Arzneipflanze des Jahres 2010 - Gemeiner Efeu (Hedera helix)

Arzneipflanze des Jahres 2010 - Gemeiner Efeu (Hedera helix)

Der Gemeine Efeu hat sich schon in der Antike als Schmerzmittel bewährt. Nun ist Hedera helix zur Arzneipflanze 2010 ernannt worden, verdienter Maßen. Die immergrüne Pflanze galt als Wahrzeichen des Lebens.

Außerdem beweisen mit Efeu bekränzte Dichterbüsten, dass er auch das Gewächs der Musen war. Efeu bedeutete Liebe und Treue, weshalb Brautpaare einen Zweig als Sinnbild ihres immerwährenden Treuebundes erhielten. In Ägypten und Griechenland wurde er bestimmten Gottheiten (Osiris und Dionysos) geweiht. Im Christentum

schmückte man Grabstätten und Kirchen mit Efeuranken aus Holz und Stein. Der Efeu wurde also stark verehrt.

Der Efeu ist uns heute aus vielen Gärten bekannt. Er rankt sich an Mauern, Bäumen und Gerüsten empor oder kriecht am Boden entlang. Er ist genügsam und pflegeleicht und gedeiht auch im Schatten und auf schlechtem Boden. Von August bis Oktober blüht der Efeu, zwar unscheinbar, aber recht fleißig.

Wirkungen von Efeu

Die heilende Wirkung von Efeu ist allgemein nicht sonderlich bekannt. Dabei wurde er schon in der
Antike verwendet und zwar gegen Ohren-, Kopf- und Zahnschmerzen, gegen Gicht, Milzbeschwerden, Lungenleiden, Fieber, Brandwunden und Menstruationsbeschwerden. Blätter und Beeren wurden zu Schmerzmitteln und Brandsalben verarbeitet.

Bis heute hat sich Efeu in der Medizin bewährt und seine Wirkung wurde in vielen Studien bewiesen. Man verwendet einen Extrakt aus seinen Blättern. Die Heilkraft kommt von den enthaltenen so genannten Saponinen, welche auch in Süßholz und der Schlüsselblume enthalten sind. Saponinen bilden seifenartigen Schaum, wenn man sie in Wasser löst. Das Saponin alpha-Hederin regt den menschlichen Organismus an, Stoffe zu bilden, die zähen Schleim verflüssigen. Das Abhusten und Durchatmen fällt leichter. Der Hustenreiz lässt nach, die Bronchien entkrampfen sich. Efeu wird deshalb bei akuten und chronischen Entzündungen und Erkrankungen der Atemwege und bei Keuchhusten verwendet. Bei Asthma kann Efeu unterstützend genutzt werden, zur Linderung von Atemnot und Hustenanfällen. Außerdem kommt er in der Homöopathie zum Einsatz. Saponine hemmen auch das Wachstum von Viren und Bakterien.

Risiken

Frische Blätter und ihr Saft können allergische Reaktionen auf der Haut hervorrufen. Die Beerenfrüchte des Efeus sind sogar giftig, ganz besonders für Kinder. Auch bei Tieren kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Auch die Blätter sollte man nicht essen, da auch sie leicht giftig sind.  Der Verzehr kann Übelkeit, Durchfall und Erbrechen hervorrufen. Die Menge macht die Giftigkeit aus. Mittel mit Efeu sind verschreibungspflichtig.

Beim Schneiden von Efeu im Garten trägt man am besten Gartenhandschuhe.