Olivenbaum pflanzen - so geht's!

OlivenbaumOliven sind schmackhaft, vitaminreich und können vielseitig in zahlreichen kulinarischen Speisen eingesetzt werden. In vielen Menschen reift deswegen der Wunsch, Olivenbäume im eigenen Garten zu kultivieren und die schmackhaften Früchte dort selbst zu ernten. Viele mediterrane Gewächse sind einfach zu halten, dazu gehört auch Olea europaea. Die häufig auch als "Echter Ölbaum" oder "Baum des Friedens" bezeichnete Pflanze stellt nur wenig exotische Anforderungen an den Hobbygärtner. Zur Pflanzung des eigenen Olivenhains gibt es dennoch einiges zu beachten.

Der ideale Standort

Olivenbäume sind

äußerst wärme- und lichtbedürftig. Viele Gärtner gehen deswegen auf Nummer sicher und kultivieren die mediterranen Gewächse ausschließlich in Töpfen. Gönnen Sie Olea europaea in Kübelhaltung und auch direkt im Freiland einen vollsonnigen Standort. Selbst mit einem Platz im lichten Halbschatten kommt der bis zu 15 Meter hochwachsende Baum nur unzureichend zurecht. Besonders bei jungen Pflanzen leiden hier das Wachstum und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Am wohlsten fühlt sich die Nutzpflanze hinter einem hohen Gartenzaun oder in der Nähe der Hauswand wohl. Hier wird er ausreichend mit Wärme versorgt.

Um den Olivenbaum ganzjährig im Garten zu halten, sollten Sie bereits bei der Standortwahl einiges beachten. Denn während Kübelpflanzen beliebig versetzt werden können, ist das bei frei gepflanzten Gewächsen meist mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden. Halten Sie einen Mindestabstand von 6 bis 7 Metern zu anderen Bäumen hinein. Diese können sich rasch zu unliebsamen Konkurrenten um Licht und Nährstoffe entwickeln. Auch Stromleitungen und unterirdische Wasserrohre können - wie bei fast allen Bäumen - schnell zum Problem werden. Meiden Sie diese Standorte. Selbst durch einen kontinuierlichen Rückschnitt können Sie Olivenbäume nur bedingt in der Höhe kontrollieren.

Wie sich die Wurzeln entwickeln, ist abhängig vom Platz und der Beschaffenheit des Bodens. Im Pflanzgefäß ist das Platzangebot überaus beschränkt, hier sollten Sie etwa alle 2 bis 3 Jahre das Gewächs einen größeren Kübel umsetzen. Im Garten hingegen können die Wurzeln des immergrünen Baumes in einem lockeren Erdreich bis zu 8 Meter senkrecht in den Boden hinein wachsen. Ein felsiger oder stark verdichteter Untergrund hingegen "zwingt" den Baum zu einer eher senkrechten Ausbreitung. Eine wichtige Rolle für die spätere Entwicklung des Olivenbaumes spielt auch das richtige Substrat. Der Boden sollte humusreich und tiefgründig sein. Gegen einen leichten Lehm- und Sandgehalt im Erdreich hat der Olivenbaum auch nichts einzuwenden. Da eine Bodenverdichtung die Wurzeln schädigen kann, sollten Sie feine Kieselsteine beimischen. Für Ölbäume im Pflanzgefäß gilt eine ähnliche Zusammensetzung. Vermischen Sie herkömmliche Blumenerde mit Sand und Lehm. Der pH-Wert des Bodens sollte immer über 7 liegen.

Vorbereitung

Olivenbaum im TopfAn eigene Olivenbäume zu gelangen ist einfach: Sie können die Pflanzen selbst durch Stecklinge vermehren oder aus Samen ziehen. Die wohl einfachste Variante ist allerdings der Kauf im gut sortierten Gartencenter oder direkt in einer größeren Gärtnerei. Selbst gezogene Olea bilden kaum oder nur kleine Früchte aus. Ihr Augenmerk sollte hier also eher im dekorativen Erscheinungsbild des mediterranen Gewächses liegen, anstatt in der Fruchternte. Wenn Sie auf Olivenbäume aus dem Fachhandel zurückgreifen, können Sie das Exemplar bereits vor dem Kauf gründlich unter die Lupe nehmen:
  • Die Pflanze sollte keine gelben
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Blätter aufweisen.
  • Der Stamm muss einen geraden Wuchs besitzen.
  • Vertrocknete Gewächse nicht mitnehmen.
  • Die Triebe dürfen nicht verkrüppelt sein.
  • Im neuen Heim bedarf es einiger Vorbereitung, ehe Sie den Olivenbaum pflanzen können. Planen Sie eine dauerhafte Kultivierung im Freiland, so sollten Sie das junge Gewächs erst langsam an das direkte Sonnenlicht gewöhnen. Im Pflanzgefäß ist das noch verhältnismäßig einfach: Stellen Sie die Zierpflanzen ins Freiland und schützen Sie diese in den ersten Tagen vor der direkten Mittagssonne. Steigern Sie die Zeit langsam, in welcher die Gewächse dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Vor der Umsetzung in den Garten oder in ein neues Pflanzgefäß wird das Gewächs großzügig vom alten Substrat befreit. Ein etwa 2-stündiges Bad im lauwarmen Wasser sorgt dafür, dass es sich noch einmal ordentlich mit Wasser vollsaugen kann und dadurch weniger Stress beim Standortwechsel erleidet. Entfernen Sie vorsichtig abgestorbene oder kümmernde Wurzelenden mit einem scharfen Messer.

