Wann Oleander zurückschneiden - vor oder nach überwintern?

OleanderWann Oleander zurückgeschnitten wird, hängt u. a. von der gewünschten Wuchsform und der Blüte ab. Sofern man im Jahr nach dem Schnitt ganz oder teilweise auf Blüten verzichten kann, kann problemlos vor der Überwinterung geschnitten werden. Ansonsten ist das Frühjahr für Schnittmaßnahmen wesentlich besser geeignet. Teilweise wird empfohlen, auf Schnittmaßnahmen ganz zu verzichten, dann verkahlen die Pflanzen aber im Laufe der Jahre mehr und mehr. Aufgrund der starken Giftigkeit des Oleanders sollten beim Hantieren mit dieser Pflanze immer Handschuhe getragen werden.

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Rückschnitt vor dem Überwintern

Für eine gleichmäßig gute Wüchsigkeit und anhaltende Blütenfülle über viele Jahre hinweg sind regelmäßige Schnittmaßnahmen an dieser attraktiven Pflanze unverzichtbar. Dabei sollte man stets die gewünschte Form im Auge behalten, denn Rosenlorbeer kann sowohl als dicht verzweigter Strauch erzogen werden als auch zu einem Viertel-, Halb- oder Hochstamm, wobei er überwiegend als Strauch wächst.

Ein Rückschnitt vor der Überwinterung bzw. vor dem Einräumen im Herbst ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn im Winterquartier nicht ausreichend Platz vorhanden ist. In der Regel ist jedoch davon abzuraten. Ein weiterer Grund auf einen Rückschnitt vor dem Überwintern zu verzichten, ist die Vermeidung eines frischen Auftriebs im Winterquartier. Zu diesem Austrieb kommt es, weil die Wurzeln vom Oleander das ganze Jahr über aktiv sind. Eben dieser Austrieb kostet der Pflanze sehr viel Kraft, was ihn so stark schwächen kann, dass er das Frühjahr schlimmstenfalls nicht übersteht.

Verwelkte Blütenstände nicht abschneiden

Vor einem Rückschnitt im Herbst sollte berücksichtigt werden, dass an den Spitzen der alten Blütenstände, die Blütenanlagen gebildet werden, die die Pflanze für die Blüte im nächsten Jahr benötigt. Schneidet man also im Herbst zurück, entfernt man praktisch die neuen Blüten. Aus demselben Grund sollte man auf das händische Entfernen verwelkter Blütenstände verzichten, die Pflanze stößt sie normalerweise von selbst ab.

OleanderblüteDas Einzige, was man im Herbst entfernen sollte, sind die Samenkapseln, denn auch die kosten der Pflanze viel Kraft, die ihr dann für die Blütenbildung fehlt. Wenn ein Schnitt im Herbst unumgänglich ist, sollte man möglichst nur besonders lange Triebe komplett herausschneiden, sodass man im darauf folgenden Jahr nicht komplett auf Blüten verzichten muss.

Tipp - Sollten die Blüten von Pseudomonas (Oleanderkrebs) befallen sein, müssen sie natürlich entfernt und entsprechend entsorgt werden. Am besten schneidet man die betroffenen Blütenblätter nicht ab, sondern zupft sie von der Pflanze.

Rückschnitt nach der Überwinterung

Schnitt im Jugendstadium
  • Jegliche Schnittmaßnahmen sollten vorzugsweise im Frühjahr erfolgen.
  • Bester Zeitpunkt ist nach dem Überwintern bzw. nach dem Ausräumen.
  • Oleander sollte bereits im Jugendstadium verschnitten werden.
  • Jungpflanzen werden am häufigsten aus Stecklingen bzw. einem einzigen Trieb gezogen.
  • Diese Triebe wachsen meist nicht buschig, sondern ausschließlich in die Höhe.
  • Dementsprechend sind sie sehr lang.
  • Um eine bessere Verzweigung zu fördern, ist hier ein Rückschnitt sinnvoll.
  • Man schneidet diese Pflanzen bis auf etwa 10 cm zurück.
  • Innerhalb kurzer Zeit bilden sich mehrere Neutriebe.
  • Diese können unter optimalen Bedingungen schon im selben Jahr Blüten tragen.
  • Derartige Schnittmaßnahmen helfen den jungen Pflanzen, ein
    gutes Triebgerüst zu entwickeln.
  • Dieses Gerüst ist Grundvoraussetzung für einen kräftigen und gleichmäßigen Wuchs.
  • Mit den Jahren bilden

    sich an der Basis immer wieder neue Triebe.
Schnitt älterer Pflanzen

Ältere Exemplare sehen im Laufe der Jahre oft kahl aus. Sie entwickeln kaum noch Blüten und haben häufig nur noch an den Triebspitzen einige Blätter. Spätestens jetzt ist es Zeit für einen kräftigeren Rückschnitt, den diese Pflanze in der Regel sehr gut verkraftet. Bei diesem Schnitt sollten alle Triebe bis auf Fingerstärke zurückgeschnitten werden, wobei bis aufs Gerüst geschnitten werden kann.

