Sanddorn - Pflanzen und Pflege

Sanddorn mit Früchten: Die Beeren lassen sich zu Marmeladen, Säften und Ölen verarbeitenDer baumartige Sanddornstrauch gehört zur Familie der Ölweidengewächse und ist in Europa und Asien vor allem in den Küstenregionen und an Flussufern zu finden. Er zählt zu den Gehölzen wie z.B. auch Blauregen, Clematis, Ginster und die Kiwipflanze, für die man eine Rankhilfe zur besseren Pflege benutzen kann.

Wissenswertes zum Sanddorn in Kürze


/>Es gibt über zweihundert verschiedene Sorten von Sanddorn, der in der Natur vor allem auch als Pionierpflanze bekannt ist, da er auf kargen Böden wächst und diese durch Humusbildung für nachfolgende Pflanzen aufbereitet. Aufgrund seines weitverzweigten Wurzelwerkes ist der Strauch ebenfalls besonders gut zur Bodenbefestigung geeignet.
  • Sanddorn benötigt einen sonnigen Standort, ansonsten ist er sehr anspruchslos.
  • Er gedeiht auf feuchten, aber auch trockenen Böden und eine zusätzliche Düngung oder Rückschnitt ist nicht nötig.
  • Lediglich bei der Anpflanzung kann etwas Stickstoff zur Düngung verwendet werden.
  • Da es männliche und weibliche Pflanzen gibt, müssen jedoch mehrere Sträucher angepflanzt werden, ansonsten tragen die Pflanzen keine Früchte.
Eine einzige männliche Pflanze reicht durchaus für die Befruchtung mehrerer weiblicher Sanddornpflanzen aus. Sie befruchtet die Blüten, aus denen sich bei den weiblichen Pflanzen später die Beeren bilden. Unterscheiden lassen sich männliche und weibliche Pflanzen durch ihre Blüten. Beim weiblichen Sanddorn stehen die Blüten einzeln, bei den männlichen Pflanzen in größeren Trauben.

Der Sanddorn breitet sich unterirdisch aus und kann dadurch vor allem in einem kleinen Garten unter Umständen etwas lästig werden. Um dies von vornherein zu verhindern, kann beim Pflanzen des Strauchs eine Wurzelsperre gesetzt werden. Nach dem Pflanzen benötigt der Sanddorn zunächst noch regelmäßige Wassergaben, später ist er jedoch sehr robust und übersteht selbst längere Trockenperioden problemlos.

Nach einigen Jahren kann es vorkommen, dass der Sanddorn von unten verkahlt. Dann ist ein Rückschnitt durchaus sinnvoll, damit sich auch dort wieder neue Triebe bilden, an denen Beeren wachsen.

Pflegeanforderungen im Überblick
  • Standort: sonnig
  • Wasserbedarf: gering
  • Düngung: nicht erforderlich
  • Rückschnitt: nur bei Bedarf

Sanddorn und sein idealer Standort

Für den Standort sollte immer ein Platz mit voller Sonne gewählt haben. An Plätzen mit nur geringer Sonneneinstrahlung verliert der Sanddorn schnell an Vitalität. Die Blüte lässt nach und die Erträge sind deutlich geringer. Schattenplätze sollten daher unbedingt vermieden werden.

Vorteilshaft ist ein kalkhaltiger und magerer Boden. Schwere Tonböden sollten vor dem Anpflanzen mit Sand aufgemischt werden. Einen luftarmen Boden verträgt der Sanddorn nur widerwillig.

Tipp fürs Anpflanzen

Der Sanddorn bildet recht schnell Ausläufer, die sich nur schwer kontrollieren und eindämmen lassen. Um dieses zu verhindern, sollten Ableger immer früh mit einem scharfen Spaten einfach abgestochen werden. Alternativ kann auch eine Wurzelsperre gelegt werden. Hierzu empfehlen sich 60 Zentimeter breite Bahnen aus Kunststoff, die mindestens 2 Millimeter dick sein sollten. Diese Bahnen sollten zu einem Ring verschraubt und eingegraben werden. Der Durchmesser sollte dabei mindestens 150 cm betragen und ungefähr 2 cm aus dem Boden ragen.

