Bischofsmütze, Astrophytum myriostigma - Pflege des Kaktus

Der Astrophytum myriostigma gehört zu den beliebten Kakteen, denn er ist recht anspruchslos und er trägt keine Stacheln. Auch seine Blühfreudigkeit trägt zu seiner Beliebtheit bei. Zwar hält die Einzelblüte meist nur einige Tage, dafür erfreut der Astrophytum myriostigma den Kakteenliebhaber jedoch ununterbrochen von Mai bis in den Oktober hinein mit seinen Blüten. Übrigens: Seinen deutschen Namen 'Bischofsmütze' erhielt dieser Kaktus, weil in jungem Wuchsstadium seine Form und die Gliederung der einzelnen Rippen eine große Ähnlichkeit mit einer Bischofsmütze haben.

Allgemeines

Der Kaktus Bischofsmütze Astrophytum myriostigma erscheint in seiner Jugendform rund und

kugelig. Nach etwa zwei Jahren jedoch verändert er sein Äußeres. Er wächst zylindrisch in die Höhe und kann dann bis zu 25 cm hoch und bis zu 12 cm breit werden. Dieser dornenlose Kaktus hat eine grüne Grundfarbe. Statt Stacheln ist er über und über mit sehr kleinen, silbrig schimmernden Wollflöckchen bewachsen, die ihm einen weißgrau-silbrigen Schimmer verleihen. Unverkennbar machen den Astrophytum myriostigma seine scharfkantigen Rippen. Normal sind 5 Rippen. Es kommt jedoch manchmal vor, dass er 4 bis 8 Rippen ausbildet. Seine Blüten erscheinen in der Hauptwachstumszeit in einem leuchtenden Gelb, mit einer rötlichen Färbung in der Mitte der Blüte.

Herkunft und Arten

Die Heimat des Kaktus Bischofsmütze, Astrophytum myriostigma, sind die trockenen und heißen Zonen Mexikos. Es gibt von der Gattung Astrophytum fünf Arten, asterias, capricorne, caputmedusae, myriostigma und ornatum.

Pflege

Der Kaktus Bischofsmütze stellt keine großen Ansprüche an das pflegerische Können des Kakteenliebhabers. Seine Hauptwachstumszeit reicht vom Frühjahr bis zum Herbst. In dieser Zeit verträgt er ganz normale Zimmertemperaturen an einem vollsonnigen Platz. Vom Spätherbst bis zum Ende des Winters braucht er eine Ruhezeit bei Temperaturen von 7 - 10° C. Er wird die genossene Ruhezeit in der Hauptwachstumszeit mit vielen großen gelb-roten und trichterförmigen Blüten danken.

Standort

Diese Kakteen-Gattung benötigt für ein gesundes Wachstum vor allem direktes Sonnenlicht. Ein Platz in der vollen Sonne eines Südfensters ist sehr gut geeignet. Und im Sommer fühlt sich der Kaktus sehr wohl im Freiland, an einem vor Regen geschützten Sonnenplatz ohne jeden Schatten.

Gießen

Wie alle Kakteen soll auch die Bischofsmütze in der Wachstumszeit regelmäßig gegossen werden. Immer jedoch sollte der Wurzelballen zwischen den Wassergaben Zeit haben, um abtrocken können. Während der Ruhezeit wird nur so viel gegossen, wie unbedingt notwendig ist um den Wurzelballen nicht vollständig austrocknen zu lassen. Regenwasser oder entkalktes Wasser sind besonders gut verträglich. Um Wurzelfäulnis durch Staunässe zu vermeiden sollte überschüssiges Wasser ausgeschüttet werden. Tipp: Die Bischofsmütze gedeiht besonders gut, wenn sie alle 14 Tage von oben besprüht wird.

Substrat

Am besten gedeiht der  Astrophytum myriostigma in einem Gemisch, das man selbst herstellen kann. Ein Teil scharfer Sand (oder Perlite) und zwei Teile Erde auf Kompostbasis (oder auch Torfbasis) miteinander vermischt sind die beste Grundlage für das gute Gedeihen der Bischofsmütze. Selbstverständlich kann auch Substrat für Kakteenpflanzen im Handel erworben werden.

Vermehrung

Eine Vermehrung dieser Kakteenart ist nur im Frühjahr und nur aus Samen möglich. Es gibt Astrophytum Samen im Handel. In aller Regel gelingt die Aufzucht gut, wenn Anzuchterde mit etwa 25 Prozent feinem Sand oder Quarzsand vermischt wird. Die Erde sollte auf keinen Fall zu grob sein. Die
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Sand-Erde-Mischung wird mit einem Zerstäuber angefeuchtet. Dann die Samen auflegen. Kakteen sind Lichtkeimer, deshalb dürfen die Samen nicht mit Erde bedeckt werden. Wichtig ist jetzt Wärme von 16° bis 25° C. Damit eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleistet ist, sollte die Saatschale mit einer Glasscheibe oder einer klaren Folie abgedeckt werden. Tipp: Alle zwei bis drei Tage die Schale etwa 2 Stunden lüften, damit keine Fäulnis entsteht.

