Agapanthus-Pflege: Überwintern, Umtopfen und Düngen


Agapanthus (Schmucklilie) zeichnen sich durch ihre langen Blütenstiele aus und eignen sich als SchnittblumenDie Agapanthus ist eine der wenigen Pflanzen, die eine blaue Blüte bildet, einige Sorten blühen aber auch in Weiß oder Violett. Sie bildet kugelige Blüten, die von Juli bis August erscheinen und dann meist den Balkon oder die Terrasse schmücken, denn mangels Winterhärte kann die Agapanthus nicht in den Garten ausgepflanzt werden.

Die Agapanthus

Die Agapanthus heißt im deutschen Sprachraum Schmucklilie. Sie stammt ursprünglich aus Afrika und

ist daher etwas höhere Temperaturen gewöhnt. Beeindruckend sind ihre langen Blütenstiele, die bis zu einem Meter hoch werden und dadurch weit aus der Pflanze herausragen. Darauf sitzen die Blütendolden, die einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern haben und aus vielen kleinen Einzelblüten bestehen. Sie eignen sich gut als Schnittblumen und halten sich in der Vase sehr lange.

Pflege-Anleitung für die Agapanthus

Die Agapanthus sollte sonnig und warm stehen und vor Wind geschützt sein, denn sonst brechen die Blütenstiele leicht ab. Sie kommt in freier Natur mit relativ wenig Wasser aus und sollte deshalb auch als Kübelpflanze regelmäßig, aber nur sparsam gegossen werden. Staunässe ist dagegen unbedingt zu vermeiden, denn dadurch beginnen ihre Wurzeln bald zu faulen. Auch gedüngt werden sollte die Agapanthus nur wenig. Verblühte Blütenstiele werden am besten abgeschnitten, denn dadurch bilden sich wieder neue Blüten. Verwelkte Blätter sollten dagegen nicht abgeschnitten, sondern abgezupft werden.

Umtopfen

Das Umtopfen behagt der Schmucklilie nicht sonderlich, deshalb sollte dies nur so selten wie möglich geschehen. Die richtige Zeit ist dann gekommen, wenn der Topfballen komplett durchwurzelt ist oder die Wurzeln bereits an der Oberfläche sichtbar werden. Ansonsten gedeiht sie umso besser, wenn ihre Wurzeln nicht zu viel Platz haben, deshalb sollte das neue Pflanzgefäß nur wenig größer als das alte sein. Als Substrat kann für die Agapanthus herkömmliche Blumenerde verwendet werden.

Steht der Kübel an einer Stelle, wo er bei Regen nass wird, sollte jedoch durch Zugabe von etwas Blähton oder einige Tonscherben auf dem Boden des Topfes dafür gesorgt werden, dass sich im Gefäß kein Wasser stauen kann und sich die Erde nicht zu sehr verdichtet. Eine schon ältere und dementsprechend große Pflanze kann beim Umtopfen geteilt werden, um die beiden Hälften einzeln in Töpfe zu pflanzen.

Agapanthus überwintern
    • Die Agapanthus verträgt nur leichte Fröste bis -5° C und muss daher bei einsetzenden Nachtfrösten in ihr Winterquartier gebracht werden. Hierfür eignet sich der Keller oder ein anderer kalter Raum, der hell oder dunkel sein darf.

    • Eine Überwinterung bei höheren Temperaturen ist dagegen nicht zu empfehlen, denn die Agapanthus benötigt eine Ruhephase, um wieder Energie für die Blüte im folgenden Jahr zu sammeln. Steht sie im Winter zu warm, kann es daher sein, dass sich im folgenden Sommer nur wenige oder gar keine Blüten
      bilden.

    • Optimal ist für die Überwinterung ein Raum mit einer Temperatur knapp über 0° C. Dort wird die Pflanze nur ab und zu gegossen, komplett austrocknen sollte der Topfballen jedoch auch in dieser Zeit nicht.

  • Schon zum Ende des Winters, also im Januar oder Februar, sollte die Agapanthus wieder heller und

    wärmer gestellt werden, damit sie bald wieder neu austreibt. Sobald es die Außentemperaturen zulassen, kann der Kübel dann wieder auf die Terrasse gestellt werden.

Gießen und Düngen

 

Obwohl eine Pflanze aus Afrika, benötigt die Schmucklilie während der Blüte ausreichend Wasser. Gießt man zu wenig, ist die Blüte schnell dahin. Dafür kann man das Gießen über den Winter fast komplett einstellen. Guter Dünger ist wichtig für die Blüte. Ohne Dünger bleibt die Blüte oft aus bzw. erscheinen nur wenige Blütenstiele. Man düngt vom Frühjahr bis September, dann braucht die Pflanze eine Ruhezeit.

