Teufelsrückgrat, Pedilanthus tithymaloides - Pflege

Die Pedilanthus tithymaloides, Teufelsrückgrat, wirkt mit ihrem Zickzack-Wuchs, ihren buntlaubigen Blättern und ihrer Blüte, die an einen Schuh erinner, recht exotisch. Das ganz Besondere ist ihr Wuchs. Ihre Triebe machen nach jedem Blattansatz einen Knick. Das trug ihr nicht nur den Namen Teufelsrückgrat ein, es macht sie auch zu einer ausgesprochen abwechslungsreichen Zimmerpflanze und zu etwas Besonderem für Wintergärten.

Weil sie als Zimmerpflanze immer noch recht unbekannt ist, ist sie für Pflanzenliebhaber und Sammler etwas ganz Besonderes.

Allgemeines

Die Heimat der Wildform der Pedilanthus tithymaloides sind die tropischen und subtropischen Gebiete Mittel-

und Süd-Amerikas. Sie gehört zu der Gattung der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Charakteristisch für diese ungewöhnliche Pflanze ist der Zickzack-Wuchs ihrer Stängel. Im Handel wird sie deshalb häufig unter der fantasievollen Bezeichnung 'Green Lightning Bamboo angeboten. Das ist jedoch nicht korrekt, denn es gibt keinerlei verwandtschaftlichen Verbindungen zu diesen Arten.

In das Auge fällt die Pedilanthus tithymaloides auch durch ihre unregelmäßig geformten Blätter. Sie könne 7 bis 9 Zentimeter lang werden. Die Blattfärbung ist wunderschön. Die Blattmitte ist dunkler gefärbt, zum Rand hin wird das Blatt hellgrün. Junge Blätter sind an einem rosa gefärbten Bereich zu erkennen. Die Blüten sind von intensiv roter Farbe und erinnern in ihrem Wuchs an Pantoffeln. Alles in allem ist sie eine ausdrucksstarke Pflanze mit exotischer Faszination.

Es gibt einige Unterarten dieser Pflanzengattung. Bekannt ist die Pedilanthus variegatus. Sie trägt bunte Blätter. Steht diese Art zu kalt, bekommen die Blätter einen ganz leicht rosa gefärbten Ton. Sie wirkt dann wie die Jungpflanze der Pedilanthus tithymaloides. Auch die variegatus trägt intensiv rote Blüte, die an Pantoffeln erinnern.

Steckbrief
  • Familie: Euphorbiaceae, Wolfsmilchgewächse
  • Herkunft: Tropische und subtropische Regionen in Mittel- und Südamerika
  • Verwendung: Exotisch wirkende Zimmer- oder in Wintergartenpflanze
Standort

Im Sommer liebt Teufelsrückgrat einen sonnig-hellen Standort. Vom Herbst bis in Frühling hinein verträgt sie sogar die Mittagssonne. Die heißen Wochen des Sommers möchte sie jedoch mit Abstand zum heißen Sonnenplatz verbringen, weil sich dort die Wärme zu sehr anstaut. Halbschattig und eher kühl. Direkte Sonne und Hitze in Außenbereichen führen zu Verbrennungen an den Blättern. Ganzjähriger Standort im Haus ist empfehlenswert. Die Erde auch jetzt nur leicht feucht halten. Dauernässe führt unweigerlich zu Fäulnis an Wurzeln und Stängeln.

Im Winter sollten Sie das Teufelsrückgrat hell stellen, bei Temperaturen von etwa 20 °C. Da die Blätter dieser Pflanze nur eine kurze Lebenszeit haben, wirkt sie phasenweise laublos. Die Pflanze ist dennoch gesund. Eine kurzzeitige Minimierung der Temperatur um 3° C hilft bei neuem Austrieb.  Auch jetzt nur eine leichte Bodenfeuchtigkeit herstellen. Wenn die Pflanze Laub abwirft, ist das keine Zeichen von Wassermagel. Deshalb auf keinen Fall zu nass halten.

Gibt es im Garten oder auf dem Balkon einen vor Regen und Sonne geschützten Platz, kann die Pedilanthus tithymaloides den Sommer durchaus draußen verbringen. Betragen die Temperaturen nur noch 10° C, muss die Pflanze wieder in das Haus oder den Wintergarten.

Schnitt

Ein Rückschnitt kann jederzeit vorgenommen werden, ist aber nicht regelmäßig notwendig. Lange Triebe können ganz einfach mit Stäben gestützt und gesichert werden.

Substrat/Boden

Handelsübliche Blumen- oder Kakteenerde ist als Substrat gut geeignet. Um es durchlässiger zu
machen, kann Sand oder

Granulat untergemischt werden. Gute handelsübliche Erde enthält üblicherweise bereits grobkörnige Anteile, wie Blähton, Kies oder Lavagrus. Das macht sie locker und luftig. Der humose Anteil kann Wasser und Nährstoffe gut speichern. Tipp: Ein hoher Torfanteil ist kein Qualitätsmerkmal, tatsächlich mindert er sogar die Qualität der Pflanzerde.

