Scheinhasel, Corylopsis pauciflora - Steckbrief, Pflege und Schneiden

Scheinhasel erinnert in seinem Wuchs an HaselnusssträucherAls erster Vorfrühlings-Gruß schickt uns der Lenz die Scheinhasel mit seinen Blüten. Wenn im Februar milde Temperaturen herrschen, kann der Strauch seine ersten Blüten zeigen. Da die Scheinhasel nur wenig Platz braucht, muss man auf ihre Blüten aber nicht verzichten. Die niedrige Scheinhasel (Corylopsis pauciflora), wurde vom Botaniker Philipp-Franz von Seibold beschrieben und damit in die Gartenkultur eingeführt.

Einleitung

Die Scheinhasel (Corylopsis pauciflora) kommt aus den Wäldern Japans und Taiwans. Der botanische Name leitet

sich ab vom lateinischen Wort "coryplus - Haselstrauch und vom griechischen Wort opsis - Aussehen". Das Wort pauciflora kommt zwar aus dem lateinischen und bedeutet "armblütig", aber dennoch handelt es sich um eine mit reicher Blüte ausgestatteten Strauch der Gattung Corylopsis. Die hellgelben Blüten ähneln hängenden Ähren. Je nach Art, haben sie einen dezenten Duft, der an Primeln erinnert. Vielfach wird die Scheinhasel mit dem richtigen Haselnussstrauch verwechselt, die Blattnerven-Anordnung sieht sich ähnlich. Ebenso ist die Farbe der zwittrigen Blüten, denen der männlichen Kätzchen, der Hasel ähnlich. Die Scheinhaseln gehören zu den Zaubernussgewächsen. Tatsächlich zeigen die Blüten eine zauberhafte Optik.

Aussehen

Die Scheinhasel öffnet ihre Blüten früh im Jahr. Wenn man sie an eine geschützte Hauswand pflanzt, kann man sich noch früher an den Blüten erfreuen. Ab März, manchmal auch schon im Februar, je nach Temperatur, zeigt die Scheinhasel ihre Blüten, die wie kleine Glöckchen aussehen. Die Blüten sind aber sehr anfällig für Spätfröste. Deshalb sollte sie in kleinen Gruppen oder vor größere Gehölze gesetzt werden.

Steckbrief
  • Botanischer Name: Corylopsis pauciflora
  • Deutscher Name: Scheinhasel, Glockenhasel
  • Gattung: Corylopsis pauciflora
  • Wuchshöhe: bis 140 cm
  • Winterhärte: winterhart
  • Geschlecht: zwittrig
  • Häusigkeit: einhäusig
  • Blattanordnung: wechselständig
  • Blattaufbau: einfach
  • Blütezeit: März/April
  • Blüten: hellgelb, 2-3 kurze Ähren
  • Verwendung: beliebte Zierpflanze
  • 20 verschiedene Arten der Scheinhasel
Arten

Nachfolgend die drei bei uns bekanntesten Arten:
  1. Die Scheinhasel (Corylopsis spicata) wird auch Glockenhasel, Ähren-Scheinhasel oder Hohe Blumenhasel genannt. Die Glockenhasel ist ebenso ein blühender Zierstrauch im Vorfrühling. Seine Heimat sind die Bergwälder rund um Nagasaki und in der Provinz Jang-Xi sieht man sie als kleinen Baum. Das Gehölz erhält bei uns eine Höhe von 2 bis 3 Meter und blüht Anfang April mit den Forsythien und Blutjohannisbeeren. Die Blüten sehen aus wie Ähren und sind 3-5 cm lang und verströmen einen angenehmen Duft. Der Zierstrauch aus Fernost ist seit 1865 hier bei uns in Kultur. Der Platz im Garten für die Scheinhasel sollte frostsicher ausgewählt werden. Es können die frühen Blüten bei Spätfrösten erfrieren.
  2. Die Scheinhasel (Corylopsis pauciflora) ist ein Strauch dicht und feinzweigig und kann bis zu 1,5 Meter hoch werden. Die Blüten sind zartgelb und glockig. Die Pflanzung kann vor Gehölzen, vor immergrünen Nadelgehölzen, in Rabatten oder auch in Kübeln erfolgen. Sie blüht wie die Corylopsis spicata laublos und früh im Jahr. Die Scheinhasel stellt einen attraktiven Hingucker in jedem Garten her. Da der Strauch relativ klein ist, passt er sich vor immergrünen Gehölzen gerne an.
  3. Jetzt gibt es auch in unseren Breiten die chinesische Scheinhasel oder Chinesische Blumenhasel genannt. Er blüht zitronengelb und kommt auch aus der Familie der Zaubernussgewächse. Die Chinesische Scheinhasel wird bis zu 5 Meter hoch. Dabei hat er kahle oder flaumig behaarte Triebe. Die Blütenstände zeigen sich bis zu 4 cm langen Trauben aus denen bis zu 18 Blüten hervorkommen. Das natürliche Verbreitungsgebiet ist in

