Stockrosen - Aussaat der Samen, Pflanzzeit und Vermehrung

StockrosenStockrosen werden häufig auch als Bauernrosen, Papelrosen oder Stockmalven bezeichnet. Sie gehören bereits seit längerer Zeit zu den klassischen Schönheiten von Bauerngärten. Die in Europa und Asien weitverbreiteten Gewächse sind einfach zu kultivieren und lassen sich ohne größeren Aufwand vermehren. Um die zur Familie der Malvengewächse gehörenden Pflanzen zu einer reichhaltigen und üppigen Blüte anzuregen, sollten Sie jedoch einiges über die Aussaat und die ideale Pflanzzeit von Alcea rosea wissen.

Standort und Pflege

Die Malvengewächse sind sonnenhungrige Pflanzen,

welche mit einer Wuchshöhe von bis zu 2,30 Metern ihren Standort dominieren. Warm und windgeschützt sollte es ebenfalls sein, damit die Stockrosen ihre üppige und verschiedenfarbige Blütenpracht ungestört ausbilden können. Am besten kommen die verschiedenfarbigen Sorten von Alcea rosea in Gruppenpflanzung zur Geltung. Das Substrat muss bei den krautig wachsenden Stockrosen tiefgründig und nährstoffreich sein. Die ausreichende Versorgung mit Stickstoff und Wasser ist das Lebenselixier der Pflanze. Bereits zu Beginn der Hauptvegetationszeit im März sollten Sie den Boden mulchen und im 2. Jahr zusätzlich einen speziellen Blumendünger im Abstand von 2 bis 4 Wochen ausbringen. Das Substrat rings um die Malvengewächse darf niemals vollständig austrocknen. Nur durch diese Maßnahmen sorgen Sie dafür, dass die Stockrosen im Sommer in voller Blütenpracht erstrahlen. Üblicherweise gelten Stockrosen als kurzlebig und werden nur etwa 2 Jahre alt wird. Um das Leben Ihrer Alcea rosea zu verlängern, ist ein wenig Aufwand notwendig:
  • Schneiden Sie verwelkte Blütenstände unverzüglich ab.
  • Im Winter ausreichend schützen oder direkt in einen frostsicheren Raum umsiedeln.
  • Regelmäßig Zurückschneiden.
Auch wenn sich das Gewächs ohne größeren Aufwand problemlos vermehren lässt, so können Sie jedoch den Versuch mit älteren Exemplaren durchaus wagen.

Tipp: Stärken Sie die Widerstandsfähigkeit von Alcea rosea, indem Sie regelmäßig mit verdünntem Brennnessel-Sud oder Ackerschachtelhalm-Brühe gießen. Gleichzeitig führen Sie dem Erdreich dadurch wichtigen Stickstoff zu.

Vermehrung und Aussaat

Stockrosen sind äußerst vermehrungsfreudig und säen sich unter idealen Bedingungen stark und großflächig von selbst aus. Um die Malvengewächse jedoch gezielt auszubringen oder um bestimmte Sorten miteinander zu kombinieren, können Sie diese Maßnahme jedoch auch selbst in die Hand nehmen. Noch bevor die reifen Samen abfallen, sollten Sie diese mithilfe eines Tuchs behutsam von der Mutterpflanze entnehmen. Die Aussaat kann von März bis Ende September erfolgen, allerdings bildet sich der faszinierende Blütenflor erst im darauffolgenden Jahr aus.
  • Boden von Unkraut und Wurzelresten befreien.
  • Substrat mit Humus vermischen.
  • Samen gleichmäßig verteilen und leicht einharken.
  • Behutsam angießen und feucht halten.
StockroseZwischen Oktober und Februar muss die Anzucht der Samen im Pflanzgefäß erfolgen. Die Temperatur sollte dabei um die 6 bis 12°C betragen, der Standort darf nicht zu sonnig gewählt sein. Verwenden Sie mageres Substrat und achten Sie darauf, dass das Erdreich nicht vollständig abtrocknet oder aber die Gefahr von Staunässe besteht. Sind die Samen keinen Temperaturschwankungen oder Minusgraden ausgeliefert, so zeigen sich nach etwa 14 bis 21 Tagen die ersten grünen Keimspitzen. Sobald die jungen Pflanzen eine Höhe von etwa 4 Zentimetern erreicht haben und die Außentemperaturen noch keine Kultivierung im Freiland ermöglichen, sollten Sie die Gewächse pikieren. So verhindern Sie ein Zusammenwachsen der Wurzeln. Die Malvengewächse gehören zu den
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sogenannten Kaltkeimern. Die Samen dieser Pflanzen müssen erst eine mehrwöchige Kälteperiode durchlaufen, ehe die Keimhemmung bricht und sie zuverlässig austreiben. Bei der Anzucht im Pflanzgefäß sollten Sie die Stockrosen-Samen deswegen 6 bis 8 Wochen vorher in den Kühlschrank legen. Es ist absolut nicht ungewöhnlich, wenn das Saatgut dort bereits zu keimen beginnt. Bei der herbstlichen Aussaat müssen Sie keine besonderen Vorkehrungen treffen. Markieren Sie lediglich die genaue Stelle, damit Sie im Frühjahr die jungen Stockrosen vom wuchernden Unkraut leichter unterscheiden können.

