Feldrose, Kriechrose, Rosa arvensis - Pflege-Anleitung

FeldroseWer einen blühenden Garten bis weit in den Herbst hinein wünscht, der sollte Feldrosen, auch Kriechrosen genannt, anpflanzen. Denn diese Rosensorte verschönert mit ihren weißen Blüten als eine der letzten im Jahr einen Hang oder auch eine alte Mauer oder einen Zaun. Die Pflanze kriecht zwei bis drei Meter über den Boden, kann aber auch als Kletterpflanze angelegt werden. Gerade für einen naturnahen Garten ist die Rosa arvensis gut geeignet, da ihre Hagebutten den Vögeln im Winter reichlich Futter bieten.

Standort

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Wie jede Rosenart ist natürlich ein sonniger Standort ideal für die Feldrose, denn je sonniger der Platz, umso üppiger fällt die Blüte aus. Doch auch im Halbschatten fühlt die Kriechrose sich noch recht wohl. Auch wenn die Pflanze ein Sonnenanbeter ist, große Hitze verträgt sie dennoch nicht. Daher sollte bei der Wahl des Standortes auf jeden Fall auch darauf geachtet werden, dass dieser luftig ist und sich die Hitze nicht stauen kann, etwa in einer Mauerecke. Auf jeden Fall ist bei der Wahl des Standortes darauf zu achten, dass die Pflanze nach einem Niederschlag schnell wieder trocknen kann. Daher ist auch ein Platz unter Bäumen nicht empfehlenswert, da es hier nach einem Regenschauer noch zu längerem Tropfenfall kommen kann.

Tipp: Hat die Feldrose etwa den halben Tag lang Sonne, ist dies ideal, daher an einen Platz Richtung Osten oder Westen pflanzen. Steht die Rose zum Beispiel an einem Südhang, kann dies zu einem Hitzestau führen.

Substrat & Boden

Kriechrosen bevorzugen einen nährstoffreichen, durchlässigen gerne auch lehmigen Boden. Daher sollte auf das Folgende geachtet werden:
  • auch der Untergrund sollte nicht verdichtet sein
  • denn Staunässe, auch in den Tiefen, sollte unbedingt vermieden werden
  • sehr schweren Böden Kies oder Sand untermischen
  • bei zu sandigen Böden Gesteinsmehl zufügen
  • pH-Wert zwischen 6 und 7 ist ideal
Gießen & Düngen

Die Feldrose sollte regelmäßig aber nicht übermäßig gegossen werden. Staunässe ist hier unbedingt zu vermeiden. Aber auch ein Austrocknen kann der Pflanze schaden. Durch den Stress, der für die Pflanze durch falsches Gießen entsteht, ist sie anfälliger für Schädlinge und Krankheiten jeder Art. Daher beim Gießen und Düngen auf Folgendes achten:
  • zwischen den Gießphasen die oberste Erdschicht abtrocknen lassen
  • dies gelingt in Regenperioden leider nicht
  • daher die Erde locker halten, damit das Wasser abfließen kann und die Wurzeln Luft bekommen
  • beim Gießen darauf achten, dass Blätter und Blüten trocken bleiben
  • Mulch auf der Erde verhindert die schnelle Verdunstung
  • Kriechrosen müssen regelmäßig gedüngt werden
  • extra Rosendünger aus dem Handel oder Kompost sind ideal
  • vom frühen Frühjahr bis hin in den Herbst düngen
Tipp: Da die schönen Kriechrosen erst spät im Herbst blühen, sollten auch die Düngergaben bis dahin erfolgen, damit eine reichhaltige Blüte erfolgen kann.

Pflanzen

Idealerweise wird die Rosa arvensis im Herbst gepflanzt. Natürlich ist auch eine Pflanzung im Frühjahr möglich, doch dann muss mehr zugegossen werden. Bei der Vorbereitung des Pflanzlochs muss auf bestimmte Dinge unbedingt geachtet werden:
  • Feldrosen sind wurzelnackte Pflanzen
  • daher vor der Pflanzung einige Stunden, idealerweise über Nacht, in Wasser tauchen
  • Wurzeln dann ein wenig kürzen
  • Pflanzentriebe ebenfalls auf eine Länge von 20 cm kürzen
  • Boden um das Pflanzloch und im Loch selbst
    sehr tiefgründig auflockern
  • das Loch selbst sollte eine Größe von 40 cm³

    haben
  • ausgehobener Erde Kompost als erste Düngung untermischen
  • schweren Boden mit Sand oder Kies auflockern
  • im unteren Teil des Pflanzlochs Drainage aus dickem Kies oder Steinen zum besseren Abfluss anlegen
  • Pflanze einsetzen
  • mit Kompost-Erde-Gemisch auffüllen
  • gut angießen
  • in der ersten Zeit benötigt die Kriechrose zum anwachsen ausreichend Wasser, daher nicht austrocknen lassen
Tipp: Werden mehrere Feldrosen, zum Beispiel als Sichtschutz oder Bodendecker an einem Hang gesetzt, unbedingt auf genügend Abstand zwischen den Pflanzen achten, da diese ausläufig wurzeln. Werden die Kriechrosen als Bodendecker gepflanzt, muss hierbei zusätzlich bedacht werden, dass die Triebe zwei bis drei Meter lang werden.