Vermehrung

Die Vermehrung des Teufelsrückgrats ist nicht aufwendig. Sie erfolgt durch Triebstecklinge. Sie können im Wasser bewurzelt werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Sommer. Zu Vermehrung benötigt man 5 bis 15 cm lange Stamm- oder Kopfstecklinge. Milchfluss an der Schnittstelle wird durch Eintauchen in das Wasser gestoppt. Achtung: Der milchige Pflanzensaft kann Hautreizungen erzeugen. Bei Temperaturen von 20° bis 25° C zeigen sich nach etwa 4 Wochen die ersten Wurzeln.

Gießen

Vom Frühjahr bis in den Herbst wird das Teufelsrückgrat so lange gewässert, bis sich die Erde vollgesogen hat. In den Untersetzer oder Übertopf gelaufenes Wasser muss ausgegossen werden. Das nächste Wässern erfolgt, wenn die Erde angetrocknet ist. Sie soll nicht austrocknen!

Dünger

Euphorbia tithymaloides hat keinen hohen Nährstoffbedarf. Im ersten Jahr nach dem Kauf bzw. nach einem Umtopfen muss die Pflanze gar nicht gedüngt werden. Danach wird der Nährstoffbedarf von März bis Oktober durch ein bis zwei Gaben flüssigen Volldüngers im Monat gedeckt. Wer nicht auf den Nährstoff-Zyklus achten möchte, kann auf Langzeitdünger, wie Dünger-Stäbchen, zurückgreifen.

Umpflanzen

Die tithymaloides wird nach Bedarf umgetopft. Der optimale Zeitpunkt ist das Frühjahr. Der Durchwurzelungsgrad der Pflanze zeigt an, ob ein Umtopfen notwendig ist. Deshalb soll jedes Jahr kontrolliert werden, wie durchwurzelt der Pflanzballen ist. Jetzt ist auch eine Teilung der Pflanze problemlos möglich. Auch für den neuen, größeren Pflanzkübel sollte nur hochwertige Pflanzenerde verwendet werden.

Wuchshöhe

Teufelsrückgrat, Pedilanthus tithymaloides, kann bei aufmerksamer Pflege eine Höhe von 0,5 bis 1,5 Metern erreichen. Lange Triebe müssen nicht zwangsläufig abgeschnitten werden. Eine adäquate Stütze schützt sie vor dem Abbrechen und lässt die Pflanze noch exotischer wirken.

Blütezeit

Die Blütezeit der Pedilanthus tithymaloides ist das Frühjahr.

Schädlinge und Krankheiten

Es sind weder Schädlinge noch Krankheiten bekannt, die dem Teufelsrückgrat schaden können. Tritt Wurzelfäule oder Sonnenbrand auf, ist das ein Zeichen von schlechter Pflege oder einen falsch gewählten Standort. Die Kurzlebigkeit der Blätter ist kein Anzeichen für eine Krankheit, sondern eine pflanzenspezifische Eigenart.

Häufige Fragen
  • Kann ich die tithymaloides in Form schneiden? - Ein Rückschnitt ist jederzeit möglich, aber durchaus nicht regelmäßig notwendig. Lange Triebe mit Stützstäben sichern und, wenn gewünscht, in Form bringen.
  • Wieso quillt aus der Schnittstelle eine milchartige Flüssigkeit heraus? - Beim Abnehmen eines Stecklings quillt bei allen Pflanzen aus der Familie der Wolfsmilchgewächse weißer Milchsaft. Um ihn zu stoppen, einfach die Schnittfläche in Wasser tauchen. Milchsaft nicht berühren, er kann zu Ätzungen auf der Haut führen.
Wissenswertes zum Teufelsrückgrat in Kürze
  • Pedilanthus tithymaloides benötigt einen halbschattigen Standort.
  • Zu kühle Temperaturen, zu viel Hitze und direkte Sonneneinstrahlung können die Pflanze schädigen.
  • Am besten belässt man sie ganzjährig im Haus. Im Winter kann sie bei etwa 20 °C gut auskommen.
  • Die Blätter haben eine kurze Lebenszeit. Sie fallen einfach ab. Dann ist die Pflanze laublos, wodurch man ihre gezackten Stängel gut sieht.
  • Als Pflanzsubstrat eignet sich gute Kübelpflanzenerde. Sie sollte grobkörnige Anteile haben. Lavagrus, Blähton und Kies sind gut geeignet.
  • Im Sommer wird die Pflanze nur leicht feucht gehalten. Zu viel Feuchtigkeit führt zu Fäulnis und Pilzbefall.
  • Zwischen März und Oktober muss man nur zweimal düngen, das reicht aus.
  • Beim Teufelsrückgrat ist ein Rückschnitt jederzeit möglich. Lange Triebe müssen mit Stützstäben gesichert werden.
  • Die Pflanze kann leicht durch Teilung vermehrt werden. Auch Stamm- und Kopfstecklinge sind geeignet.