Wenn Agapanthus nicht blühtSchwieriger als das richtige Gießen ist die Überwinterung der Schmucklilie

 

Wenn die Schmucklilie nicht blüht, kann das verschiedene Ursachen haben. Nach dem Teilen braucht die Pflanze einige Zeit, bis sie wieder blüht. Sie lässt oft ein Jahr aus. Eine weitere Ursache kann ein zu großer Topf sein. Die Wurzeln müssen sich erst ausbilden. Das dauert und verlangt Geduld. Für die Blüte reicht die Kraft nicht in diesem Zeitraum nicht. Eine weitere Regel bei der Agapanthus: Zu viel Erde bringt viele Blätter, aber wenig Blüten hervor. Zu hohe Stickstoffdüngung sorgt ebenfalls für Blattbildung. Fehlende bzw. falsche Nährstoffe sind bei Schucklilien auch ein grund für ausbleibende Blüten, denn sie sind Starkzehrer.

 

Agapanthus – Sorten

 

Zunächst gibt es sommer- und wintergrüne Arten. Man unterscheidet etwa 500 unterschiedliche Schmucklilien Sorten.  Es gibt viele Hybrid-Züchtungen. Kultivierte Sorten unterteilt man in Africanus-, Campanulatus-, Headburne- und Praecoxgruppe.

 

Immergrüne Agapanthus sind am weitesten in Mitteleuropa verbreitet. Sie werden im Kübel kultiviert (siehe oben). Laubabwerfende Agapanthus sind kleiner, allerdings können sie ausgepflanzt werden. Sie sind ideal für alle, die kein geeignetes Überwinterungsquartier für die großen Kübelpflanzen haben. Entweder werden sie ebenfalls im Kübel gehalten und dann kühl überwintert oder eben ausgepflanzt. Die Kübelhaltung hat den Vorteil, dass die Gefäße samt Pflanze dunkel überwintert werden können. Sie benötigen kein Licht. So sind also auch ein dunkler Keller oder eine Garage ohne Fenster geeignet. Die Temperaturen sollten zwischen 1 und 10 °C liegen. Im Garten müssen die Pflanzen gut geschützt gepflanzt werden und benötigen einen Winterschutz. Sie überstehen Temperaturen bis -10 °C, müssen aber vor Feuchtigkeit geschützt werden!

Für Mitteleuropa geeignete immergrüne Agapanthus

    • African Moon – blassblau, bis 90 cm hohe Stängel
    • Blue Gigant – dunkelblau, bis 90 cm
    • Blue Penant – mittelblau, bis 80 cm
    • Goliath – himmelblau, 60 bis 80 cm

  • Africanus Alba – weiß, etwa 100 cm
  • Snow Ball – weiß, etwa 30 cm
  • White Ice – weiß, 120 cm
  • Donau – violett, 80 cm, 100 bis 120 cm
  • Purple Cloud – violett 120 cm

Für Mitteleuropa geignete immergrüne Sorten

  • Agentheus Vittatus – mittelblau, 20 bis 50 cm
  • Tinkerbell – blassblau, 20 bis 50 cm
  • Lilliput – mittelblau, 30 bis 40 cm
  • Septemberhemel – dunkelblau, 30 bis 40 cm

Tipps

 

  1. Wer nicht weiß, ob es sich bei seiner Schmucklilie um eine laubabwerfende oder immergrüne Pflanze handelt, muss sich nach den Blättern richten. Die nicht winterharten, immergrünen Pflanzen haben breite Blätter. Je breitere Blätter, desto empfindlicher die Lilie.
  2. Die widerstandsfähigsten Agapanthus sind Maedbourn Hybriden.
  3. Die Beschaffung von laubabwerfenden Sorten ist oft noch ein Problem. Gute Angebote findet man in holländischen und englischen Staudengärtnereien.
  4. Fazit der Redaktion

 

Agapanthus überzeugen durch ihre Blütenbälle, aber auch durch ihr tolles Laub. Sie brauchen nicht viel Pflege, nur einen passenden Platz zum Überwintern. Wer die Schmucklilie in den Garten pflanzen möchte, sollte sich für sommergrüne Sorten entscheiden und die Pflanzen im Winter gut schützen. In Regionen mit kalten und langen Wintern reicht das aber meist nicht. Dort ist Kübelhaltung die bessere Alternative. Wichtig für Agapanthus ist eine ausreichende Düngung, damit sich Blüten entwickeln können.