    Wichtige Tipps bei der Pflanzung

    Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen eines Olivenbaumes liegt zwischen Mai und Ende Juli. In diesen Monaten sind Frosteinbrüche und Minustemperaturen äußerst unwahrscheinlich. Zudem verbleibt genügend Zeit, damit sich der Olivenbaum am neuen Standort ausreichend akklimatisieren kann und gut gewappnet für die kalte Jahreszeit ist. Wird der Baum dauerhaft im Freiland kultiviert, so wählen Sie den Platz sorgfältig aus.
    • Das Pflanzloch sollte die doppelte Breite und Tiefe als der Umfang der Wurzeln betragen.
    • Umliegendes Erdreich ausreichend auflockern.
    • Geben Sie eine etwa 10 Zentimeter dicke Schicht halb reifen Kompost in das Pflanzloch.
    • Den Erdaushub mit Humus und Kieselsteinen vermischen.
    • Je nach Bedarf Lehm und Sand beimengen.
    • Mit Wasser ordentlich das Pflanzloch einschlämmen.
    • Baum einsetzen und das Loch mit Substrat auffüllen.
    • Behutsam das Erdreich andrücken.
    • Kräftig angießen.
    Bewegen Sie während der Pflanzung die Nutzpflanze vorsichtig hin und her. Dadurch verteilt sich die Erde besser und es können keine Hohlräume entstehen. Unter Umständen müssen Sie am 2. oder 3. Tag noch etwas Substrat nachschütten, weil sich der Boden im Pflanzloch gesenkt hat. Auch bei Ölbäumen hat sich übrigens ein Gießrand als überaus praktisch erwiesen. Dieser erleichtert Ihnen das Gießen und die Zufuhr von Nährstoffen. Der Rand besteht aus einer kegelförmigen Erdaufschüttung rings um den Stamm des Baumes. Die obere Spitze wird abgeflacht. Halten Sie diese Stelle frei von Unkraut, auch bodendeckende Pflanzen haben darauf nichts verloren.

    Kultivierung im Pflanzgefäß

    Ob der Echte Ölbaum den Winter unbeschadet im Garten übersteht, ist häufig ein Glücksspiel. Milde, feuchte Winter können allerdings häufiger zum Tod der mediterranen Pflanze führen, als lang anhaltende Minustemperaturen. Wenn Sie nicht in einer wintermilden Region wohnen oder den großen Aufwand für die sichere Überwinterung im Freiland scheuen, so lässt sich der Olivenbaum auch problemlos im Kübel halten. Dieser lässt sich einfach für den Winter präparieren oder direkt in einen frostsicheren Raum umsiedeln.

    Direkt nach dem Kauf der traditionsreichen Nutzpflanze können Sie diese in ein neues Gefäß umsetzen. Orientieren Sie sich bei der Größe des Kübels am Durchmesser des Wurzelballens. Das Pflanzgefäß sollte nur wenige Zentimeter größer sein, damit das Gewächs nicht all seine Kraft in das Wachstum der unterirdischen Pflanzenteile setzt. Unabhängig vom Alter und der Größe des Olivenbaumes sollten Sie am Kübelboden immer eine Drainage anlegen. Diese besteht aus porösem, nicht verrottbarem Material wie beispielsweise Lavasplitt, Kieselsteinen oder Tonscherben. Damit minimieren Sie die Gefahr von Staunässe, welche durch falsches Gießen oder starke Regenfälle auftreten kann.

    Tipp: Regen Sie Olea europaea zu einem buschigen Austrieb an, indem Sie die verholzten Jungtriebe regelmäßig stammnah abtrennen.

    Fazit

    Einen Olivenbaum zu pflanzen ist relativ einfach, sofern man den richtigen Standort findet und den Platzbedarf der Nutzpflanzen mit berücksichtigt. Ob Sie einen Echten Ölbaum sicher durch die eisige Jahreszeit bringen, ist allerdings von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. In wintermilden Regionen ist die Chance erheblich größer, dass das mediterrane Gewächs lebend das nahende Frühjahr erreicht. Doch auch als Zierpflanze im Kübel macht Olea eine dekorative Figur. Wie auch im Freiland sollten Sie bei dieser Art der Kultivierung jedoch dafür Sorge tragen, dass überschüssiges Wasser schnell von den Wurzeln wegfließen kann.