schildläuse auf. Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und ein umgehendes Absammeln der Schildläuse schafft Abhilfe.

Häufige Fragen

Kann ich den Tüpfelfarn auch an einen trockenen Standort vor einer hohen Mauer pflanzen? Der Platz liegt im Halbschatten.

Ja, vorausgesetzt er wird regelmäßig gewässert. Denn Trockenheit verträgt 'Polypodium vulgare' nicht.

Beim Kauf wurde mir gesagt, dass der einfache Tüpfelfarn für Schädlinge nicht anfällig ist. Mein Zimmerfarn hat jedoch Schildläuse bekommen. Was ist passiert und wie bekämpfe ich die Schildläuse?

Wenn der Farn von Schildläusen befallen wurde, ist die Zimmerluft an dem Standort viel zu trocken. Abhilfe schaffen das sorgfältige Absammeln der Schildläuse und eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit.