Oncidium Orchidee - Arten & Pflege

Oncidium Orchidee - Arten & Pflege

Die Königin der Blütenpflanzen, die Orchidee, verwöhnt uns mit vielen wunderschönen Gewächsen, die schon viele Liebhaber an sich binden konnten. Eine der artenreichsten Orchideen ist die Oncidium Orchidee, auch wenn deren genaue Einordnung nicht ganz leicht ist.

orchideen-pflegen_flDie Familie der Oncidium Orchidee mit zahlreichen Arten

Die Gattung Oncidium gehört zur Familie der Orchideen (Orchidaceae) und ist beheimatet in den Tropen Amerikas. Die meisten der mehreren hundert Arten wachsen in der Natur in höher gelegenen Wäldern. Oncidien wachsen

in der Regel epiphytisch, sie setzen sich also auf anderen Pflanzen (meist Bäume) zum Wachsen auf. Die Artenvielfalt äußert sich in zahlreichen Erscheinungsformen, meterlange Blütenstände sind ebenso vertreten wie winzige Pflänzchen. Die Blätter sind typischerweise länglich und immergrün, die Blüten meist klein mit einem kleinen Auswuchs am Ansatz. Die Farben werden immer reichhaltiger gezüchtet und bewegen sich meist im Spektrum von Gelb bis Rosa (Rot), die Blüten erscheinen je nach Art zu unterschiedlichen Jahreszeiten.

  • Bei den Familiennamen gibt es ein wenig Durcheinander: Im Jahr 1800 wurde die Oncidium Orchidee entdeckt und benannt, damals in der Form der Oncidium variegatum. Die wulstförmige Erhebung des Lippengrundes war hier namensbestimmend (onkos heißt auf griechisch Wulst, Schwiele).
  • Dann fand man noch viele zu Oncidium gehörende Arten, die teilweise ganz anders aussahen. Vor allem der Namensgeber und seine nahen Verwandten waren eigentlich überhaupt nicht so typisch für die Gattung, was nach den Nomenklaturregeln eine Menge Umbenennungen nach sich gezogen hätte.
  • Um diese zu vermeiden, wurde die Oncidium variegatum in Tolumnia variegatum umbenannt, ist aber eigentlich auch eine Oncidium Orchidee.

Oncidium - eine schrumpfende Gattung
  • Weitere Pflanzen, die früher den Oncidium Orchideen zugerechnet wurden, gehören jetzt zu den Gattungen Caucaea, Chelyorchis, Cyrtochilum, Cyrtochiloides, Otoglossum, Psychopsis, Psychopsiella, Trichocentrum und Zelenkoa.
  • Damit ist die eigentliche Gattung Oncidium von mehreren 800 auf rund 250 Arten geschrumpft, weitere Änderungen der Gattungsgrenzen werden wohl folgen.
Wichtiger als die genaue botanische Zuordnung der Art ist für den Pflanzenliebhaber die Zuordnung nach Temperaturverträglichkeit. Deshalb sollten
Sie beim Kauf die Temperaturbedürfnisse der Pflanze genau erfragen. Empfohlen wird übrigens der Kauf von Pflanzen, die in Deutschland gezogenen wurden, sie sind an das hiesige Licht angepasst.

Die Pflege der Oncidium Orchidee

Dass sich verschiedene Oncidium-Arten bei verschiedenen Temperaturen wohlfühlen, hat entscheidenden Einfluss auf die Pflege. Es werden zwei Gruppen unterschieden, die Arten für eine eher kühlere Umgebung und Arten, die es im Durchschnitt wärmer mögen. 

  1. Gruppe 1 möchte im Sommer bei etwa 15 bis 25 Grad gehalten werden und braucht im Winter nicht mehr als 12 bis 18 Grad. Bekanntester Repräsentant ist die Oncidium ornithorhynchum, die wie viele ihrer Kreuzungen während der Blüte einen köstlichen Duft nach Vanille verströmt. Eine Winterabsenkung der Temperatur ist bei diesen Arten unabdingbar, diesen Pflanzen muss zum Überwintern also meist ein besonderer Platz zum Beispiel in einem Wintergarten gesucht werden. Sie können im Sommer ins Freie gebracht werden, sollten dann aber einen halbschattigen Platz erhalten. Am besten werden die Arten aus kühlerer Heimat auf Rinde kultiviert.
  2. Die zweite Gruppe umfasst die meisten Oncidium Orchideen, im Sommer dürfen es für diese Pflanzen gerne 18 bis 28 Grad sein. Auch im Winter wird diese Gruppe

    bei Temperaturen von 17 bis 20 Grad ohne Ruhepause einfach weiterkultiviert. Diese Pflanzen genießen es, wenn sie von Mai bis Oktober im Garten sein dürfen, am liebsten aber an einem geschützten Platz. Zu den Vertretern dieser Gruppe gehört zum Beispiel die populäre Odontocidium Susan Kaufmann-Hybride. Diese Wärme liebenden Arten können gut in einen Topf gepflanzt werden, der sollte    jedoch ausreichend groß sein und eine ziemlich dicke Drainageschicht erhalten.
  3. Beiden Gruppen gemeinsam ist ihr Lichthunger, ein sehr helles Fenster in Richtung Westen oder Osten bietet gute Bedingungen. Aber direkte Mittagssonne würden die empfindlichen Orchideen ebenso übel nehmen wie Lichtmangel im Winter, der dann mit Abwurf der Blüten bestraft werden kann.

Orchideen wollen mit Blick auf die Temperatur gegossen werden, je wärmer, desto kräftiger. Sobald der Ballen fast ausgetrocknet ist, brauchen die Pflanzen Wasser, Staunässe mögen Oncidien aber überhaupt nicht. Dafür ziemlich viel Luftfeuchtigkeit, zwischen 40 und 70 Prozent. Liegt Ihre Wohnung im unteren Bereich, sollten Sie die Orchideen täglich mit Wasser besprühen (aber bitte nicht zu viel, an nassen Tagen lieber vorher auf das Hygrometer schauen, damit das Prachtstück nicht zu faulen beginnt). Gedüngt wird während des Wachstums bei jedem dritten Gießen mit üblichem Orchideendünger. Die Oncidien in der Ruhepause brauchen insgesamt nur drei Mal Dünger. Wenn umgetopft werden muss, ist das Frühjahr die beste Zeit.

Zusatzinfos

Weitere seltene Blumen für Liebhaber ausgefallener Spezialitäten sind die Frauenschuh-Orchideen; viel Bewunderung werden sicher auch zweifarbige Rosen hervorrufen, die an einem Stamm Blüten verschiedener Tönungen hervorbringen.