Heilpflanze des Jahres 2010 - Gewürznelke (Syzygium aromaticum)

Heilpflanze des Jahres 2010 - Gewürznelke (Syzygium aromaticum)

Die Heilpflanze des Jahres 2010, die Gewürznelke ist den meisten als Gewürz bekannt, aber sie wird auch schon seit Jahrhunderten in der Volksmedizin eingesetzt. Sie wirkt vor allem schmerzlindernd, verdauungsfördernd, antibakteriell und entzündungshemmend. Die Bezeichnung Nelke stammt von Nägelein, ist abgeleitet von der Form der Gewürznelke, die stark an einen Nagel erinnert. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Indonesien. Heute wird sie vor allem auf Sansibar, Pemba, Mauritius und Madagaskar kultiviert. Der Geruch der Gewürznelke ist intensiv, stark aromatisch und süßlich, ihr Geschmack stark und brennend. Verwendet

werden die Blütenknospen, ganz oder gemahlen. Wegen ihres den Gewürznelken ähnlichen Duftes bekamen die Nelken, eine unserer beliebtesten Gartenpflanzen, ihren Namen.

Die Knospen müssen vor dem Erblühen von Hand gepflückt werden. Sie werden getrocknet, wobei sie drei viertel ihres Gewichtes verlieren. Gute Nelken sind daran zu erkennen, dass sie sich leicht fettig anfühlen und etwas Öl absondern. Nelken guter Qualität sinken in Wasser oder stellen sich senkrecht, mit dem Kopf nach oben. Nelken schlechterer Qualität schwimmen waagerecht an der Wasseroberfläche.

Wirkstoff der Heilpflanze

Mit dem Geruch der Gewürznelke verbinden wir den Duft von Apfel- und Pflaumenkompott, Glühwein oder Weihnachten. Dieser spezielle Duft kommt von dem ätherischen Öl Eugenol, welches in den Blütenknospen in höchster Konzentration vorkommt. Außerdem enthalten sind Eugenolacetat, β-Caryophyllen
und Triterpens Oleanolsäure.  Auch aus den Blättern lässt sich das Öl gewinnen.

Die gesundheitsfördernden Eigenschaften sind schon lange Zeit bekannt, Paracelsus nutzte sie schon im 15. Jahrhundert bei Verdauungsproblemen und auch Sebastian Kneipp schwor auf Gewürznelken bei faulen Gasen und verdorbenen Säften im Magen. Ärzte des Mittelalters trugen Ketten aus Gewürznelken, die sie bei Pestepidemien schützen sollten.

Besonders in der Zahnmedizin wurde das Öl der Gewürznelken eingesetzt, zum desinfizieren und um das Schmerzempfinden abzutöten. Auch um schlechten Mundgeruch zu übertünchen, kaute man einfach ein bis zwei Nelken.

Gewürzpflanze

Die Gewürznelke ist eine der ältesten und begehrtesten Gewürze weltweit. Seit der Antike wird sie in Europa, Nordafrika und dem größten Teil Asiens sehr geschätzt.

Sie ist ein Prisengewürz, welches Süßspeisen verfeinert, aber auch Punsch und Gebäck. Auch in der pikanten Küche ist es einsetzbar, es verleiht Wild, Geflügel, Rotkohl und Marinaden ein ganz besonderes Aroma. Man nutzt eigentlich nur den Nelkenkopf, er schmeckt rund und edel. Der Stängel dagegen ist eigentlich nur penetrant bitter. Oft gibt man Gewürznelken beim Kochen im Ganzen zu und entfernt sie am Ende der Garzeit.

Außerhalb der deutschen Küche verwendet man Gewürznelken auch zu Reisgerichten, in Kaffee, in Eintöpfen oder Fleischbrühen, zu eingelegtem Gemüse und zu vielen Fleischspeisen.

Nelken sind auch in vielen Gewürzmischungen enthalten. Besonders intensiv ist ihr Bestandteil im chinesischen Fünf-Gewürze-Pulver, in Curry-Pulvern und im arabischen baharat. Am bekanntesten ist wohl die Worcestershire oder Worcester-Sauce. Sie wird ebenfalls vom Nelkenaroma bestimmt.