Ceropegia woodii - Pflege und Vermehren der Leuchterpflanze

CeropegiaDie Leuchterpflanze oder Ceropegia woodii, ist durch ihre fadendünnen Triebe und dekorativen Blätter ein ungewöhnlicher Blickfang. Trotz der exotischen Optik der afrikanischen Sukkulente ist es mit den folgenden Tipps ganz einfach, das Gewächs erfolgreich zu pflegen und zu vermehren. Auch ganz ohne grünen Daumen.

Nach ihren außergewöhnlichen Blüten benannt, ist die Leuchterpflanze ein dekoratives Highlight mit erstaunlicher Wuchskraft. Anspruchslos und pflegeleicht verzeiht sie so manchen Fehler in der Kultur. Daher eignet sie sich ideal für Anfänger und alle,

die mit Zimmerpflanzen ansonsten wenig Glück zu haben scheinen. Dennoch hat die Ceropegia woodii selbstverständlich einige spezielle Anforderungen an Pflege und Standort, vor allem dann, wenn sie selbst vermehrt werden und lange Zeit Blüten tragen soll.  

Standort

Beim Standort ist die Leuchterpflanze alles andere als wählerisch. Volle Sonne oder lichter Schatten, direkt auf der Fensterbank oder in einer Zimmerecke - die Ceropegia woodii gedeiht vielerorts. Auch auf Luftfeuchtigkeit und Temperatur muss nicht geachtet werden, denn das beheizte Wohnzimmer bekommt ihr ganzjährig ebenso gut, wie ein kühlerer Platz im Flur.

Am wohlsten fühlt sich die Leuchterpflanze allerdings in der Sonne und bei Temperaturen zwischen 20 und 25 °C. Dann zeigt sie auch zahlreiche Blüten. Im Schatten lässt die Blühkraft hingegen nach.

Tipp: Da die Leuchterpflanze bis zu zwei Meter lange Triebe ausbilden kann, sollte sie erhöht stehen oder als Ampelpflanze gezogen werden. Anderenfalls ist bei der Wahl des Standortes darauf zu achten, dass die Stängel nicht zur Stolperfalle werden.
 
Substrat

Als Sukkulente ist die Leuchterpflanze in der Lage, Wasserreserven in einigen dickfleischigen Blättern und Knollen im Bereich der Wurzeln zu speichern. Diese Besonderheit sichert das Überleben der Ceropegia woodii in Trockenzeiten, erhöht bei zu feuchtem oder zur Verdichtung neigendem Substrat aber auch die Gefahr für Fäulnis. Bei der Wahl von Erde und Pflanzgefäß kommt es daher auf einen guten Wasserabfluss an. So sollte das Substrat locker und mäßig nährstoffreich sein. Empfehlenswert ist eine Mischung aus Blumenerde und Sand. Für verbesserte Drainage kann am Topfboden zusätzlich eine
Schicht aus grobem Kies oder Tonscherben eingebracht werden.

Neben dem Substrat ist, wie bereits erwähnt, auch das Gefäß an sich ist entscheidend. Flachere Schalen sind tiefen Töpfen vorzuziehen. Zudem sollte es über ausreichend Abflusslöcher verfügen und im Falle von Pflanzenampeln sollten Modelle mit Untersetzern gewählt werden, die gut einsehbar und bei Bedarf problemlos zu entleeren sind.   

Gießen

Von Frühjahr bis in den Spätsommer befindet sich die Leuchterpflanze in der Wachstumsphase. Während dieser Zeit darf sie ein- bis zweimal wöchentlich gegossen werden. Bei den Mengen ist weniger mehr, tropfnass sollte das Substrat im Anschluss keinesfalls sein. Es ist daher auch darauf zu achten, dass kein überschüssiges Gießwasser im Topf oder Untersetzer stehen bleibt.

Selbstverständlich sollten Gießmenge und -häufigkeit entsprechend der Temperatur und Luftfeuchte angepasst werden. Im eher trockenen Wohnzimmer und in der prallen Sonne muss die Ceropegia woodii natürlich mehr gewässert werden, als im hellschattigen Bad mit hoher Luftfeuchte.

Tipp: Ideal ist weiches oder abgestandenes Leitungswasser, das Zimmertemperatur aufweist.

Düngen

DüngenDie klassische Leuchterpflanze wächst von April bis September recht schnell. Da sie hierbei

Trieblängen von bis zu zwei Metern erreicht, benötigt sie eine regelmäßige und zusätzliche Nährstoffversorgung. Idealer Weise erfolgt diese durch die Gabe von Flüssigdünger, der dem Gießwasser stark verdünnt beigegeben wird. Geeignet sind Produkte für Kakteen und andere Sukkulenten sowie Grünpflanzen. In der Regel reicht eine Dosis von einem Viertel der Herstellerangabe aus, die aller zwei bis vier Wochen verabreicht wird.

Überwinterung
 
Im Herbst und Winter begibt sich
die afrikanische Ceropegia woodii in eine Ruhephase. Dennoch muss sie den Standort nicht wechseln und die Pflege wird noch einfacher, als sie bisher ohnehin schon war. Das Gießen wird auf eine Gabe aller ein bis zwei Wochen verringert. Das Substrat darf zwischen den Wassergaben also gut abtrocknen. Die Düngung der Leuchterpflanze wird während der Überwinterung vollkommen eingestellt.

Ab März sollte das Substrat wieder feuchter gehalten werden. Ist der erste neue Austrieb sichtbar, kann auch die Düngung wieder aufgenommen werden.   