    Mittel- oder Westchina. Sie wächst in Steppen und Trockenwäldern in bis zu 1.500 Meter Höhe. Die Chinesische Scheinhasel ist ebenfalls nicht frosthart, sie liebt die Wärme. Sie wird wegen der herrlich duften und dekorativ aussehenden Blüten oft als Zierstrauch genutzt. Auch im kleinen Garten kann eine Corylopsis sinesis gepflanzt werden.
Scheinhasel gehört zu den ZaubernussgewächsenPflege und Schnitt

Die Scheinhasel ist ein dankbarer Zierstrauch, der mit wenig Pflege auskommt. Der
hübsche wie auch anspruchslose Frühblüher, braucht dennoch ein paar Pflegetipps, damit er im folgenden Jahr üppig blühen kann. Es sollte ein sonniger bis halbschattiger Standort ausgesucht werden. Steht die Scheinhasel auf einem ausnehmend sonnigen Standort so braucht sie vermehrt Wasser und muss öfter gegossen werden. Einige von den 20 bekannten Scheinhaselarten lieben es auch im Schatten zu stehen, z.B. die niedrige Glockenhasel. Dabei sollte der Boden humusreich sein und nicht zu sehr trocken und wasserdurchlässig. Tipp: Wer eine üppige Blütenpracht im Frühjahr möchte, der kann im Frühjahr mit Kompost düngen, das sorgt für einen reichen Blütenwuchs.
 
Die Scheinhasel wächst nur langsam, dass bedeutet, dass sie nicht oft geschnitten werden muss. Ein Schnitt sollte dennoch erfolgen, wenn die Scheinhasel zu nah an andere Pflanzen wächst. Nach der Blüte ist der beste Zeitpunkt. Viele Hobbygärtner möchten den Scheinhasel in Form schneiden. Von Seiten des Strauches sind keine Schäden zu erwarten. Die Scheinhasel verkraftet auch einen kräftigen Rückschnitt. Wer eine chinesische Scheinhasel im Garten beheimatet hat, der kann ruhig nicht mehr so schöne Blütenstände abschneiden. Wer jetzt seine Scheinhasel nicht nur pflegen, sondern auch vermehren möchte, kann das ganz einfach tun. Im Sommer einen etwa 20 cm langen Zweig des Zierstrauchs abschneiden und in die Erde einpflanzen. Am Anfang sollte noch kräftig gegossen werden, bis er Wurzeln gebildet hat. Wenn er anwächst, wird schon bald ein Busch duftend und hellgelb im Garten stehen.

Die Scheinhasel kann bis zu 1,5 Meter hoch werden. Die glockigen und zartgelben Blüten öffnen sich früh im Jahr. Die Blüten bilden 2 cm lange, zahlreiche Trauben. Der rotbraune Blattaustrieb kommt erst nach der Blüte. Die Blätter werden im Herbst gelborange. Die Corylopsis pauciflora ist die Sorte die am üppigsten blüht. Bestens geeignet sind als Untermieter unter der Scheinhasel, Blausternchen oder Sternhyazinthen, Frühblüher, wie die Scheinhasel selbst.

Tipp der Redaktion

Es gibt Botaniker die genau wie bei den Haselsträuchern, auf den Stock zu setzen, also bis auf wenige Zentimeter zurück schneiden. Dann kann es passieren, dass die Scheinhasel nach diesem Schnitt kaputt ist oder Jahre braucht, um sich zu erholen. Gerade die niedrige Scheinhasel (Corylopsis pauciflora) ist für kleine Gärten oder Vorgärten ideal. Der Strauch wird nur bis 1,50 m hoch und genau so breit. Die Standortwahl sollte so gewählt werden, dass die frühe Blüte nicht durch Fröste vergehen.

