Fleischfressende Pflanzen - Arten & Haltung

venusfliegenfalleFleischfressende Pflanzen werden auch als Karnivoren oder Insektivoren bezeichnet. Sie fressen kleinere und auch größere Lebewesen, um sich selbst mit Mineralstoffen und hierbei vor allem mit Stickstoff zu versorgen. Dabei benutzen sie verschiedene Arten von Fallen, mit denen sie aktiv oder passiv ihre Beute fangen.

Manche Gattungen der fleischfressenden Pflanzen wie der Sonnentau oder die Regenbogenpflanzen benutzen Klebefallen. Sie locken Insekten durch Duftstoffe an, die klebrig sind, sodass die Beute daran kleben bleibt. Andere benutzen Klappfallen, bei denen sie zwei Blatthälften schnell schließen

und wiederum andere besitzen eine Fallgrube, die sehr schmal ist und glatte Seitenwände hat, sodass ein Insekt kaum oder gar nicht mehr hinauskommt. Auch Reusenfallen und Saugfallen kommen zum Einsatz, letztere funktionieren jedoch nur unter Wasser oder unter der Erde. Bei der Reusenfalle werden Insekten wiederum durch einen Lockstoff angezogen. Nachdem sie in die Falle gegangen sind, stellt die Pflanze ihre Sperrhaare auf, sodass die Opfer nicht mehr zurück können.

Haltung von Karnivoren

Es gibt sehr viele Arten von fleischfressenden Pflanzen, die in allen Teilen der Erde zu finden sind. Daher haben sie unterschiedliche Wünsche, doch die meisten brauchen einen hellen und sonnigen Platz am besten direkt am Fenster. Über einer Heizung sollten sie jedoch nicht stehen, weil ihnen sonst die Luft zu trocken wird. Während des Sommers
können sie in den meisten Fällen aber auch draußen stehen. Sie sind Sumpfpflanzen und brauchen daher sehr viel Wasser, deshalb sollten im Übertopf oder im Untersetzer immer ein bis zwei Zentimeter Wasser stehen. Gegossen werden sollte jedoch nur mit kalkfreiem Wasser, hierfür kann entweder Regenwasser oder destilliertes Wasser verwendet werden. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit lieben diese Pflanzen, deshalb werden sie häufig in einem Terrarium kultiviert. Mit der gewöhnlichen Blumenerde kommen Karnivoren nicht gut zurecht, deshalb sollte ein Umtopfen immer in spezielles Karnivoren Substrat erfolgen. Dünger brauchen die fleischfressenden Pflanzen nicht, denn sie versorgen sich selbst mit fehlenden Nährstoffen, indem sie Insekten fressen. Um sie einmal dabei zu beobachten, können sie mit einem kleinen Insekt gefüttert werden, notwendig ist dies allerdings nicht, denn eine solche Pflanze kommt auch ohne tierische Nahrung aus. Genau wie alle anderen Pflanzen betreiben sie die Photosynthese über ihre Blätter.

Beliebte Arten der Fleischfressenden Pflanzen

Sehr bekannt und beliebt ist die Venusfliegenfalle, die inzwischen sogar in Baumärkten verkauft wird. Sie stammt ursprünglich aus dem Süden der Vereinigten Staaten und wächst dort vor allem in Mooren. Sie besitzt eine Klappfalle, mit der sie kleinere Insekten fängt. In dieser Falle befinden sich Fühlborsten, mit der die Pflanze ihre Beutetiere wahrnimmt und die den Klappmechanismus auslösen.

Die Sarracenien haben lange Schläuche, die bis zu einem Meter hoch werden können. Sie sind sehr interessant geformt und grün, gelb und rot gemustert. Bei den meisten Arten dieser Gattung stehen die Schläuche aufrecht, bei manchen liegen sie aber auch am Boden. Die Sarracenien benutzen eine Reusenfalle, aus der die Insekten nicht mehr entkommen können, weil die Pflanzen kleine Härchen hinter ihnen aufstellen.