Kannenpflanze - Tipps zur Pflege - mit Wasser füllen?

kannenpflanze_flDie Kannenpflanze Nepenthes erhielt ihre Bezeichnung aufgrund der Erscheinungsform ihrer Blütenkelche. Wie große Kannen hängen sie an den Stielen und sich vor allem für Insekten eine große Verlockung – und Gefahr.

Die Nepenthes ist eine immergrüne, fleischfressende Pflanze, die entweder als Strauch oder als Hängepflanze mit langen Lianen auftritt.

Ursprünglich stammt die Nepenthes aus den Tropen. In den Ursprungsländern sind über 100 verschiedene Arten bekannt, auch in Deutschland ist die Kannenpflanze als Abwehr gegen Insekten sehr beliebt.

Wie

man die Nepenthes im Garten nutzen kann


Die Kannenpflanze hat ihre Blätter zu großen, kannenförmigen Fallen umgebaut. Die Insekten werden durch süßen Nektar angelockt und bleiben in den Härchen der Fallen gefangen. Allerdings findet man die Kannenpflanze nur selten frei stehend in Gärten. Grund hierfür ist die Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit, die bei tropischen Pflanzen gegeben sein muss. Auch die Nepenthes benötigt eine konstante Temperatur von mindestens 20°C und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Im Sommer kann man daher die Kannenpflanze problemlos als Kübelpflanze auf die Terrasse stellen. Viel häufiger ist diese Blume jedoch im Haus als Zimmerpflanze und biologische Insektenabwehr anzutreffen.

Der Anspruch an Temperatur und Luftfeuchtigkeit stellt auch Anforderungen an die Pflege der Nepenthes. Zwar muss sie nicht in einem Gewächshaus stehen, eine regelmäßige Temperatur und die ständige Zufuhr von feuchter Luft ist allerdings unabdingbar. Gießen und vor allem Besprühen der Kannenpflanze sind daher wichtige Aufgaben bei der Pflege der fleischfressenden Pflanze.

Die Nepenthes bildet eine sehr starke, flache Verwurzelung und benötigt ausreichend Platz im Topf oder im Kübel. Für die optimale Versorgung kann man spezielle Orchideenerde nutzten, zudem gibt es für diese Pflanzengattung spezielle Karnivorenerde. Orchideen sind ebenfalls tropische Pflanzen, daher ist die Nährstoffversorgung für die Nepenthes gewährleistet. Da die Wurzeln sehr schnell wachsen, muss man regelmäßig umtopfen.

Da nicht immer Insekten vorhanden sind, muss die Pflanze regelmäßig alle 14 Tage gedüngt werden. Auch hier empfiehlt sich Orchideendünger, der die entsprechenden Nährstoffe enthält. Obwohl die Kannenpflanze eine hohe Luftfeuchtigkeit durch Besprühen benötigt, muss man sie nicht ständig gießen. Beim Pflanzen ist es wichtig, dass der Erdballen ausreichend feucht ist. Die Nepenthes ist in der Lage, die benötigte Flüssigkeit durch das Verdauen von Insekten zu bilden und muss daher nicht gegossen werden. Allerdings sollte man, vor allem an sehr heißen Tagen, die Pflanze mehrfach besprühen, damit eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleistet bleibt.kannenpflanze3_fl

Folgendes ist beim Eintopfen von Kannenpflanzen zu beachten:
  • Wasserdurchlässiger Topf
  • Keine
    Staunässe
  • Ausreichend Platz für die Wurzeln
  • Torf für die Pflanzung verwenden
Wenn die Nepenthes nicht in einem speziellen Gewächshaus steht, bildet sie während des Winters keine neuen Kannen aus. Der ideale Standort für die Kannenpflanze ist ein helles Fenster mit viel Sonne und konstanter Wärme.

Standort

Die Kannenpflanze braucht einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Eventuell sollte man Pflanzenleuchten zur Hilfe nehmen. Steht sie zu dunkel, bildet sie keine Kannen aus.