Wem diese Schnittmaßnahmen zu radikal sind, der hat auch die Möglichkeit, einen oder mehrere alte Triebe auf etwa 10 - 20 cm zurückzuschneiden. Dieser Schnitt sollte allerdings jedes Jahr erfolgen. Aus den zurückbleibenden Stummeln entwickeln sich dann neue Triebe. Auch kranke und alte Blätter können dabei mit entfernt werden. Es ist ratsam, den Rückschnitt im Frühjahr mit dem Umtopfen zu verbinden. Dabei sollten neben den Trieben auch die Wurzeln entsprechend eingekürzt und ein guter Dünger verabreicht werden.

Tipp - Grundsätzlich sollte man berücksichtigen, dass ein Rückschnitt bis ins alte Holz dazu führt, dass sehr lange Triebe ohne Knospen, sogenannte vegetativ orientierte Triebe gebildet werden. Dagegen bringt ein Schnitt in der Blütenregion kurze, relativ schnell blühende Triebe hervor.

Oleander aus dem Gartenfachhandel

Bei Oleanderpflanzen, die im Gartenfachhandel angeboten werden, sitzen meist mehrere Pflanzen, teilweise mehr als 10 Stück in einem Topf. Das sieht auf den ersten Blick sehr üppig aus, kann jedoch bereits beim ersten Schnitt, der gegebenenfalls schon im darauf folgenden Jahr vorgenommen werden kann, problematisch werden. Aufgrund dessen ist es grundsätzlich besser, wenn sich nur eine Pflanze im Topf befindet. Diese in der Regel aus Stecklingen gezogenen Pflanzen haben häufig eine stark verholzte Basis, was sie widerstandsfähiger und weniger anfällig für Krankheiten und Schädlingsbefall macht.

Oleander zu Hochstamm erziehen

weisser OleanderOleander lässt sich problemlos als Hochstamm erziehen. Als Hochstamm erzogene Pflanzen benötigen weniger Platz als die herkömmlichen Strauchformen, denn die Krone beim Hochstamm wächst nicht so ausladend wie bei anderen Wuchsformen. Für diese Erziehungsform sollte man vorzugsweise kräftige Jungpflanzen auswählen, die sind hierfür am besten geeignet. Sie sollten über einen stabilen, aufrecht wachsenden Mittel- bzw. Haupttrieb verfügen.
Mögliche weitere Haupttriebe sowie die Seitentriebe werden entfernt. Sollten sich am Haupttrieb Blätter befinden, dürfen diese nicht abgeschnitten werden, denn nur über die Blätter ist die Pflanze in der Lage, Sonnenlicht in Stärke umzuwandeln, was für sie überlebenswichtig ist. Da junge Pflanzen noch nicht komplett ausgereift sind, müssen sie z. B. mit einem speziellen Schlauchband an Stützstäben befestigt werden.

Hat der Haupttrieb die gewünschte Größe erreicht, wird die Triebspitze etwa 3-5 Augen über dem gewünschten Kronenansatz abgeschnitten. Aus diesen Augen entwickeln sich die Triebe für die spätere Krone. Diese werden dann ebenfalls wieder nach 3-5 Augen eingekürzt, was die Verzweigung der Krone fördern soll. Sämtliche Seitentriebe, die sich unterhalb der Krone bilden werden regelmäßig entfernt.

Tipp - Bei einer Erziehung als Hochstamm sollten grundsätzlich immer die Proportionen zwischen Stammhöhe, Krone und Kübelgröße stimmen. Optimal ist ein Verhältnis von 1:2:2 (Kübelgröße:Stamm:Krone). Ansonsten sollte man wissen, dass sich die Stammhöhe später nicht mehr korrigieren lässt, lediglich die Breite und Höhe der Krone.

Wissenswertes über Oleander

Die Blühwilligkeit dieser mediterranen Pflanze hängt sehr stark von der vorherrschenden Witterung ab. In kühlen und regnerischen Sommern sowie an zu dunklen, zu trocknen und zu kühlen Standorten entwickelt Oleander wesentlich weniger Blüten und er ist anfälliger für Krankheiten. Wie bereits erwähnt, sollte diese Pflanze vor Regen geschützt stehen. Dabei sind Sorten mit gefüllten Blüten deutlich stärker gefährdet als die ungefüllten. Dementsprechend ist ein geschützter Standort besonders wichtig.

Fazit

Oleander gehört dank seiner leuchtenden und teilweise auch duftenden Blüten zu den beliebtesten mediterranen Kübelpflanzen. Doch für eine reiche Blüte über viele Jahre müssen optimale Bedingungen geschaffen werden, angefangen vom Standort über den Schnitt bis hin zum Überwintern. Auch wenn häufig betont wird, dass es besser ist, auf einen Rückschnitt zu verzichten, ist er für einen optimalen Wuchs, eine gute Verzweigung und zur Vermeidung von Krankheiten auf jeden Fall empfehlenswert und das möglichst erst nach dem Überwintern.