Gewürzvanille (Vanilla planifolia) - Pflege

Gewürzvanille (Vanilla planifolia) - Pflege

Wenn Sie Orchideen lieben, wissen Sie bestimmt, dass eines der beliebtesten Gewürze überhaupt, die Gewürzvanille, aus der Frucht einer Orchidee gewonnen wird. Diese Herkunft macht die Herstellung des Gewürzes recht aufwändig und führt dazu, dass Vanille das zweitteuerste Gewürz der Welt ist. Nur Safran wird noch höher gehandelt.

Vanille kennen wir heutzutage vor allem als Speiseeis-ZutatDie Vanillepflanze ist als Orchidee aber auch eine wunderschöne und interessante Pflanze, die jeden Orchideenfreund reizt. Wenn Sie ein Gewächshaus besitzen,

können Sie die Vanille-Orchidee zu Hause kultivieren. Sie hat folgende Ansprüche:

Stichpunkte zur Pflege der Gewürzvanille
  • Als immergrüne Kletterpflanze mit tropischer bis subtropischer Heimat braucht bei uns spezielle Kulturbedingungen.
  • Besonders wichtig sind eine Luftfeuchtigkeit um 80 Prozent und Wärme um 28 Grad in der Saison.
  • Im Zimmer gehaltene Vanille-Orchideen können in unserem Klima meist nicht zur Blüte gebracht werden.
Vanille züchten und anbauen

Vanillepflanzen werden gelegentlich in einigen Gartenfachhandlungen und manchmal in Auktionen angeboten. Wenn Sie hier kein Glück haben, könnten Sie bei einem Orchideenzüchter oder einem botanischen Garten versuchen, einen Vanillesteckling zu bekommen.

Diese Jungpflanze wird in einen Topf mit schön bröckeliger, luftdurchlässiger Erde gesetzt, z. B. eine fertige Orchideenerde oder eine Mischung aus Pflanzenerde und Pinienrinde. Die Vanille-Orchidee wächst in Ranken, die Längen von bis zu 15 Metern erreichen können. Die Pflanzen können deshalb sehr gut in einem hängenden Topf gehalten werden, die langen Ranken können dann nach unten hängend wachsen. Sie können sie aber auch an einem Stab in die Höhe führen.
  • Als Tropengewächs gedeiht die Vanillepflanze nur bei hohen Temperaturen und hellem Licht ohne direkte Sonnenbestrahlung.
  • Im Sommer darf das Gewächshaus richtig warm werden - je wärmer, desto besser.
  • Im Winter sollte die Vanille-Orchidee nicht unter 15 Grad Kälte aushalten müssen.
  • Außergewöhnliche Ansprüche hat die Vanillestaude an die
    Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus: 80 Prozent sollten es schon sein, damit diese Orchidee sich richtig wohlfühlt.
Gießen dürfen Sie Ihre Vanille nur mit entkalktem Wasser, am besten mit Regenwasser, das lauwarm sein sollte. Der Topfgrund sollte immer leicht feucht sein, Sie sollten die Erdoberfläche zwischen den Wassergaben aber immer leicht antrocknen lassen, zu viel Wasser im Erdbereich mag die Vanille nicht. Im Frühling und im Sommer sollten Sie die Vanillepflanze einmal im Monat mit einem speziellen Orchideendünger düngen. Im Winter wird die Wasserzufuhr vorsichtig dosiert: Der Wurzelballen sollte nur leicht feucht gehalten werden, auch Dünger bekommt die Vanille während der Wintermonate nicht.

Vanilleschoten ernten?

Wenn Sie eine Vanilla planifolia erworben haben, wird von manchen Händlern reiche Ernte der eigenen Vanilleschoten versprochen. Damit werden meist etwas übertriebene Erwartungen erzeugt. Wenn die Vanille-Orchidee als Zimmerpflanze verkauft wurde, wird dieses Gewächs bei Ihnen höchstwahrscheinlich überhaupt nie zur Blüte kommen, denn wenn Sie Ihre Wohnräume unter eine solche Luftfeuchtigkeit und Wärme setzen würden, dass eine Vanille-Orchidee sich zum Fruchten entscheidet, würden Sie vorher sicher ausziehen.

Auch wenn Sie Ihr Vanillegewächs in einem Warmhaus halten, brauchen Sie eine Menge Geduld und Durchhaltevermögen bei der nicht gerade einfachen Pflege, bis die Vanille Blüten und Früchte entwickelt: Sie müssen zusätzliche Luftfeuchtigkeit künstlich erzeugen, z. B. durch Besprühen der Blätter oder durch spezielle Belüftungseinrichtungen. Wenn Sie Glück haben, entwickelt

Ihre Vanillepflanze nach einigen Jahren Blütenansätze. Dann wäre gesteigerte Aufmerksamkeit gefragt, die duftenden, gelblich-grünen Blüten blühen nun nacheinander auf. Eine einzelne Blüte bleibt aber nur ein paar Stunden geöffnet, bevor sie verwelkt. In dieser Zeit müssten Sie die Blüten dann von Hand bestäuben, meist öffnen sich die Blüten am Morgen.

Ist das geglückt, könnten sich Vanilleschoten bilden, die Sie dann im richtigen haltreifen Zustand ernten müssten, bevor sie aufgeplatzt sind. Damit diese Ernte den typischen Vanillegeschmack entwickelt, müssten Sie die Schoten dann noch einer Fermentation unterziehen.

Tipps der Redaktion

Die Gewürzvanille ist nur eine der 15 Arten der zur Gattung Vanille gehörenden Orchideen, die aromatisch reizvolle Früchte hervorbringt. Diese auch Echte Vanille oder botanisch Vanilla planifolia genannte Orchideenpflanze wird im wirtschaftlich bedeutendsten Umfang zur Gewinnung des Vanille-Gewürzes angebaut, aber auch die Tahiti-Vanille mit den Orchideenarten Vanilla tahitensis und Vanilla pompona wird kommerziell genutzt und in der Küche verwendet, und vor allem die Vanilla pompona soll wesentlich einfacher zu kultivieren sein als die Gewürzvanille.

Wenn Sie nicht vorhaben, einen Versuch der Gewürzherstellung zu unternehmen, stehen Ihnen in der Gattung Vanilla sogar rund 100 Orchideenarten zur Auswahl, alle mit ähnlichem Wuchsbild und ähnlichen Bedürfnissen wie die Gewürzvanille.