Düngen

Während der Hauptwachstumsphase ist eine Düngung mit einem Flüssigdünger alle vier Wochen ausreichend. Wird ein Substrat auf Torfbasis verwendet, sollte alle 14 Tage leicht gedüngt werden.

Umtopfen

Dieser Kaktus benötigt nicht in jedem Jahr einen größeren Topf. Eine Wurzelkontrolle im zeitigen Frühjahr ist jedoch ratsam. Ist die Erde bereits kräftig durchwurzelt, sollte der Kaktus in einen nächstgrößeren Topf umgesetzt werden. Ist der Ballen noch nicht sehr durchwurzelt, kann einfach so viel wie möglich von der alten Erde abgeschüttelt werden. Dann wird die Pflanze mit frischem Substrat versehen wieder in den alten Topf gesetzt. Nur die Astrophyten asteeria und caputmedusae haben eine sogenannte Rübenwurzel. Alle anderen Arten, wie die Bischofsmütze sind Flachwurzler und benötigen demzufolge flachere Pflanzschalen.

Verwandte Art

Die Bischofsmütze Astrophytum myriostigma nudum trägt 5 Rippen und ist glatt und grün. Die kleinen silbrig-grauen Wollflöckchen der Gattung Astrophytum myriostigma sind hier nicht vorhanden. Ihre Blüten sind etwa 5 cm groß und leuchtend gelb mit roter Mitte.

Schädlinge
  • Für alle Kakteen sind vor allem die Dickmaulrüssler gefährlich. Sie sind mittlerweile gegen beinahe alle chemischen Mittel resistent. Ihre Larven schädigen die Wurzeln der Kakteen, was unweigerlich zum Tod des Kaktus führen wird. Deshalb bei jedem Umtopfen die Erde auf Larven untersuchen.
  • Spinnmilben treten bei zu trockner Raumluft auf. Das gilt besonders bei Kakteen in einem Gewächshaus. Hier kann es hilfreich sein, wenn die Raumtemperatur auf etwa 21° C geregelt wird. Die Luftfeuchtigkeit sollte ganz deutlich erhöht werden.
  • Da die meisten Schädlinge beim Kauf von Pflanzen eingeschleppt werden, sollte jeder Kaktus nach dem Kauf sofort umgetopft und auf einen evtl. Befall von Schädlingen untersucht werden.
Häufig gestellte Fragen
  • Woran liegt es, dass mein einst so schöner Kaktus ganz weich wird? - Dieser Kaktus wurde zu häufig gegossen und fault jetzt. Wenn bereits der ganze Kaktus weich wurde, ist keine Rettung mehr möglich. Wenn die Fäulnis noch im Anfangsstadium ist, sofort das Gießen einstellen. Nach einigen Wochen wieder beginnen, aber nur ganz wenig wässern.
  • Mein Kaktus hat so merkwürdige Auswüchse. Sie haben Ähnlichkeit mit einem kleinen Blumenkohl. Was kann das sein? - Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um eine der selten auftretenden Viruserkrankungen. Die befallenen Stellen rigoros abschneiden oder auskratzen.
Wissenswertes zur Bischofsmütze in Kürze

Steckbrief
  • Höhe: 2,5 - 30 cm
  • Breite: 7,5 - 15 cm
  • Temperatur: 16 - 21 °C
  • vollsonniger Standort
  • Kaktus
  • Herkunft: Mexiko
Arten
  • Astrphytum asterias: wächst langsam zu einerabgeflachten Kugel von 2,5-5 cm Höhe und 7,5 cm Breite. Die acht flachen Rippen tragen am Rand weiße Schuppen.
  • Astrophytum capricorne: bis zu 25 cm hoch und 13 cm breit. Die acht flachen Rippen tragen am Rand weiße Schuppen besetzt. Die acht Rippen tragen gebogene schwarze, braune oder rötliche  Stacheln.
  • Astrophytum myriostigma: erweicht eine Höhe von bis zu 20 cm und 15 cm Breite, bildet fünf bis sechs gerippte Segmente und ist oft mit weißen Schuppen bedeckt.
  • Astrophytum ornatum: eine bis zu 30 cm hohe und 15 cm breite Art, ist grau mit dunkler Zeichnung und bandförmig angeordneten weißen Schuppen. Aus den Rippen wachsen kräftige Stacheln, die anfangs gelb sind und sich später schwarz färben. Die erste Blüte erfolgt bei dieser Art etwa nach 10 Jahren.
Pflege
Astrophytum fühlt sich bei einer Zimmertemperatur von 16-21 °C und in voller Sonne am wohlsten. Im Winter wird überhaupt nicht gegossen (siehe auch Überwinterung von Kakteen), ansonsten immer sparsam, sobald die Erde abtrocknet. Wenn sich die Wurzeln im Pflanzgefäß drängen, wird umgetopft.