Liste der Lilienarten und Farben & 7 Pflege-Tipps für Lilien

LilienDie Liste der Lilienarten ist sehr lang, wobei in Deutschland lediglich drei Arten heimisch sind, die Madonnenlilie (Lilium candidum), die Türkenbundlilie (Lilium martagon) und die Feuerlilie (Lilium bulbiferum). Diese Zwiebelpflanzen wachsen aufrecht und ausdauernd. Ihre Blütenstände bestehen aus großen Einzelblüten, die je nach Sorte gefüllt oder ungefüllt sein können. Die Wuchshöhen variieren zwischen 20 und 180 cm. Größte Gefahr für Lilien stellen Wühlmäuse dar, sie haben die Zwiebeln zum Fressen gern. Aber auch das Lilienhähnchen kann große Schäden anrichten.

/>
Lilienarten und ihre Farben

Türkenbundlilien - Lilium martagon
Die Türkenbundlilie ist mit Wuchshöhen zwischen 70 und 150 cm eine der stattlichsten Lilien. Ihre rispigen Blütenstände setzen sich aus bis zu 16 duftenden und nickenden Blüten zusammen, die zwischen Juni und August erscheinen. Sie sind zumeist purpurrosa selten auch weiß und weinrot gepunktet. Die Blütenhüllblätter sind stark nach außen gerollt, wodurch diese typische Turbanform entsteht. Die meist rotfleckigen Stängel sind unterhalb dicht beblättert. Eine Rarität unter den Türkenbundlilien ist die Sorte Lilium martagon var. cattaniae mit dunkelvioletten Blüten. Lilium martagon album ist eine seltene reinweiße Sorte.

Tigerlilien -  Lilium lancifolium Syn. L. tigrinum
Tigerlilien zählen zu den anpassungsfähigsten Lilienarten. Sie gedeihen an nahezu jedem Standort und werden von Jahr zu Jahr immer schöner. Sie fallen vor allem durch die auffällig gefleckten Blüten auf. Diese erscheinen von August bis September und sind meist rotorangefarben mit purpurfarbenen Flecken. Sie werden zwischen 80 und 150 cm hoch.

Zwei schöne gefüllte Sorten sind tigrinum 'flore plenum' mit orangefarbenen, schwarz gepunkteten Blüten und ´Double Sensation´ mit dunkelrosa Blüten, weißer Mitte und weißen Spitzen. Die bekannteste Sorte ist 'Splendens' mit besonders großen orangefarbenen, schwarz gepunkteten Blüten.

Tipp - Tigerlilien sind oft mit einem Virus infiziert, der für andere Zwiebelblumen tödlich sein kann. Dementsprechend sollte man sie grundsätzlich etwa 30 m entfernt pflanzen.

Madonnenlilien -  Lilium candidum
gelbe LilieMadonnenlilien gehören zu den attraktivsten Lilienarten. Ihre Blütenstände bestehen aus bis zu zwölf, teilweise bis zu 20 trichterförmigen strahlend weißen Einzelblüten mit goldgelben Staubgefäßen. Zudem verströmen sie einen angenehm würzig frischen Duft. Madonnenlilien blühen von Mai bis August/September und können zwischen 80 und 150 cm hoch werden.

Feuerlilie - Lilium bulbiferum
  • Feuerlilien werden  20 bis 90 cm selten auch bis zu 120 cm groß.
  • Die Stängel sind rot oder schwarz gefleckt.
  • An den Stängeln sitzen von Mai bis Juli 1-5 Blüten in doldigen Blütenständen.
  • Blüten verfügen über sechs aufrecht stehende Blütenhüllblätter.
  • Die Blütenfarbe ist gelb-braun bis Orangefarben mit kleinen schwarzen Tupfen.
  • Die Feuerlilie ist eine duftlose Lilienart.
Tipp - Die Feuerlilie gehört zu den wenigen Lilienarten, die auch in den Blattachseln sogenannte Brutzwiebeln bildet.

Trompetenlilien - Lilium regale
Trompetenlilien sind aus Kreuzungen zwischen Lilium Formosanum, Lilium longiflorum und  Lilium phillippinense hervorgegangen. Sie werden etwa 100-120 cm hoch. Typisch für Trompetenlilien sind die hängenden Blüten, die meist weiß sind. Durch weitere Einkreuzungen von orientalischen- und Trompetenhybriden sind viele weitere außergewöhnliche Färbungen und größere Blüten entstanden.
An einem Stängel sitzen 2-3 kelchförmige Blüten.

Asiatische Hybriden

Asiatische Hybriden sind Kreuzungen aus Lilium cernuum, Lilium concolor, Feuer-

und Tigerlilie und weiteren Arten. Sie entwickeln pro Pflanze mehr als 5 flache und sternförmige Blüten, mit eher kleineren Einzelblüten. Typisch für diese Hybriden sind die aufrecht stehenden Blüten. Hauptblüte ist im Juli. Die Blüten sind sehr kräftig und kontrastreich gemustert. Diese Lilien erreichen Wuchshöhen von 90 bis 100 cm. Eine Besonderheit sind die gefüllten Sorten, die über keine Pollenanlagen verfügen und etwas früher blühen.

