Wilde Orchideen - Pflege der Pflanzen

Wilde Orchideen - Pflege der Pflanzen

Wenn es darum geht, wilde Orchideen zu pflegen, ist jeder Pflanzenfreund sicher sofort dabei, die Naturschönheiten möchte wohl niemand aussterben lassen. Wir sagen Ihnen, wo Sie in Deutschland auf wilde Orchideen treffen können, wie Sie zu deren Erhalt beitragen und ob und wie Sie wilde Orchideen in Ihrem Garten ansiedeln und pflegen können:

Der Erhalt von Wildorchideen beschäftigt viele NaturfreundeDie wichtigsten Fakten zu wilden Orchideen
  • Es gibt etwa 250 Arten wilde Orchideenarten, die bei

    uns heimisch sind.
  • Viele Initiativen kümmern sich mit mehreren der Öffentlichkeit zugänglichen Projekten um den Erhalt unserer Wildorchideen.
  • Alle wilden Orchideen weltweit sind geschützt und dürfen nicht aus der Natur entnommen oder ohne besondere Nachweise gehandelt werden.

  • Es gibt einige wilde Orchideen, die im Garten gedeihen können, sie sind dann sogar ziemlich pflegeleicht.
  • Die meisten wilden Orchideen können jedoch im Garten nicht angesiedelt werden, da sie auf bestimmte Bodenpilze angewiesen sind.
Welche wilden Orchideen gibt es in Europa?

Erfreulich für die Fans der bezaubernden Pflanzen: Orchideen gibt es weltweit, und sie bilden mit ihren rund 1.000 Gattungen (mit 15.000 bis 30.000 Arten!) die zweitgrößte Pflanzenfamilie innerhalb der Blütenpflanzen. Nur Korbblütler gibt es mehr, unter denen jedoch wenige die Schönheit der Orchideen als “Königinnen der Blumen” erreichen (so sehen es jedenfalls die meisten Orchideenfreunde).

Wie so viele Gewächse mögen aber auch die Orchideen am liebsten das tropische und subtropische Klima. Dort hat sich der Großteil der Arten entwickelt. In den gemäßigten Zonen blieb die Artenvielfalt viel geringer, in Europa, Nordamerika und Ostasien konnten nur jeweils etwa 250 Arten entstehen.

Die Pflege der Orchideen-Wildbestände

Leider bleiben die ärmlicher bedachten Regionen in der Gefährdung der Bestände nur wenig hinter den Regionen mit reicher Vielfalt an Orchideen zurück: Während dort Abholzung der Regenwälder, landwirtschaftliche Nutzung von Orchideenhabitaten und unkontrolliertes Sammeln die Wildorchideen reduziert, schwinden bei uns in Europa die Arten vor allem, weil es kaum mehr eine Beweidung gibt. Die früher zahlreichen orchideenbesiedelten Trockenrasen verwandeln sich wieder in Wald, in dem
Orchideen keinen Platz haben.

Es gibt viele Anstrengungen zum Erhalt und der Förderung einer Wiederansiedlung heimischer Orchideenarten, z. B. durch die einzelnen Landesverbände des Arbeitskreises Heimische Orchideen (AHO), Informationen über die regionalen Aktivitäten und Vereine erhalten Sie unter www.europorchid.de/aho. Die Arbeitskreise Heimische Orchideen arbeiten auch viel mit Naturschutzverbänden zusammen, die sich für den Erhalt heimischer Orchideen engagieren. So z. B. mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V., der beispielsweise im Frühjahr regelmäßige Orchideenführungen im thüringischen Leutratal anbietet und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., der sich z. B. um Orchideenwiesen bei Trier kümmert.

Interesse an den heimischen wilden Orchideen soll auch geweckt werden, indem die "Orchidee des Jahres" gewählt wird, 2012 fiel die Wahl auf das Bleiche Knabenkraut (Orchis pallens). Im Bereich des großräumigen Naturschutzgebiets der Lechtalheiden wird gerade versucht, Restheiden so zu gestalten, dass sie zu neuen Rückzugsgebieten für heimische Orchideenarten werden.

Einheimische Orchideen sind weitgehend ungeeignet für die Anpflanzung im GartenWilde Orchideen im eigenen Garten?

Die meisten unserer einheimischen Orchideen sind für eine Ansiedlung im

Garten ungeeignet, weil sie nur wachsen, wenn der Boden bestimmte Wurzelpilze enthält, die die Samen zum Keimen benötigen. Sie können zwar im Labor vermehrt werden und sind deshalb natürlich auch im Handel zu haben, Sie werden nur bei der Kultur in Ihrem Garten schon nach kurzer Zeit Enttäuschungen hinnehmen müssen, da Sie die Ansprüche dieser Sorten nicht befriedigen können.

Einige Wildarten, darunter Händelwurze, Knabenkraut-Arten und Japanorchideen lassen sich unter halbwegs erträglichem Aufwand im Garten halten. Sie sind in der Regel bei uns unproblematisch winterhart und brauchen an ihren halbschattigen Standorten vielleicht einen leicht aufbereiteten Boden, ansonsten nur genug Wasser.

Diese Wildarten dürfen Sie natürlich nicht an einem natürlichen Standort ausgraben, alle Orchideenarten werden geschützt, durch inländische Vorschriften und durch das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen geschützt, das weltweit eine Entnahme aus der Natur verbietet und die Einfuhr nur unter Vorlage besonderer CITES-Bescheinigungen erlaubt.

Sie können sie aber im Handel erwerben, der diese wilden Orchideen für Sie vermehrt hat und den Nachweis einer legalen Vermehrung erbringen kann. Sie bekommen einheimische wilde Orchideen z. B. bei der Firma Gerd Adolph Garten & Orchideen aus 82054 Sauerlach, Information über die besonderen Bedürfnisse der einzelnen Sorten und Bestellung unter www.gartenorchideen-shop.de.

Wilde Orchideen aus fernen Ländern

Neben diesen Kulturversuchen mit heimischen Orchideen in Gärten werden schon seit langer Zeit aus Übersee tropische Orchideen eingeführt. Auch unter diesen Importen werden gelegentlich Wildformen angeboten, die für den wahren Orchideenfreund jedoch ein echtes Ärgernis sind: Weil die Orchideen-Massenproduktion vielfach durch Einkreuzungen von Wildorchideen verbessert werden soll, ohne dass aber die eigentlich dafür erforderlichen Kosten bereitgestellt werden (die ja das Billigangebot verteuern würden), findet hier vielfach Raubbau an natürlichen Beständen statt.

Es gibt vor allem in Japan und in den USA sogar schon einen Markt für besonders seltene Exemplare, auf dem exorbitante Preise gezahlt werden, sodass einige natürliche Bestände aus Gewinnstreben bereits stark dezimiert wurden. Wenn Sie an diesen Entwicklungen nicht beteiligt sein möchten, sollten Sie bei Importen sorgfältig auf die erforderlichen Nachweise achten.