Afrikanische Kletterlilie, Gloriosa rothschildiana - Pflege

Afrikanische Kletterlilien wachsen am Rankgerüst bis zu 2 Meter hochMit der Afrikanischen Kletterlilie Gloriosa rothschildiana zieht eine ungewöhnliche Schönheit in den Garten ein. Ihre Herkunft ist Afrika. Grazil und attraktiv klettert diese Lilie gut 2 Meter an einem Rankgerüst hinauf. An den langen Stielen entspringen aus den Blattachseln die wunderschönen exotischen Lilienblüten und setzen traumhafte Akzente.

Wer das Besondere sucht für Terrasse oder Garten, wird mit der Afrikanischen Kletterlilie seinen Traum erfüllen können. Sie ist die einzige kletternde Lilie und schon deshalb

etwas ganz Besonderes für jeden Liebhaber des Ungewöhnlichen. Ihre Ausdrucksstärke liegt in der Farbkraft ihrer Blüten und ihrer vollkommenen Schönheit.

Allgemeines
  • Ihre Trivialnamen sind: Prachtlilie, Flammenlilie oder Tigerklaue
  • Sie gehört zu der Pflanzenfamilie der Colchicaceae, der Zeitlosengewächse
  • Die Bezeichnung dieser Art ist 'Ruhmeskrone'
  • Der wissenschaftliche Name ist Gloriosa rothschildiana
  • Heimat sind die Tropen und die Subtropen
  • Eine Kletterpflanze, deren Ranken bis zu 2 Meter lang werden
  • Rhizomartiger Wurzelstock
  • Nicht winterhart
  • Die Blütezeit beginnt im Gewächshaus im bereits Februar, im Freiland im Juni
  • Die Blüten sind häufig purpurrot mit gelben, gewellten Rändern
  • Sie zählt zu den stark giftigen Zierpflanzen
Bei allen tropischen Gewächsen spielt der Wasserhaushalt eine zentrale Rolle. Die Pflege erfordert daher ein wenig Aufmerksamkeit.

Standort

Alle bekannten Arten der Afrikanischen Kletterlilie benötigen viel Licht und Sonne. Ein heller, sonniger und windgeschützter Platz im Freien ist im Sommer genau richtig.
  • windgeschützter, heller Standort
  • Keine pralle Sonne, wegen Sonnenbrandgefahr
  • Temperaturen zwischen 18° C und 22° C sind ideal
  • im Sommer liegt das Temperaturminimum bei 17° C
Blütezeit von Juni bis September

Wenn die Eisheiligen vorüber sind, kann die Gloriosa rothschildiana an den Gartenstandort gebracht werden. Große Temperatur- und Luftschwankungen sollten vermieden werden, da Blüten und Blätter sich sonst braun verfärben.

Die Blüten der Afrikanischen Kletterlilie können in prächtigen Farben funkelnSubstrat

Die Prachtlilie wächst in ihrer Heimat in nahrhafter und humoser Erde. So sollte auch das Substrat in dem Pflanzgefäß beschaffen sein, in die Pflanze kultiviert wird.
  • Optimal ist eine Mischung aus Blumenerde, Sand und Torf zu gleichen Teilen.
  • Als Alternative ist auch eine Mischung zu gleichen Teilen aus Lauberde, Kompost und Perlite möglich.
  • Die Mischung soll gut wasserdurchlässig, humos und nahrhaft sein
  • Staunässe bedeutet unweigerlich das Ende dieser prachtvollen Pflanze.
Pflanzgefäß

Da die Afrikanische Kletterlilie einen großen Drang zum Klettern hat, kultiviert man sie idealerweise in einem Pflanzgefäß, welches über ein Spalier verfügt. Hier haben sich mobile Blumenkästen mit einem Rankgitter bewährt. Sie sind nicht nur flexibel einsetzbar, sondern dienen gleichzeitig als dekorativer Sichtschutz. Beim Pflanzen zu beachten:
  • Das Pflanzgefäß muss unbedingt ein Ablaufloch für Gießwasser haben
  • Darüber kommt eine Drainage aus Tonscherben oder kleinen Steinen
  • Substrat einfüllen und die Pflanze nicht tiefer einsetzen, als sie im vorigen Topf stand
  • Unbedingt einen Gießrand von gut 5 cm freilassen
  • Die Ruhmeskrone nach dem Einpflanzen gut wässern
Sind Standort und Pflege gut, klettert die Prachtlilie schnell an der Rankhilfe empor. Trotz der vorhandenen natürlichen Haftorgane sollten ihre Ranken kreisförmig angebunden werden. Das ermöglicht einen schön dichten Bewuchs. Tipp: Das Bindematerial darf die Pflanze nicht im Wachstum behindern. Die Triebe nicht einengen oder verletzen.