Vermehrung

Die Vermehrung der Ceropegia woodii ist auf zwei Wegen möglich. Zum einen durch Kopfstecklinge, die das ganze Jahr über gewonnen werden können. Zum anderen durch sogenannte Brutknollen.
Die Vermehrung über Stecklinge gestaltet sich recht einfach und zeigt schnell Erfolg. Dabei wird wie folgt vorgegangen:
  1. Enden der Triebe mit einer Länge von zehn bis zwanzig Zentimetern - idealer Weise im Frühjahr - von der Mutterpflanze abtrennen.
  2. Die Stecklinge für etwa zwei Tage ruhen lassen, damit die Schnittflächen abtrocknen können. Diese Maßnahme verringert das Risiko von Fäulnis.
  3. Als Substrat wird wiederum die Mischung aus Blumenerde und Sand eingesetzt. In ein flaches Pflanzgefäß gefüllt, wird dieses gut durchfeuchtet.
  4. Die Stecklinge werden etwa anderthalb bis zwei Zentimeter tief in die Erde gesteckt, wobei jeweils ein Abstand von drei bis fünf Zentimetern zwischen den einzelnen Trieben eingehalten werden sollte.
  5. Das so vorbereitete Gefäß wird an einen Standort verbracht, an dem auch die Mutterpflanze gut gedeiht.
  6. In den ersten Wochen sollte nur gegossen, nicht aber gedüngt werden. Erst wenn die Stecklinge nicht mehr durch leichten Zug aus der Erde entfernt werden können oder bereits neue Triebe zeigen, darf die zusätzliche Nährstoffversorgung beginnen.
Alternativ zum separaten Pflanzgefäß können die Stecklinge der Ceropegia woodii auch direkt in den Topf der Mutterpflanze gesetzt werden, bis sie Wurzeln ausgebildet haben.

Bei der Vermehrung der Leuchterpflanze über Brutknollen müssen diese zunächst gewonnen werden. Sie finden sich an den Blattknoten des Gewächses und haben eine rundliche Form, erinnern also an kleine Kugeln. Diese können mit den Fingern vorsichtig abgelöst werden. Danach werden sie wie folgt zur Keimung gebracht.
  1. Als Anzuchtsubstrat werden etwas Blumenerde und Sand miteinander gemischt. Das Verhältnis sollte dabei zugunsten des Sandes bei etwa 2:1 liegen. Als oberer Abschluss wird eine fingerdicke Schicht Sand oder Perlit aufgetragen.
  2. Das Substrat wird leicht im Pflanzgefäß festgedrückt und durchdringend gegossen oder vorsichtig unter Wasser getaucht, bis es sich vollständig vollgesogen hat.  
  3. Die Brutknollen werden auf das Substrat gelegt und leicht eingedrückt. Da es sich um Lichtkeimer handelt, dürfen sie nicht abgedeckt werden.
  4. In den ersten zwei Monaten sollte das Substrat stets leicht feucht gehalten werden und nur wenig zwischen den Wassergaben abtrocknen. Gedüngt wird in dieser Phase noch nicht.
Sowohl für die Vermehrung der Leuchterpflanze über Stecklinge als auch über Brutknollen sollten circa zwei Monate eingeplant werden. Eine Abdeckung zum Feuchthalten des Substrats ist nicht nötig und auch nicht empfehlenswert, da hierdurch das Risiko für Fäulnis erhöht wird. Zudem sollte beachtet werden, dass für die Wurzelbildung etwas niedrigere Temperaturen als für die gewöhnliche Kultur der Ceropegia woodii empfehlenswert sind. 16 bis 20 °C sollten es sein, damit Stecklinge und Knollen schnell Wurzeln schlagen. Der Hochsommer ist daher denkbar ungeeignet, es sei denn, die Vermehrung kann in einem kühleren Keller mit Fenstern erfolgen. Günstiger sind jedoch Frühjahr oder Herbst.
   
Verschneiden

Die Leuchterblume bildet sehr lange Triebe aus, was durchaus störend werden kann oder optisch chaotisch, statt dekorativ wirkt. Wer Korrekturen vornehmen möchte, sollte im zeitigen Frühjahr zur Schere greifen. Also bevor es zum neuen Austrieb kommt. Dabei kann problemlos radikal vorgegangen und viel Länge entfernt werden. Bei gesunden Leuchterpflanzen treibt diese Maßnahme das neue Wachstum sogar noch zusätzlich an und aktiviert bisher ruhende Knollen dazu, ebenfalls auszutreiben.

Umtopfen

UmtopfenDem Umtopfen der Leuchterpflanze kommt eine besondere Bedeutung zu, da es für das Gewächs großen Stress bedeutet. Daher sollte wirklich nur dann ein Umsetzen in einen größeren Topf erfolgen, wenn sich bereits Wurzeln am Boden des Gefäßes zeigen oder seit drei Jahren kein Substratwechsel stattfand.

Vorgenommen wird das Umtopfen im Frühjahr, direkt nach der Winterruhe. Die alte Erde wird vorsichtig von den Wurzeln entfernt, so dass es hierbei nicht zu Verletzungen an der Ceropegia woodii kommt. Nach dem Einfüllen des neuen Substrats und dem Einsetzen der Leuchterblume wird noch eine etwa ein Zentimeter dicke Sandschicht zuoberst aufgetragen, damit ein zusätzlicher Schutz gegen Fäulnis besteht.

Im Anschluss sollte Ceropegia woodii für mindestens zwei Wochen nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden, sondern mäßig hell stehen und leicht feucht gehalten werden.  
   
Fazit

Ceropegia woodii - auch als klassische Leuchterpflanze bekannt - ist ein pflegeleichtes Gewächs mit geringen Ansprüchen. Dabei aber doch so dekorativ und durch die langen Triebe vielseitig einsetzbar, dass es bereits ohne die Blicke fangenden Blüten ein Highlight ist.