Hunds-Rose, Rosa canina - Pflanzen und Pflege

WildroseDie Hunds-Rose Rosa canina ist ein bis zu 5 m hoher sommergrüner Strauch, der aufrecht und locker wächst. Ihre mit 7-10 mm langen Stacheln besetzten Triebe wachsen bogig überhängend. Meist wächst sie mehr in die Breite als in die Höhe. Im Juni zeigt sich eine überreiche Blütenfülle. An sonnigen Standorten sind die Blüten meist weiß und an halbschattigen eher rosafarben. Die Früchte, die diese Wildrosenarten ab September tragen, kennt man als Hagebutten, die je nach Art unterschiedliche Formen haben können.


/>Pflanzen

Diese Pflanzen werden als wurzelnackte oder Containerware im Handel angeboten. Während wurzelnackte Ware im Frühjahr oder Herbst gepflanzt wird, kann Containerware ganzjährig ausgepflanzt werden, vorausgesetzt der Boden ist frostfrei. Wurzelnackte Ware sollte unmittelbar nachdem Kauf eingepflanzt werden. Vor der Pflanzung wässert man Rosa canina-Arten gründlich. In der Zwischenzeit lockert man den Boden im Pflanzbereich etwa zwei Spaten tief gründlich auf und hebt ein etwa 30x30 cm großes Pflanzloch aus. Bei schweren Böden ist es ratsam, die Sohle des Pflanzlochs kräftig aufzureißen und die Erde mit Kompost durchlässiger zu machen. Als Startdüngung kann man den Boden mit Kompost, Stallmist und einem mineralischen Dünger anreichern. Danach kann die Hunds-Rose eingepflanzt, mit Erdaushub aufgefüllt, die Pflanze angehäufelt und reichlich gegossen werden. Bei der Pflanzung einer Wildrosenhecke sind Pflanzabstände von 1-2 m empfehlenswert.

Tipp: Es ist ratsam, vor der Pflanzung der Hunds-Rose, deren Wurzeln auf etwa 25 cm zurückschneiden, beschädigte Wurzelteile zu entfernen und auch die oberirdischen Pflanzenteile auf ca. 15 cm einzukürzen, sofern der Pflanzschnitt nicht schon vor dem Verkauf in der Gärtnerei erfolgt ist.

Standort und Boden

Die Hunds-Rose Rosa canina ist zwar ein Sonne liebendes Rosengewächs, gedeiht aber auch sehr gut an halbschattigen Standorten. Vollschatten ist allerdings ungeeignet. Was die Bodenbeschaffenheit betrifft, sollte dieser locker, nährstoffreich sowie mäßig feucht bis trocken sein, Staunässe ist zu vermeiden. Auf tiefgründigen Lehmböden und kalkhaltigen Böden soll sie besonders gut wachsen. Besonders fester Boden sollte immer mal wieder aufgelockert werden.

Gießen und Düngen  

  • Gegossen werden muss zu jeder Jahreszeit.
  • Der Boden darf nicht komplett austrocknen.
  • Er sollte auch nicht staunass sein.
  • Im Winter gießt man deutlich weniger und ausschließlich an frostfreien Tagen.
  • Die erste Düngung erfolgt bereits bei der Pflanzung.
  • Ab dem zweiten Standjahr im Frühjahr und Herbst etwas Kompost verabreichen.
Schneiden

Rosen schneidenEin Rückschnitt ist in der Regel nicht unbedingt erforderlich aber ratsam. Erste Schnittmaßnahmen sind wie bereits erwähnt, bereits bei der Pflanzung sinnvoll. Dabei werden schwächere Triebe bis auf 2-3 Knospen und starke bis auf 4-5 Knospen zurückgeschnitten. Man schneidet immer wenige Millimeter über einer nach außen gerichteten Knospe. Ansonsten sollte eher weniger als zu viel verschnitten werden und das auch nicht jedes Jahr. Vor jedem Schnitt sollte bedacht werden, dass die Hunds-Rose am zweijährigen Holz blüht und dementsprechend diese Triebe im Frühjahr nur minimal gestutzt werden. Anders sieht es mit vertrockneten und abgestorbenen Pflanzenteilen aus, diese werden vollständig entfernt. Des Weiteren kann etwa alle 5-6 Jahre ein Verjüngungsschnitt erfolgen, der durchaus etwas stärker ausfallen kann. Hierbei können
alte Äste bis zur Basis herausgeschnitten werden, das schafft Platz für

viele neue Triebe.

Tipp: Für den Schnitt sollten ausschließlich scharfe Schnittwerkzeuge verwendet werden, um Quetschungen zu vermeiden. Außerdem sollten die Schnitte immer schräg gesetzt werden, sodass die Neigung vom Auge weg führt. Das ist wichtig, damit Wasser immer gut ablaufen kann und sich keine Nässe an den jungen Trieben sammelt.