Ideale Pflanzzeit

Auch wenn Stockrosen Kaltkeimer sind, so reagieren besonders junge Pflanzen empfindlich auf späte Frosteinbrüche. Bei der Anzucht im Kübel sollten Sie die Gewächse erst nach den Eisheiligen ins Freiland umsetzen oder aber vorher vorsorglich einen Schutz anlegen. Rindenmulch oder Reisig hat sich dafür gut bewährt. Das Material wärmt nicht nur, sondern setzt durch seine langsame Verrottung zusätzlich wertvolle Nähr- und Mineralstoffe frei. Gewöhnen Sie diese vorgezogenen Stockrosen auch erst langsam an das direkte Sonnenlicht, um UV-Schäden an den zarten Blättern zu vermeiden. Verbrennungen am Laub regenerieren sich nicht mehr.
  • Erdloch ausheben.
  • Substrat mit Humus vermischen.
  • Stockrosen bis zum oberen Wurzelhals einsetzen.
  • Erde zurückfüllen und behutsam festdrücken.
  • Kräftig angießen.
Auf Rankgitter und -Schnüre können Sie bei den Malvengewächsen verzichten. Selbst bei der immensen Wuchshöhe von über 2,30 Metern sind die Pflanzen selbst in der Lage, sich aufrecht zu halten. Vorausgesetzt, der ausgewählte Standort liegt windgeschützt. Stockrosen eignen sich gut dafür, um Gartenzäune und auch triste Mauern dekorativ zu verdecken. Wenn Sie die Gewächse mit den auffälligen Blüten nebeneinander kultivieren möchten, so halten Sie einen Mindestabstand von etwa 40 bis 60 Zentimetern ein. Im ersten Jahr bildet Alcea rosea nur eine grundständige Blattrosette aus, der kräftige Stängel mit den Laubblättern erscheint erst im zweiten Jahr. Die noch jungen Stockrosen laufen Gefahr, dass sie von anderen, schnell wachsenden Gewächsen überwuchert werden. Entfernen Sie deswegen rechtzeitig alle Pflanzen, welche den Malvengewächsen Nährstoffe und Sonnenlicht vorenthalten könnten. Von einer dauerhaften Kultivierung im Kübel wird übrigens dringend abgeraten. Denn der hohe Stängel benötigt ein ausreichend großes und stabiles Gefäß, zudem trocknet das Substrat im Gefäß schnell aus. Besonders an heißen Sommertagen müssten Sie mehrmals täglich gießen. Und auch häufiger düngen.

Krankheiten und Schädlinge bekämpfen

StockrosenAuch Stockrosen sind keinesfalls vor schadhaften Insekten und Pilserregern gefeit. Mit zu den bekanntesten Krankheiten gehört beispielsweise der Malvenrost. Bereits bei der Aussaat und der Pflanzung können Sie jedoch dafür sorgen, dass die Ziergewächse gesund und kräftig gedeihen. Reagieren Sie bei den geringsten Symptomen sofort, um den Schädlings- oder Pilzbefall so gering wie möglich zu halten. Gelbe Flecken und rot-braune Pusteln auf den Blättern der Stockrose sind häufig ein Anzeichen für den berüchtigten "Malvenrost". Die Pilzerreger befallen häufig bereits junge Pflanzen und überwintern auch in ihnen. Kurz nach Beginn der Krankheit können Sie Malvenrost noch mit herkömmlichen Fungiziden bekämpfen. Zu einem späteren Zeitpunkt können Sie allerdings nur noch die befallenen Blätter entfernen und direkt über den Hausmüll entsorgen. Lässt sich ein Fortschreiten der Krankheit nicht eindämmen, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie zum Schutz gesunder Stockrosen die bereits Infizierten nicht vollständig vernichten. Schnecken haben besonders junge Malvengewächse zum Fressen gern. Sie können auf herkömmliche Hausmittel zurückgreifen, jedoch sind viele dieser Maßnahmen langwierig und zeitaufwendig. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Schnecken erst gar nicht bis zu den schmackhaften Stockrosen kommen zu lassen:
  • Asche, Holzwolle oder Kalk ausbringen.
  • Kaffeesatz oberflächlich um die Pflanzen herum streuen.
  • Trockene Wege anlegen.
  • Kapuzinerkresse oder Bienenweide pflanzen.
Lassen Sie die Finger von den vielfach gepriesenen "Bierfallen". Zwar werden die unliebsamen Allesfresser magisch vom Biergeruch angezogen, allerdings nehmen auch die Schnecken aus der Nachbarschaft diese Einladung gerne an.

Fazit

Stockrosen sind einfach zu kultivieren und gelten als äußerst wuchsfreudig. Die Vermehrung ist einfach und gelingt garantiert auch ohne das Zutun des Gärtners. Besonders in Bauern- und Naturgärten kommen die Zierpflanzen mit der eindrucksvollen Blüte gut zur Geltung. Nur wenig Vorbereitung und Planung ist notwendig, damit Sie jährlich in den Genuss des faszinierenden Blütenflors kommen.