Gießen

Ab Beginn der Wachstumsperiode benötigt die Pflanze regelmäßig Wasser. Zwischen den Wassergaben soll das Substrat nicht antrocknen. Staunässe muss vermieden werden.
  • die Wurzeln konstant feucht halten, ohne sie zu

    durchnässen
  • das Substrat darf nicht antrocknen
  • Wasser von unten kann die Wurzel auch durch einen Untersetzer mit Docht erhalten
  • an besonders warmen Tagen Blüten und Blätter mit kalkfreiem, leicht warmem Wasser zu besprühen
  • in geschlossenen Räumen kann ein Luftbefeuchter für die benötigte Feuchtigkeit sorgen
Tipp: Stellt man die Prachtlilie auf einen Untersetzer, angefüllt mit Kieselsteinen und Wasser, wird aufgrund der Verdunstung die Luft mit einfachen Mitteln zusätzlich mit Wasserpartikeln angereichert.

Temperatur

Am besten lässt sich die Afrikanische Kletterlilie in einem Temperaturbereich von 17° C
bis 20° C kultivieren.

Vermehrung

Das Ende der Winterruhe ist der beste Zeitpunkt, um eine Ruhmeskrone zu vermehren. Wenn die Wurzelknolle aus dem Pflanzkübel oder Torfkasten geholt wird, werden Nebenknollen erkennbar. Mit einem scharfen Messer können sie abgetrennt werden. Die Schnittstellen mit Holzkohlepulver versiegeln. Die jungen Knollen werden in kleine Töpfe mit geeignetem Substrat gesetzt. Vorsicht bei den ausgesprochen empfindlichen Triebspitzen. Beim Einpflanzen darauf achten, dass sie leicht nach oben zeigen. Das vereinfacht das Anwachsen deutlich. Die Anzucht erfolgt bei einer Temperatur von über 18° C ab. Dann zeigen sich schon bald die ersten Triebe. Von diesem Zeitpunkt an können sie wie erwachsene Pflanzen behandelt werden.

Der richtige Wasserhaushalt entscheidet über das Gedeihen der RuhmeskroneUmtopfen

Das Umtopfen erfolgt optimaler Weise am Ende der Ruheperiode, das heißt im Februar oder März.

Düngen

Die Prachtlilie benötigt während der Vegetationsphase bei jedem zweiten Wässern einen nur schwach konzentrierten Flüssigdünger.

Überwintern

Ihrer Herkunft wegen kennt die Ruhmeskrone nur zwei Jahreszeiten, die Vegetationsperiode von März bis September und die Wachstumspause von Oktober bis Februar. Das erklärt, warum ab August bereits das Verwelken der Blüten und Triebe beginnt. Übrig bleibt am Ende nur noch die rhizomartige Wurzelknolle. Sie verbringt im Pflanzkübel etwa 10° C den Winter. Wasser und Dünger benötigt sie während dieser Zeit nicht.

Ab März sollte die noch ruhende Wurzelknolle geweckt werden. Auch wenn die Wurzelknolle den Winter im Pflanzkasten verbracht hat, jetzt - kurz vor dem Austrieb - benötigt sie unbedingt frisches Substrat. In das wird sie dann 3 bis 5 cm tief eingepflanzt.
  • sie benötigt nun einen hellen, aber nicht vollsonnigen Fensterplatz
  • der Temperaturbereich sollte bei 20 °C liegen
  • Schrittweise können die Gaben von Wasser und Dünger erhöht werden
Nach Beachtung dieser Vorgaben zeigen sich nach gar nicht langer Zeit die ersten Triebe. Schon nach 8 bis 10 Wochen ist die Gloriosa rothschildiana wieder zu einem prachtvollen Blickfang geworden.

Schneiden / Giftgehalt

Diese prachtvolle Kletterlilie wirkt nicht nur an einem Klettergerüst dekorativ. Auch als Schnittblume wirkt sie ganz wundervoll. Es schadet ihr nicht, wenn im Sommer einige Triebe für die Vase abgeschnitten werden. Beachtet werden muss dabei jedoch, dass die Pflanze giftig ist. Zur Beachtung:
  • beim Schneiden der Pflanze Handschuhen tragen!
  • Gilt auch z.B. für die Entsorgung der verwelkten Ranken!
Zwar ist der Giftgehalt in der Wurzelknolle am höchsten, dennoch kann das in den Trieben vorhandene Colchicin schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen!
  • bei Schwangeren kann das Gift zu Erbgutschädigungen führen!
  • Verzehr der kartoffelähnlichen Knolle kann zum Tode führen!
Krankheiten / Schädlinge

Pilzkrankheiten gegenüber hat sich die Ruhmeskrone als weitaus resistent erwiesen. Verfärben sich die Blätter unschön, fehlt der Pflanze wahrscheinlich Stickstoff. Dieser Mangel kann mit entsprechenden Präparaten schnell ausgeglichen werden.  

