Ziegenkraut-Pflanze - Anbau und Wirkung

Sind Sie auf der Suche nach Gartenpflanzen mit Doppelnutzen? Pflegeleicht sollen sie sein, höchst dekorativ und am besten auch noch etwas mehr können, z. B. heilen? Dann könnte Ihnen eine Ziegenkraut-Pflanze gefallen! Ihr werden ganz besondere Kräfte nachgesagt:

Das Ziegenkraut - schön, interessant, anspruchslos
  • Ziegenkraut ist auch bekannt unter den Namen Elfenblume oder Sockenblume. Botanische Bezeichnung: Epimedium grandiflorum.
  • Es handelt sich um Sträucher mit Blüten in Weiß, Rosa, Gelb oder Violett.
  • Sie wachsen im Halbschatten und mitunter auch noch im Schatten und sind leicht anzubauen.
  • Als Heilkraut werden der Ziegenkraut-Pflanze besondere Wirkungen auf die Sexualität und das allgemeine

    körperliche Wohlbefinden nachgesagt.

Ziegenkraut anbauen und pflegen

Wenn Sie den Strauch direkt in einem Sichtbereich pflanzen möchten, sollten Sie dem Elfenblumen einen hellen halbschattigen Standort suchen. Sie können die dankbare Pflanze aber auch wunderbar nutzen, um bisher kahle Stellen unter Gehölzen zu begrünen. Sie müssten dann nur prüfen, ob das Blattwerk dieser Gehölze ein Mindestmaß an Sonnenlicht durchlässt, das auch eine Ziegenkraut-Pflanze braucht.

Gepflanzt werden die Jungpflanzen (die Sie sich aus Samen auch selbst vorziehen können) im Frühling nach den Eisheiligen, wenn sicher keine späten Fröste mehr zu befürchten sind. Wenn das Ziegenkraut angewachsen ist, sind die meisten Arten gut winterhart. Wenn Sie das Pflanzloch ausgehoben haben, sollten Sie zunächst einen guten und reifen Humus in die Grube geben. Die Ziegenkraut-Pflanze gehört zu den Starkzehrern mit hohem Nährstoffbedarf. Auch unter die Erde zum Schließen des Pflanzlochs wird also Humus gemischt.

 

Die Elfenblumen wachsen in der Natur am liebsten in lichten Wäldern - jeden einem Waldboden auch nur entfernt ähnlichen Boden vertragen sie deshalb. Ihr Ziegenkraut darf also ruhig leicht feucht stehen, wenn der Boden soweit durchlässig ist, dass es nicht in Seen gestauter Nässe versinkt (dann könnten die Wurzeln zu faulen beginnen). Völlige Trockenheit kennt eine Ziegenkraut-Pflanze dagegen nicht, wenigstens die Wurzeln werden im Wald immer Feuchtigkeit ziehen können.


Zum Start braucht das Ziegenkraut recht viel Feuchtigkeit. Am besten lassen Sie gleich beim Pflanzen eine kleine Rinne rund um das Pflanzloch, in der sich Regenwasser sammeln kann, das dann in Richtung Wurzeln fließt. Wenn das Ziegenkraut erst einmal gut angewachsen ist, können Sie durchaus ständig für ein leicht feuchtes Bodenmilieu sorgen, dann können die Wurzeln nie antrocknen, was das Ziegenkraut bereits übel

nehmen könnte.

 

Ein Wandboden weist sehr häufig ein leicht saures Bodenmilieu auf. Sie können Ihrem Ziegenkraut also einen Gefallen tun, wenn Sie leicht säuernden Dünger (Kaffeesatz) oder Mulch (Nadelstreu) einbringen. Und Sie sollten auf der anderen Seite darauf achten, dass Sie das Ziegenkraut auslassen, wenn Sie irgendwo im Garten Kalkpulver ausbringen (das den pH-Wert des Bodens eher in die alkalische Richtung verändert).

Wenn sich Ihr Ziegenkraut erst einmal etabliert hat, ist es kaum mehr zu bremsen. Sie sollten die Pflanzen sogar jedes Jahr im Frühjahr rundum etwa eine Handbreit beschneiden, das hilft bei der Blütenentwicklung. Die immer auf Nährstoffe bedachte Elfenblume freut sich außerdem zu Saisonbeginn über eine kräftige Kompostgabe auf den Boden zwischen den einzelnen Pflanzen, mehr Pflege braucht das anspruchslose Gewächs nicht.

Die besonderen Wirkungen des Ziegenkrauts

Dem Ziegenkraut werden ganz spezielle Kräfte nachgesagt, weshalb es in der chinesischen Medizin “Yin Yang Hou” = “unzüchtige Ziegenwurzel” genannt wird, die Engländer drücken sich mit ihrem “Horny

goat weed”, dem “Geilen Ziegen(un)kraut” noch etwas deutlicher aus. Wahrscheinlich geht der Name in beiden Sprachen auf ähnliche Beobachtungen von Hirten zurück, deren Ziegenböcke (die einzigen Tiere, die die stachlig bewimperten Blätter unerschrocken fressen) nach dem Knabbern des Ziegenkrauts ungewöhnliche sexuelle Lust und Ausdauer zeigten.

Inzwischen hat man die Inhaltsstoffe natürlich untersucht. Gefunden wurden n-Hexacosylalkohol und die Kämpferolderivate Icariin und Des-O-methylicariin, die zu den Flavonoiden (sekundären Pflanzenstoffen) gehören. Die Kombination dieser Stoffe soll dafür sorgen, dass die Blutzufuhr zu den Geschlechtsorganen angeregt wird - man spricht sogar von einer den Testosteronspiegel erhöhenden Wirkung und von Zunahme der Spermienanzahl. In China wird die Pflanze deshalb seit langem zur Herstellung von Aphrodisiaken genutzt. Bei uns steht eine abschließende wissenschaftliche Untersuchung über die Inhaltsstoffe jedoch noch aus.

Vermutet werden jedoch auch andere, gesamtkörperliche Wirkungen wie Erweiterung der Blutgefäße, Förderung der Gedächtnisleistung und Senkung des Blutdrucks. Allgemein werden den enthaltenen Pflanzenstoffen antiphlogistische (entzündungshemmende), diuretische (harntreibende) und antioxidative Wirkungen als Radikalfänger zugeschrieben. Deshalb wird angenommen, dass das Ziegenkraut insgesamt eine verjüngende Wirkung haben könnte.

 

Vorsicht bei der Anwendung

 

Allerdings sind unter den Wirkstoffen auch Glycoside und Alkaloide, Substanzen, die bei zu hoher Dosierung durchaus toxisch wirken können. So wird schon beim überreichlichen Genuss von Tee aus getrocknetem Ziegenkraut von Nasenbluten, Schwindel und Erbrechen berichtet. Deshalb wird generell eine Anwendungsbeschränkung auf eine Tasse pro Tag empfohlen, und vorsichtige Naturen werden überhaupt von einer Eigenanwendung (die erst nach zwei Wochen wirken soll) ohne vorherige Konsultation eines Fachmannes absehen.