Häufige Fragen

  • Kann man Scheinhasel im Kübel kultivieren? - Ja, er sollte dann alle zwei Jahre nach der Blüte in ein Substrat eingetopft werden.  
  • Was ist beim Eintopfen zu beachten? - Ein leichter Wurzelschnitt macht sich dabei immer gut.
  • Soll eine Drainageschicht ausgelegt werden? - Ja, unbedingt.
Wissenswertes zum Scheinhasel-Strauch in Kürze
  • Scheinhaseln entwickeln sich als laubabwerfende Sträucher oder auch als kleinere Bäume. Sie gehören zu den ersten Blühpflanzen im Jahr.
  • Wenn Sie ihm einen geschützten Platz suchen, kann die Scheinhasel sogar noch früher blühen.
  • Die Scheinhasel eignet sich gut zur farblichen Gartengestaltung, am besten wirkt die gelbe Blüte, wenn der Hintergrund einen Kontrast zu ihr bildet.
  • Harmonisch unterstützt wird die Blütenfarbe durch Blütennachbarn wie Buchsbaum oder Winterduftschneeball.
  • Reizvolle Farbkontraste können Sie durch eine Unterpflanzung mit Frühblühern erreichen, z. B. mit Scilla (Blausternen) oder Sternhyazinthen (Chionodoxa).
  • Auf jeden Fall findet eine Scheinhasel mit ihrem kompakten, niedrigen Wuchs eigentlich in jeden Garten einen Platz, an dem sie der Schönheit des Gartens dient.
Pflege & Rückschnitt
  • Alle Scheinhaseln lieben humusreichen, tiefgründigen und nicht zu trockenen Boden, der gut wasserdurchlässig ist.
  • Auf jeden Fall profitiert die Scheinhasel von einem Platz im Garten, der ziemlich sicher vor Spätfrösten ist.
  • Die Scheinhasel-Sträucher wachsen am liebsten in lichtem Schatten, vertragen aber ansonsten jeden Standort in Sonne oder Schatten.
  • Pflege braucht ein Scheinhasel-Strauch eigentlich nicht, Sie könnten höchstens im Frühjahr mit etwas Kompost oder Dünger sein Wachstum unterstützen.
Ergänzend zu exotischen Ziersträuchern wie dem Scheinhasel sollten einheimische nicht zu kurz kommenÄhnlich pflegeleicht ist die Scheinhasel in Bezug auf den Schnitt: Im Grunde muss ein Scheinhasel-Strauch nur beschnitten werden, wenn Sie ihm einen zu beengten Platz zugedacht haben. Ansonsten können Sie auf einen regelmäßigen Schnitt verzichten, müssen das aber nicht tun: Wenn er aus welchen Gründen auch immer notwendig werden sollte, verträgt eine Scheinhasel auch einen kräftigen Rückschnitt. Sie können Ihre Scheinhasel-Sträucher selbst vermehren, durch Ableger oder durch Stecklinge im Sommer.

Scheinhasel - ökologisch nicht die erste Wahl

Wenn Sie die Scheinhasel in Ihrer Gartenbepflanzung einplanen, sollten Sie bedenken, dass es sich um einen exotischen Fremdling handelt. Der für unsere Tierwelt vollkommen wertlos ist, weil die Früchte der Scheinhasel-Sträucher im bei uns gegebenen Klima nicht ausreifen, ebenso wie die Früchte von Rhododendron und Perückenstrauch.

Wenn Sie Wert auf Nützlinge legen, die das ökologische Gleichgewicht stabilisieren und den Befall mit Schädlingen in Grenzen halten, sollten Sie nicht nur nur exotische Ziersträucher pflanzen, sondern auch einheimische Gehölze, die der Tierwelt das ganze Jahr über einen reich gedeckten Tisch bieten. Ihre Freude daran, außergewöhnliche Gehölze in Ihrem Garten anzusiedeln, muss darunter nicht unbedingt leiden, es gibt zahlreiche hochinteressante einheimische Gewächse, die kaum mehr bekannt sind:
  • Zum Beispiel die Deutsche Tamariske, die bei uns auf der Roten Liste steht, ...
  • aber auch früher so weit verbreitete Sträucher wie der Schlehdorn, der heute immer seltener die Chance bekommt, den über 100 an ihm interessierten Schmetterlingsarten eine Lebensgrundlage zu bieten.