Orientalische Hybriden

Orientalische Hybriden sind überwiegend Züchtungen aus Lilium rubellum, Lilium nobilissimum, Lilium japonicum, Lilium japonicum und der Prachtlilie (Lilium speciosum). Sie entwickeln kräftige Stängel an denen bis zu 5 weit geöffnete etwa 20 cm große Blüten sitzen. Charakteristisch für diese Arten sind die waagerechten sitzenden Blüten. Die Ränder der Blütenblätter sind meist gekräuselt oder gewellt. Die Blütenfarben reichen von Weiß und Gelb bis hin zu Rosa. Einige Arten bilden an den Blütenstielen und in den Blattachseln Brutzwiebeln. Orientalische Hybriden können zwischen 90 und 130 cm hoch werden.

Pflegetipps

Standortansprüche und Bodenbeschaffenheit
Lilien bevorzugen meist einen warmen und sonnigen Standort, wobei sich die Türkenbundlilie  in lichtem Schatten bzw. Halbschatten am wohlsten fühlt. Der Boden sollte locker, nährstoffreich und humos sein, wobei die Türkenbundlilie gut auf basenreichen und mäßig sauren Ton- und Lehmböden gedeiht und die Madonnenlilie kalkhaltige Böden bevorzugt. Durch das Einarbeiten von Kompost oder Kuhdungpellets kann der Boden verbessert werden. Verdichtete Böden sollten  vor der Pflanzung mit Sand durchlässiger gemacht werden.

Tipp - Besonders hohe Lilienarten benötigen zum Schutz vor stärkerem Wind entsprechende Stützen.

Zwiebeln pflanzen
  • Die Zwiebeln sollten zeitnah nach dem Kauf gepflanzt werden.
  • Diie meisten Lilienarten setzt man in einer Pflanztiefe zwischen 20 und 25 cm.
  • Bei Tigerlilien sind Pflanztiefen von 12-15 cm ratsam.
  • Madonnenlilien setzt man nur 3-4 cm tief.
  • Bei mehreren Zwiebeln sind Abstände von 15 cm einzuhalten.
  • Bei großen Zwiebeln sind 20 cm empfehlenswert
  • Sie sollten immer mit der Spitze nach oben gepflanzt werden.
Tipp - Bei gekauften Zwiebeln sollte man auf fleischige und feste Exemplare achten. Weiche oder bereits Ausgetriebene, lässt man besser liegen.   

Gießen und Düngen
KönigslilieLilien fühlen sich in frischen und leicht feuchten Böden am wohlsten. Man gießt witterungsabhängig und im Sommer gegebenenfalls etwas mehr. Staunässe sollte vermieden werden, denn die führt dazu, dass die Zwiebeln faulen. Um die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten, bietet sich eine Mulchschicht aus grobem Kompost oder gehäckselten Blättern auf dem Pflanzbereich an. Für eine optimale Nährstoffversorgung verabreicht man im Frühjahr einen handelsüblichen Flüssigdünger oder reichlich Kompost. Eine weitere Düngung ist nicht erforderlich.

Tipp - Lilien gehören zu den Zwiebelgewächsen, die viele Jahre am selben Standort bleiben können.

Schneiden und Überwintern
Lilien sollten wie andere Zwiebelblumen erst dann abgeschnitten werden, wenn die Blätter komplett verwelkt sind. So kann die Zwiebel aus diesen Pflanzenteilen wichtige Nährstoffe ziehen, die sie für den Winter und die nächste Blüte benötigt. Lilien sind gut winterhart. Trotz allem ist eine schützende Schicht aus Grasschnitt, Humus oder Rindenmulch auf dem Pflanzbereich ratsam. Die Triebspitzen einiger Lilienarten sind spätfrostgefährdet und sollten entsprechend geschützt werden. Lilien im Kübel sind frostgefährdeter. Dementsprechend schützt man den Kübel mit einem Vlies und deckt den Wurzelbereich mit Stroh oder Reisig ab. Man kann die Zwiebeln im Topf auch frostfrei überwintern.

Tipp - Möchte man beispielsweise die Feuerlilie verwildern lassen, sollten die Stängel nicht abgeschnitten werden, denn in den Blattachseln sitzen die Brutzwiebeln, über die sich die Pflanze vermehrt.

Schädlinge
Lilien sind besonders bei Wühlmäusen und Lilienhähnchen beliebt. Zum Schutz vor Wühlmäusen setzt man die Zwiebeln in einem feinmaschigen Drahtgeflecht in den Boden. Lilienhähnchen sind rote Käfer, die samt ihren Larven großen Schaden anrichten können. Am besten sammelt man sie regelmäßig ab und setzt natürliche Fressfeinde wie Florfliegenlarven und Schlupfwespen ein. Auch Kaffeesatz soll hilfreich sein, wenn man ihn in größeren Mengen um die Pflanzen herum verteilt.

Fazit

Lilien gehören mit ihrer beeindruckenden Artenvielfalt zu den schönsten Zierpflanzen überhaupt. Sie lassen sich miteinander aber auch mit anderen Pflanzen sehr gut kombinieren. Was die Pflege betrifft, muss man eigentlich nicht mehr tun, als auf richtige Pflanztiefe und Pflanzabstände zu achten und Staunässe zu vermeiden. Besonders wichtig ist der Schutz vor Wühlmäusen, denn die können komplette Bestände vernichten.