Vermehrung

Durch Aussaat

Eine Aussaat ist möglich aber in der Regel sehr langwierig. Zur Gewinnung von Samen kann man im Herbst die reifen Hagebutten ernten und das Fruchtfleisch von den Samen trennen. Anschließend müssen die Samen einer Kältebehandlung unterzogen werden. Dazu mischt man sie mit Sand, gibt alles in eine lichtdurchlässige Plastiktüte und lagert das Ganze für 2-3 Monate bei Zimmertemperatur. Danach kommt die Tüte mit dem Saatgut für weitere 4 Wochen in den Kühlschrank.
Nach dieser Kältebehandlung werden die Samen in ein Torf-Sandgemisch oder normale Aussaaterde ausgesät. Sie können mit Aussaaterde oder einer etwa 5 mm dicken Schicht Sand oder feinem Kies bedeckt werden. Anschließend wird das Substrat angefeuchtet und an einen Platz mit Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad gestellt. Nun sind Geduld und Ausdauer gefragt, denn bis zur Keimung kann es mehrere Monate dauern. Zeigen sich dann endlich die ersten Sämlinge, können diese sobald sie groß und kräftig genug sind, vereinzelt und im Frühjahr an Ort und Stelle ausgepflanzt werden.

Durch Ausläufer

  • Die Hunds-Rose gehört zu den ausläuferbildenden Wildrosen.
  • Dementsprechend kann sie über Ausläufer vermehrt werden.
  • Das kann im Frühjahr oder im Herbst passieren.
  • Man trennt die gewünschte Ausläuferzahl mit einem Spaten von der Mutterpflanze.
  • Dann kürzt man diese um etwa ein Drittel ein.
  • Anschließend an Ort und Stelle einpflanzen.
  • Nun hält man den Boden gleichmäßig feucht.
  • Das erleichtert und fördert das Anwachsen.
Tipp: Kürzt man die Ausläufer frühzeitig etwas ein, fördert das eine bessere Verzweigung.

Durch Steckhölzer

Rosa RosenEntsprechende Steckhölzer zur Vermehrung werden im Spätherbst, vor den ersten stärkeren Frösten von gesunden und kräftigen einjährigen Trieben geschnitten. Die bleistiftstarken, ca. 20 cm langen Steckhölzer werden am unteren Ende direkt unter einer Knospe schräg angeschnitten und das obere Ende wird etwa 1-2 cm oberhalb einer Knospe gerade geschnitten. Bis zum Frühjahr werden sie dann in feuchtem Sand eingeschlagen und in einem kalten, frostfreien Raum bei möglichst hoher Luftfeuchtigkeit zwischengelagert. Im zeitigen Frühjahr werden die Steckhölzer unmittelbar unter dem untersten Auge leicht angeschnitten, um die Bildung von Wurzeln zu fördern. Anschließend steckt man sie in Pflanzgefäße oder direkt im Garten in sehr lockere Erde.

Tipp: Kürzt man die Steckhölzer rechtzeitig minimal ein, fördert das eine bessere Verzweigung der noch jungen Pflänzchen.

Krankheiten und Schädlinge

Mehltau

Mehltaubefall zeigt sich an einem weißen Pilzgeflecht auf Blättern, Blüten, Knospen und Trieben. Bei fortgeschrittenem Befall rollen sich die Blätter ein und verkümmern. Befallene Pflanzenteile sollten komplett entfernt und entsorgt werden. Zur Weiterbehandlung bieten sich zugelassene Mehltaumittel aus dem Fachhandel an, die entsprechend den Vorgaben des Herstellers verwendet werden sollten.

Sternrußtau

Sternrußtau, der vor allem bei trüber und regnerischer Witterung auftritt, ist an leicht sternförmigen braunen oder schwarzen Blattflecken zu erkennen. Die Blätter vergilben und fallen frühzeitig ab. Offensichtlich befallene Blätter sollten restlos entfernt und entsorgt werden auch am Boden liegende. Im Anschluss kann eine Behandlung mit kupferhaltigen Präparaten erfolgen.

Gemeine Rosengallwespe

Die Gemeine Rosengallwespe zeigt sich an 5-10 cm großen Gallen, die mit grünen, gelblichen oder rötlichen Auswüchsen behaftet sind. Im Innern der Gallen leben die weißen Larven der Rosengallwespe, die dort auch überwintern. Bekämpft werden muss ein Befall in der Regel nicht. Sollte er stärker sein, können die Gallen weggeschnitten und entsorgt werden.

Fazit

Die Hunds-Rose Rosa canina ist die am weitesten verbreitetste heimische Wildrosenart, sie ist praktisch die 'Hunds-Rose unter den Hundsrosen'. Sie eignet sich für eine Einzelstellung ebenso gut wie für eine Heckenpflanzung. Die leicht duftenden weißen oder rosafarbenen Blüten dieser unverwüstlichen und wuchstarken Pflanze zeigen sich im Frühsommer für kurze Zeit. Die Früchte der Hunds-Rose, die sogenannten Hagebutten, sind ein sehr dekorativer Herbst- und Winterschmuck und haben bei Verzehr auch noch einen hohen gesundheitlichen Nutzen.