Schneiden

Wer es gerne üppig mag, muss die Pflanze nicht zwingend in jedem Jahr zurückschneiden. Die Rosa arvensis treibt ihre Blüten nur an älteren Trieben. Daher sollten im Frühjahr nur die neuen Triebe gekappt werden, damit sich die Pflanze nicht übermäßig ausbreitet. Zudem wird im Herbst das trockene und tote Holz aus der Mitte der Pflanze entfernt und über das Jahr die vertrockneten Blüten. Ansonsten muss beim Schnitt noch folgendes beachtet werden:
  • immer eine scharfe Rosenschere nutzen
  • Scheren, die nicht richtig schneiden, können die Pflanze verletzen
  • bei Verletzungen dringen Bakterien ein, die die Rose nachhaltig schädigen könnten
  • daher die Schere vor dem Gebrauch auch desinfizieren
Vermehren

Das Vermehren der Rosa arvensis gelingt, wie bei vielen Rosensorten durch Stecklinge. Hierbei wird wie folgt vorgegangen:
  • beste Zeit ist der August
  • gut verholzte, einjährige Triebe nutzen
  • hiervon einen etwa bleistiftlangen Steckling schneiden
  • einige Millimeter unterhalb eines Blattes schneiden
  • alle Blätter und eventuelle Knospen entfernen
  • am unteren Ende gewässerte Stecklinge in Bewurzelungspulver tauchen
  • Stecklinge in humusreiche Erde in einen Topf oder in ein Stecklingsbeet stecken
  • ein Auge sollte mindestens in der Erde verschwinden
  • gleichmäßig feucht halten
  • Stecklinge treiben im nächsten Frühjahr in der Regel aus
  • im darauf folgenden Herbst junge Pflanzen an endgültigen Standort auspflanzen
Aussaat

Zur Aussaat werden die im Herbst an den Feldrosen entstandenen Hagebutten genutzt. Diese werden im Winter gut ausgereift nach dem ersten Frost eingesammelt und die Samen entnommen. Dann weiter wie folgt vorgehen:
  • Samen sofort in Anzuchterde etwa einen Zentimeter tief geben
  • in einen kühlen, auch dunklen Raum stellen und feucht halten
  • nach etwa ein bis zwei Monaten zeigen sich erste Keimlinge
  • dann an einen wärmeren, hellen Ort umstellen
  • sind die Keimlinge größer geworden, in nährstoffreiche Erde umpflanzen
  • obersten Trieb kappen, damit sich die kleinen Pflanzen in die Breite ausdehnen
  • ist die neue Rose groß genug, kann sie ins Beet umgesiedelt werden
Überwintern

Wie alle Rosen ist auch die pflegeleichte Kriechrose winterhart. Daher muss im Winter kein extra Schutz angebracht werden. Ratsam ist es jedoch, rund um die Pflanze eine Mulchschicht anzulegen, die die Wurzeln schützt. Kübelpflanzen hingegen sollten einen Winterschutz rund um den Kübel erhalten, da hier schneller Frost einschlägt. Auch können die Kübel, wenn vorhanden, in einen kühlen Wintergarten oder Keller zur Überwinterung verbracht werden. Wichtig ist, dass die Rosa arvensis bei sehr trockenem Wetter im Winter auch zugegossen werden muss. Hierfür immer nur die frostfreien Tage nutzen.

Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge

Leider sind alle Rosenarten sehr anfällig für Schädlinge, gegen die meist nur die Bekämpfung hilft. Doch gerade, wenn die Feldrosen in einem naturnahen Garten angepflanzt werden, sind sie durch die hier lebenden kleinen Tiere und Insekten gut geschützt vor etwaigen Schädlingen.

Fazit

Die Feldrose ist für alle Hobbygärtner ideal, die sich eine spätblühende und pflegeleichte Wildrose im naturnahen Garten wünschen. Ob als Bodendecker an einem sonnigen bis halbschattigen Hang oder als Sichtschutz an einer Mauer oder einem Zaun nach oben gebunden, die Kriechrose mit ihren schönen weißen Blüten bereichert jeden Garten und das nicht nur während der Blüte im Herbst. Denn im Winter bietet sie den vielen heimischen Vögeln mit ihren kleinen Hagebutten-Früchten natürliche Nahrung. Einzig der Schnitt, der in jedem Jahr erfolgen sollte, damit sich die Rosa arvensis nicht ungehindert ausbreitet und eine schöne Form behält, nimmt einige Zeit des Hobbygärtners in Anspruch.