Abmoosen von Gummibaum & Bonsai - eine Anleitung

gummibaumblattAbmoosen schafft besonders interessante und schöne Pflanzen, was gerade beim Bonsai wichtig ist. Man kann einen Baum verändern, Äste und Wurzeln an passender Stelle wachsen lassen oder kahle Stellen verkürzen. Abmoosen ist nicht ganz einfach, aber es lohnt sich. Es ist ein Verfahren der vegetativen Vermehrung. Die Bewurzlung erfolgt nicht getrennt von der Mutterpflanze, sondern direkt an ihr.

Am einfachsten lässt es sich so erklären: Man hat einen Trieb der Pflanze und schneidet ihn teilweise quer durch. Der so entstandene Spalt

muss offen gehalten werden. Günstig ist, die Schnittfläche mit Bewurzlungshormonpulver einzustäuben und dann in ein saugfähiges Material (z.B. Torfmoos) einzuwickeln. So können sich an der Stelle Wurzeln entwickelt. Ist das der Fall, kann der Trieb abgetrennt und eingepflanzt werden.
Beim Gummibaum hat das Abmoosen den Vorteil, dass man relativ große Jungpflanzen ziehen kann und alte Gewächse verjüngt werden. Beim Bonsai kann man interessante Wuchsformen erreichen. Nachteilig ist, dass dieses Verfahren aufwendig ist.

Wann wird abgemoost?
  • Die beste Zeit ist im Frühjahr, etwa im März.
  • Nach dem Juni sollte man nicht mehr abmoosen!
Hilfsmittel
  • Moos
  • Messer
  • Holzspan oder kleiner Kunststoffkeil
  • Frühstücksbeutel
  • Handschuhe
  • Bast oder Bindfaden, notfalls Klebestreifen
  • Wasser
  • geeignete Pflanze und Trieb
bonsai-schneiden flAnleitung
  • Unterhalb eines Blattknotens wird ein schräger Schnitt durch den Trieb vorgenommen (von unten nach oben).
  • Der Trieb wird zu einem Drittel abgeschnitten.
  • In den so entstandenen Spalt schiebt man einen kleinen Keil, damit er offen bleibt (Holz, Kunststoff).
  • Eine unten und oben offene Plastiktüte wird über den abzumossenden Trieb geschoben und ca. 8 cm unterhalb der Schnittstelle angebunden (Bast).
  • Auf die Schnittstelle gibt man Bewurzlungspulver ( Rhizopon) und umwickelt das ganze mit Torf-Moos (Spagnum). Spagnum-Moos beeinflusst die Wurzelbildung positiv.
  • Das Moos muss angefeuchtet werden.
  • Am Ende wird die Tüte auch oben zusammengebunden.
  • Das Moos sollte ständig etwas feucht, aber nicht nass sein. Am besten ist, mit einer Spritze Wasser in die Plastiktüte zu spritzen.
  • Die Bewurzlungsstelle sollte viel Licht erhalten.
  • Nach etwa 6 bis 8 Wochen sollten sich am Spalt kleinen Wurzeln
    bilden.
  • Man lässt die abzumossende Pflanze noch einige Monate, bis zum Herbst an der Mutterpflanze.
  • Nun kann die neue Pflanze unterhalb der Wurzeln von der Mutter getrennt und separat eingepflanzt werden.
  • Für die Mutterpflanze ist das Abmoosen nicht gefährlich. Oft werden unterhalb der Schnittstelle neue Seitentriebe ausgebildet.
bonsai-uebersicht flEine bebilderte Anleitung findet man unter www.fug-verlag.de/on1575.

Fazit

Das Abmoosen ist die beste Variante, wenn man eine schon recht große neue Pflanze bewurzeln und einpflanzen möchte. Der Vorgang dauert seine Zeit, man muss also Geduld haben. Kompliziert ist es nicht, man muss aber auf Sauberkeit achten, dass keine Verunreinigungen und Krankheitserreger in den Schnitt gelangen.

Tipps zum Abmoosen

Das Vermehren von Zimmerpflanzen wird sehr gern durchgeführt. Viele Pflanzen lassen sich auch leicht vermehren, in dem man zum Beispiel Stecklinge schneidet.

Diese werden in Wasser gestellt und wenn sie bewurzelt sind, in Erde eingepflanzt und fortan wie normale Pflanzen behandelt.

Dies ist die leichteste Art der Vermehrung, jedoch funktioniert sie nicht bei jeder Pflanze. Will man aus einem Gummibaum, Bonsai, Fächerahorn oder Ficus Ableger ziehen, dann gelingt dies am besten durch Abmoosen. Diese Vermehrungsart unterscheidet

sich wesentlich vom allseits bekannten Stecklingen ziehen.

Das Vorgehen beim Abmoosen

Voraussetzung für das Abmoosen ist das Vorhandensein eines noch jungen Astes. Dieser wird an der Stelle, an welcher er aus der Altpflanze herauswächst, angeschnitten oder die Rinde wird auf einer schmalen Fläche entfernt.

Die Schnittstelle umwickelt man mit Moos. Daher auch der Name Abmoosen. Dieses kann man problemlos draußen sammeln. Es werden keine besonderen Voraussetzungen an dieses gestellt. Besonders gut eignet sich aber Torfmoos, da es ein sehr guter Wasserspeicher ist.

Das Moos wird ausgiebig befeuchtet. Danach kommt über diese Stelle eine Kunststofffolie. Man kann dafür gut eine kleine Plastiktüte nehmen, zum Beispiel eine Frühstückstüte. Sie wird auf die Größe der Stelle zurechtgeschnitten.

Zur Fixierung der Folie benötigt man Klebestreifen. Damit wird die Folie oben und unten zusammengeklebt, damit sie nicht abrutscht. Das Klebeband sollte nicht direkt auf der Pflanze angebracht, sondern lediglich um die Plastikfolie herumgeklebt werden. Ganz wichtig ist außerdem, dass die Plastikfolie durchsichtig ist. Man muss von außen erkennen können, ob sich Wurzeln gebildet haben.

Wurzeln sollten in ausreichender Anzahl vorhanden sein, bevor man die Folie entfernt und den entstandenen Spross mit einer scharfen Klinge von der Mutterpflanze abtrennt. Der Spross kommt nun in einen eigenen Topf.

Zum Anwachsen eignet sich spezielle Anzuchterde, die genau auf die Bedürfnisse junger Pflanzen abgestimmt ist. Das Abmoosen hat für die Mutterpflanze keine Folgen. Sie bildet unterhalb der Schnittstelle in der Regel neue Seitentriebe aus.

Wann wird das Abmoosen durchgeführt?

Beim Ficus und Gummibaum ist die beste Zeit zum Abmoosen das Frühjahr. Bei diesen Pflanzen wird das Abmoosen nur bei sehr großen Pflanzen durchgeführt. Ansonsten kann man ebenfalls aus ihnen Stecklinge ziehen oder sie durch Absenken vermehren.

Allgemein wird das Abmoosen nur empfohlen, wenn die Pflanzen sehr groß sind oder im unteren Bereich kahl werden. Beim Fächerahorn handelt es sich zumeist ebenso um große Pflanzen, die durch Abmoosen vermehrt werden. Empfehlenswert ist dafür ebenfalls der Frühling. Der Bonsai wird auch im Frühjahr abgemoost.