Einfach vermehren

Der Sanddorn lässt sich am einfachsten durch Ausläufer vermehren. Hierzu sollten junge Triebe verwendet werden. Einfach flach mit Erde bedecken und feucht halten. Alternativ können auch Stecklinge verwendet werden.

Halbverholzte sind im Sommer, verholzte im Spätherbst direkt in sandhaltigen Boden pflanzen. In der ersten Zeit mit Sprühnebel bewässern. Unser Trick: Gurkenglas für ein paar Wochen überstülpen. Das fördert das rasche Anwachsen.

Düngen und pflegen

Sofern der Sanddorn über einen sonnigen Platz verfügt, erweist er sich als sehr Pflegeleicht. Krankheiten kennt er in der Regel kaum. Auch von Schädlingen wird er nur selten befallen. Die Pflanze ist gegen Trockenheit resistent. Auch das Düngen entfällt. Der Stickstoffbedarf wird mit Strahlenpilze über die Symbiose abgedeckt. Einzig im Jahr nach der Pflanzung empfehlen wir eine Düngung. Hierbei sollten Sie Hornmehl verwenden, da die Mykorrhiza noch nicht voll ausgebildet ist. Zusätzliche Nährstoffe können Sie dann alle zwei Jahre über den Kompost beifügen.

Tipp für einen üppigen Fruchtansatz

Möchten Sie nachher üppige Erträge erhalten, sollen Sie bereits beim Anpflanzen sowohl weibliche als auch männliche Pflanzen nutzen. Bei der Bestäubung benötigt die weibliche Pflanze auch mindestens eine männliche. Als Faustregel gilt daher: Für fünf weibliche Pflanzen ist mindestens eine männliche zu pflanzen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind, daher sollte der männliche Sanddorn unbedingt in der Hauptwindrichtung angepflanzt werden. Er erzeugt in der Regel nur alle zwei Jahre einen satten Ertrag. Schneiden Sie deshalb die weiblichen Pflanzen jeden Winter abwechselnd zurück, so können Sie jedes Jahr ernten.

Das spätere Abpflücken der Früchte gestaltet sich jedoch alles andere als leicht. Die starken Dornen erschweren das Pflücken und sorgen oft für Verletzungen. Um dieses zu vermeiden, sollten Sie beim Sanddorn grundsätzlich auf langstielige Sorten setzen. Als Beispiel sei Dorana genannt. Das Pflücken ist zwar auch hier mit Tücken versehen, gestaltet sich jedoch wesentlich einfacher. Die Reife erlangt das Wildobst zumeist im Spätsommer (August bis September). Wer die Beeren möglichst spät erntet, kann diese sogar oft einfach vom Strauch schütteln (oder mit Knüppel aus Holz drauf schlagen). Allerdings können die Früchte bei bestimmten Sorten (z.B. Hergo, Frugana) bei zu später Ernte schnell einen ranzigen Geschmack erhalten.

Sanddorn - Öl, Marmelade, Saft ... in der Medizin

Lange Zeit wurde der Sanddorn als Lieferant von Vitamin C vernachlässigt, tatsächlich sind die orange-gelben Früchte aber wahre Vitaminbomben, die mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte oder Johannisbeeren enthalten. Daneben stecken in den Früchten B-Vitamine, Vitamin E, Beta-Carotin, Öl sowie Mineralien und Spurenelemente, wie Kalzium, Magnesium und Eisen. Erntezeit ist Mitte Juli bis Anfang August, dabei müssen die Früchte per Hand ausgepresst werden, da sie sehr fest am Holz haften. Wegen ihres herben, säuerlichen Geschmacks wird Sanddorn nicht roh verzehrt, sondern zu Säften, Mus, Marmelade und Gelee verarbeitet.

Für kosmetische, aber auch medizinische Zwecke kommt das Öl des Sanddorn zum Einsatz. Dieses hilft der Haut zu regenerieren und reduziert die Hautalterung. Außerdem schützt es vor starker Sonneneinwirkung, hilft bei der Wundheilung der Haut und lindert die Haut nach einem Sonnenbrand oder Verbrennungen. Innerlich angewendet hilft Sanddornöl auch bei Magen-Darm-Beschwerden und Rachenentzündungen.