Wird als Zwiebel gepflanzt: Afrikanische KletterlilieBlattläuse

Ein nicht bekämpfter Befall mit Blattläusen führt zum Absterben der Pflanze. Gegenmaßnahmen:
  • sie befallene Prachtlilie sofort isolieren, Blattläuse wandern
  • Triebe ganz gründlich abbrausen
  • wiederholt mit Seifenlauge einsprühen
  • als Spray oder Stäbchen angebotene systemische Insektizide anwenden
Häufig gestellte Fragen
  • Die Knolle meiner Ruhmeskrone zeigt auch im März immer noch keinen einzigen Austrieb. Wie bringe ich sie dazu, endlich auszutreiben? - Einen Anstoß zum Austreiben erhält die Knolle, wenn über den Pflanztopf eine Klarsichtfolie gespannt wird. So wird ein feucht-warmes Klima geschaffen, welches den Austrieb begünstigt.
  • Kann ich Samen meiner Afrikanischen Kletterlilie ernten? - Nach der Blüte bildet die Pflanze Kapselfrüchte aus. Da diese aber zu den Streufrüchten gehören, muss der Zeitpunkt der Samenernte sorgfältig abgepasst werden, sonst sind die Samen schnell in alle Winde zerstreut worden.
Wissenswertes zur Kletterlilie in Kürze

Pflanzen
Die Afrikanische Kletterlilie gehört zu den Liliengewächsen und wird daher wie andere Lilien als Zwiebel gepflanzt. Im Unterschied zu den heimischen Lilienarten ist ihre Knolle jedoch nicht frosthart und muss daher im Herbst wieder aus dem Boden genommen werden. Noch besser eignet sich die Afrikanische Kletterlilie jedoch für einen Kübel mit einem Rankgerüst. Sie braucht einen sonnigen Platz und verträgt aufgrund ihrer afrikanischen Herkunft auch die pralle Mittagssonne.
  • Die Knolle der Afrikanischen Kletterlilie wird so tief in die Erde gesetzt, dass sie später 2 bis 3 cm mit Erde bedeckt ist.
  • Danach kann es unter Umständen eine Weile dauern, bis sich die ersten überirdischen Triebe zeigen.
  • Später legt die Pflanze jedoch enorm an Wuchsgeschwindigkeit zu und kann so bis zum Herbst eine Höhe von zwei Metern erreichen.
Damit auch die oberen Zweige und Blätter ausreichend Feuchtigkeit erhalten, ist es sinnvoll, die Pflanze nicht nur über den Topfballen zu gießen, sondern in heißen Zeiten auch das Blattwerk einzusprühen. Dünger sollte die Afrikanische Kletterlilie jedoch nur wenig bekommen.

Pflege
  • Nach der Blüte verwelkt die Afrikanische Kletterlilie und zieht ihr Blattwerk komplett ein.
  • In dieser Zeit sollte sie langsam immer weniger gegossen werden, damit die Erde und die Knolle abtrocknen können.
Verwelkte Blätter sollten aber erst dann entfernt werden, wenn sie völlig vertrocknet sind, denn bis dahin werden über diese Blätter noch Nährstoffe in der Knolle eingelagert. Danach braucht die Knolle ihre Ruhephase und wird hierzu an einen dunklen Ort mit einer Temperatur zwischen 10 und 15 °C gelegt. Eine Knolle, die in einen Topf gepflanzt wurde, kann aber auch mitsamt des Topfes eingelagert werden.

Ab März kann die Knolle dann wieder in einen Topf mit frischer Blumenerde gepflanzt und auf eine helle Fensterbank in einen etwas wärmeren Raum gestellt werden, um sie schon vorzutreiben. Dort wird die Erde direkt nach dem Setzen der Knolle gewässert und in der folgenden Zeit gleichmäßig feucht gehalten. Um die Zwiebel später nicht zu verletzen, wird am besten schon vor dem Pflanzen ein Stab oder eine andere Kletterhilfe in den Topf gesteckt, die den langen Ranken der Pflanze später ausreichend Halt gibt.

Vermehren
Eine Knolle, die schon etwas älter ist und eine dementsprechende Größe erreicht hat, kann im Frühling geteilt werden, um die Teilstücke separat in einzelne Kübel zu pflanzen. Oft bilden sich an einer Knollen der Afrikanischen Kletterlilie aber auch kleine Nebenknollen, die abgetrennt und dann separat eingepflanzt werden können.