Pilz des Jahres 2010 - Schleiereule (Cortinarius praestans)

Pilz des Jahres 2010 - Schleiereule (Cortinarius praestans)

Cortinarius praestans, besser bekannt als Schleiereule, Eulenauge oder Blaugestiefelter Schleimkopf, ist der Pilz des Jahres 2010. Der Pilz gehört zu den Schleierlingen. Er ist recht selten und fehlt im Norden Deutschlands völlig. Die Schleiereule gilt als wohlschmeckend und ist besonders in Frankreich und der Schweiz sehr beliebt. Allerdings besteht die Gefahr der Verwechslung mit den zahlreichen hochgiftigen Schleierlingsarten. Wer sich also nicht auskennt, sollte beim Sammeln lieber die Finger von dem Pilz lassen.

Cortinarius praestans ist selten und sollte geschont werden. Gelegentlich tritt er als

Hexenring auf. Die Pilze sind nicht durch vieles Sammeln rar geworden, sondern durch den zunehmenden Einsatz von schweren Maschinen bei der Holzernte. Dadurch werden empfindliche Waldböden nachhaltig gestört. Pilze, die in Symbiose mit einem Baumpartner leben, haben da nur wenige Überlebenschancen. Die Schleierlinge werden wegen ihrer Schönheit und Seltenheit als die
href="http://www.hausgarten.net/pflanzen/weitere-pflanzen/orchideen-pflege-sorten-arten-pflegen.html">Orchideen unter den Pilzen bezeichnet.

Aussehen

Der Hut des Cortinarius praestans ist rotbraun. In jungem Alter wird er von einer weißlich-violetten Hülle bedeckt. Das ist typisch für alle Schleierlingarten. Diese Hülle geht vom Hutrand zum Stiel und verdeckt den Blick auf die Lamellen. Beim Aufschirmen des Hutes zerreist die Hülle. Die Huthaut ist dann umbra-schokoladenbraun bis violett und schmierig. Das Aussehen in diesem Zustand erinnert an ein Eulenauge und hat dem Pilz seinen Namen eingebracht. Die Schleiereule hat eine Hutbreite von bis zu 20 cm. Der Hutrand wird schnell runzelig und gerippt. Die Lamellen sind anfangs weißlich und werden mit zunehmendem Alter hellbräunlich. Sie sind schmal, stehen dicht und sind auf der Unterseite gekerbt. Der Pilzstiel ist fest, derb, hell und wird bis zu 25 cm lang. Große Exemplare des Pilzes wiegen nicht selten bis zu drei Pfund.

Vorkommen

Cortinarius praestans kommt besonders neben Rotbuchen vor, mag aber auch Eichen und Haselnuss. In Nadelwäldern findet man ihn kaum.  Die Schleiereule bevorzugt einen warmen Platz, in naturnahen, krautreichen Nadel- und Laubwäldern. Kalkhaltiger Boden ist besonders günstig. In unseren Breiten erscheinen die Fruchtkörper im Sommer und Herbst.

Achtung!

Cortinarius praestans gilt als Speisepilz mit hoher Schwermetallbelastung. Auch ist die Verwechslungsgefahr mit hochgiftigen Artverwandten hoch.