Jiaogula - Pflanze der Unsterblichkeit

jiaogulanUnsterblichkeit im Garten - das ist für viele Gartenfreunde ein aktuelles Stichwort, denn sie beschäftigen sich mit Permakultur - einem ewigen, sich selbst erneuernden Kreislauf des pflanzlichen Wachstums.

Jetzt soll es sogar die menschliche Unsterblichkeit aus dem Garten geben, und zwar in Form einer Pflanze, deren Inhaltsstoffe als Tee getrunken werden: Die Jiaogula, welche im asiatischen Raum mit dem Beinamen "Pflanze der Unsterblichkeit" ausgezeichnet wurde:

Das Wunderkraut Jiaogula
  • Jiaogula heißt botanisch Gynostemma pentaphyllum und kommt aus Asien.
  • Andere Namen: Amachazuru

    (Japan), Fünfblättriger Ginseng.
  • Jiaogula wird in China, Taiwan, Japan, Korea, Thailand, Indien und Indonesien als Nahrung und zu Heilzwecken genutzt.
  • Das Kraut gilt als "Pflanze der Unsterblichkeit", weil die Menschen überall dort uralt werden, wo Jiaogula zum Alltag gehört.
  • Jiaogula lässt sich als Kürbisgewächs leicht im Garten anbauen und es ist auch zur ganzjährigen Kultur im Zimmer geeignet.
Die Inhaltsstoffe der Jiaogula

Inzwischen wurde Jiaogula wissenschaftlich untersucht, man fand Saponine, die sonst nur im Ginseng vorkommen. Und noch einige mehr: In Ginseng können 28 Saponine nachgewiesen werden, in Jiaogula fand man 82 verschiedene Saponine. Saponine gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, deren positive Wirkungen auf unseren Organismus gerade nach und nach erforscht werden: Als Blutdrucksenker sind inzwischen Polyphenole bekannt (z. B. in Granatäpfeln), Sulfide im Knoblauch können Thrombosen verhindern, pflanzliche Phytosterine helfen als Cholesterinsenker und speziell wegen seiner Saponine hat der Ginseng eine steile Karriere als Wohlfühlpflanze hinter sich.

jiaogulanAuch Jiaogula ist in der Alternativmedizin als Adaptogen anerkannt, so werden solche Alleskönner nämlich dort bezeichnet. Die Wirkstoffe eines Adaptogens sollen unserem Organismus bei der Anpassung an Stresssituationen helfen und bei Krankheiten, die
durch Stress ausgelöst oder verschlimmert werden, positive Effekte zeigen. Deshalb wird als Adaptogen nur eine Pflanze betrachtet, die eine sehr breite positive Wirkung entfaltet, wie z. B. auch Noni und Shiitake, die neben Ginseng ebenfalls als Adaptogene anerkannt sind. Weitere Voraussetzung ist die völlige Ungiftigkeit dieser Pflanze, vor allem auch der Ernährung dienende Pflanzen kommen also als Adaptogene in Betracht.

Jiaogula erfüllt alle diese Voraussetzungen: Man kann es essen, als Salat oder als Spinat z. B., und es wirkt ausgleichend auf Körperfunktionen. Neben einer allgemein positiven und vitalisierenden Wirkung soll Jiaogula sich vor allem als Cholesterinspiegel- und Blutdrucksenker verdient machen, es soll Krebszellen hemmen und das Immunsystem regulieren können.

Jiaogula im Garten anbauen

Vielleicht überrascht es nicht allzu sehr, wenn eine chinesische Heilpflanze erst jetzt den Weg zu uns findet, unsere Kultur interessiert sich ja überhaupt erst seit recht kurzer Zeit in erwähnenswertem Maße für die chinesischen Medizin. Fast eher erstaunt es, dass Jiaogula als willkommene Bereicherung unseres Speisezettels noch nicht den Weg zu uns gefunden hat, vor allem da die schmackhafte Pflanze einfacher anzubauen und zu pflegen ist als viele der Gewächse, die täglich auf unseren Tellern zu finden sind.

Denn die Gynostemma pentaphyllum gehört zur Familie der Kürbisgewächse, wie Gurken und Kürbisse, und wer diese eiligen Rankgewächse schon einmal im Garten hatte, kann sich die Wuchskraft der Jiaogula vorstellen. Im Gegensatz zu diesen Mitgliedern der Kürbisfamilie ist die Jiaogula-Pflanze jedoch

mehrjährig, und das wahlweise als Gartenpflanze oder Hausgenosse: Sie wächst wie die meisten Kürbispflanzen in kletternden Ranken, erreicht im Garten Wuchslängen bis zu 8 Meter und hält im Winter bis zu minus 18 Grad aus. Wenn sie im Freien überwintert, zieht sie ein und kommt im nächsten Frühjahr wieder, im Haus überwintert bleibt sie immergrün und rankt dekorativ weiter.

jiaogulan teeAn den Boden hat sie nicht viele Ansprüche, in ihrer Heimat besiedelt sie jedes Dickicht, gedeiht aber auch in Höhenlagen von bis zu über 3000 Metern. Besser wachsen soll die Jiaogula, wenn sie nicht in der vollen Sonne steht und wenn sie keiner dauerhaften Staunässe ausgesetzt wird, ansonsten ist sie sehr robust und freut sich höchstens gelegentlich über ein wenig Flüssigdünger.

Jiaogula anwenden

Sie können einfach die Blätter Ihrer Jiaogula-Pflanze frisch kauen, Sie können sich aber auch aus frischen oder getrockneten Blättern einen Tee kochen. Die Blätter können in einen frischen Salat wandern oder ein Butterbrot schmücken, und da Jiaogula auch im Tee erhitzt wird, spricht sicher nichts dagegen, ein paar Blätter kurz vor dem Verzehr zu einer Gemüsesuppe zu geben.

Je höher der Saponinanteil in der Pflanze ist, desto deutlicher wird sich ein süßlicher, ein wenig an Lakritze erinnernder Geschmack entfalten. Eigentlich würde man wohl davon ausgehen, dass die Intensität des Geschmacks etwas mit dem Wirkstoffgehalt zu tun hat. Unter Kräuterkundigen geht jedoch die Behauptung um, dass jedes Individuum den Geschmack des Jiaogula etwas anders empfindet und dass die unterschiedlichen Geschmacksempfindungen dadurch verursacht werden, dass die Pflanze jedem das gibt, das er braucht - was für eine sympathische Vorstellung!