Um den richtigen Standort für die Kannenpflanze zu finden muss man wissen ob es sich um eine Hochland- oder Tiefland-Pflanze handelt. Tieflandpflanzen mögen konstante Temperaturen zwischen 20° C und 25° C. Hochlandpflanzen brauchen tagsüber

20° C – 30´° C , nachts 16°C. Bei Hybriden darf die Temperatur bis auf 12° C sinken.

Besonders wichtig für Kannenpflanzen ist eine hohe Luftfeuchtigkeit, mindestens 75 % ! Hybriden reicht in der Regel 60 % . Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, bildet die Pflanze keine Kannen aus. Um eine solch hohe Luftfeuchtigkeit konstant zu halten kann man entweder die Pflanze in ein Terrarium oder ähnliches setzen oder sie mehrmals täglich mit Wasser besprühen.

Gießen

Zum Gießen der Kannenpflanze darf kein Leitungswasser verwendet werden! Das ist zu kalkhaltig. Gegossen wird sie mit Regenwasser oder destilliertem Wasser, dem 10 % Leitungswasser beigemischt werden können. Die Erde sollte immer feucht gehalten werden. Sie darf aber nicht zu nass werden sonst faulen die Wurzeln. Im Gegensatz zu anderen „fleischfressenden Pflanzen“ verträgt die Kannenpflanze keine Staubewässerung.

Schneiden

Man kann die Kannenpflanze problemlos zurückschneiden. Sie bildet dann unterhalb der Schnittfläche ein bis zwei neue Triebe aus und wächst so mehr in die Breite. Die abgeschnittenen Stücke können als Stecklinge zur Vermehrung genutzt werden. Dazu stellt man sie in Wasser, sorgt, z.B. mit Hilfe einer übergestülpten Plastiktüte, für hohe Luftfeuchtigkeit, wartet die Bewurzelung ab und pflanzt sie dann ein.

Da neue Kannen hauptsächlich an jungen Trieben gebildet werden, ist es ratsam alte Triebe zurück zu schneiden sobald die Kannen vollkommen eingetrocknet sind.

Die Kannen haben nur eine begrenzte Lebensdauer, zwischen vier Wochen und mehr als einem Jahr Wenn die Kanne aus Altersgründen vertrocknet, vertrocknet erst der Deckel. Dann passiert eine ganze Weile nichts weiter. In dieser Zeit entnimmt die Pflanze der Kanne noch Nährstoffe. Man sollte sie daher noch nicht abschneiden. Schließlich trocknet die gesamte Kanne ein. Abgetrocknete Kannen können entfernt werden, das grüne Blatt sollte man aber stehen lassen.

Weitere Pflege-Tips
  • Die Kannenpflanze wird am besten in ein spezielles Substrat für „fleischfressende Pflanzen“ gepflanzt.
  • Die Kannenpflanze sollte jedes oder jedes zweite Jahr im Frühling umgetopft werden.
  • Die Kannenpflanze braucht kaum Dünger. Man kann ab und zu etwas verdünnten Orchideendünger geben. Besser zu wenig als zu viel düngen.
  • Einige Arten brauchen einen Berührungsreiz an den Ranken damit sie Kannen ausbilden.
  • Mit Fleisch füttern muss man die Kannenpflanze nicht. Die in den Kannen gefangenen Tiere sind für die Pflanze nur eine zusätzliche Nährstoffquelle, ohne die sie gut auskommen kann.
Müssen Kannenpflanzen mit Wasser gefüllt werden?

Nein. Kannenpflanzen gehören nicht zu den Arten „fleischfressender Pflanzen“, die ihre Beute in der Falle ertränken. Die Flüssigkeit in den Kannen ist von der Pflanze gebildete Verdauungsflüssigkeit. Sie kann durch Wasser nicht ersetzt werden. Wenn durch den Transport der Pflanze die Flüssigkeit in der Kanne verloren gegangen ist, kann man die Kanne bis zu einem Drittel der Höhe mit Wasser auffüllen. Dies verlangsamt das Absterben der Kanne, verhindert es aber nicht.