Wann Rosen schneiden? Tipps zum Rosenschnitt im Frühling

RosenschnittNicht nur was ihre Blüten betrifft, ist die Rose sehr variantenreich. Es gibt Beetrosen, Strauchrosen, Edelrosen, Heckenrosen und Kletterrosen. Jede Rose hat besondere Ansprüche an Pflege und Schnitt. Wann erfolgt der Rosenschnitt am besten: im Frühjahr vor dem Austrieb oder im Herbst nach der Blüte? Wann ist ein radikaler Rückschnitt nötig? Mit entsprechendem Basiswissen und etwas Übung bekommt man mit der Zeit ein Gefühl für den richtigen Schnitt seiner Rosen.

Frühjahresschnitt

Der Frühjahresschnitt ist der wichtigste Schnitt im

Jahr für die Rose. Wann genau im Frühjahr, das hängt jedes Jahr von der Witterung ab und von der Region. Daher ist die Zeitangabe "wenn die Forsythien anfangen zu blühen" perfekt.

Grundsätzlich werden auf jeden Fall all diejenigen Rosensorten im Frühjahr zurückgeschnitten, die ihre Blüten an den jungen, frischen Trieben ausbilden. Um das Austreiben möglichst vieler dieser Triebe zu fördern, ist ein Rückschnitt unbedingt notwendig.

Man beginnt damit, all diejenigen Triebe herauszuschneiden, die zur Mitte hin wachsen und die sich kreuzen, und zwar direkt an der Ansatzstelle. Das sorgt für eine gute Durchlüftung des Rosenstrauches und für ein harmonisches Gesamtbild. Alte und verholzte Triebe werden ebenfalls vollständig entfernt. Jetzt hat man bereits einen guten Überblick und kann mit dem Rückschnitt der wesentlichen, vitalen Triebe beginnen. Diese können dann auf fünf bis drei Augen gekürzt werden.

Trockene Blätter und Hagebutten vom Vorjahr müssen ebenfalls entfernt werden. Jetzt sind vielleicht nur noch wenige starke Triebe übrig, deren letzten Augen jeweils nach außen verweisen. Fertig ist der Frühjahrsschnitt.

Wie weit nun dieser Hauptrückschnitt erfolgen muss, hängt erstens von der Art der Rose und zweitens von ihrer individuellen Wuchsfreudigkeit und Wuchsform ab. Dazu mehr, weiter unten im Text.

Ausputzschnitt, Sommerschnitt

In der ganzen vegetativen Periode greifen ambitionierte Rosenbesitzer immer wieder zur Rosenschere. Wer die verblühten Blüten abschneidet, verhindert, dass die Kraft in den Fruchtansatz geht, und fördert damit die zweite Blüte. Der Schnitt sollte schräg, nach außen verlaufend durchgeführt werden. Man setzt den Schnitt dabei nicht direkt am Blütenansatz, sondern ungefähr einen halben Zentimeter über dem nächsten fünfblättrigen Blattstiel an. Macht der ganze Trieb einen schwachen und zu dünnen Eindruck kann er dabei ruhig schon bis zum Ansatz entfernt werden.

Wer sich noch mehr Mühe machen möchte, kann zu Beginn der Knospenbildung, ca. 3 Wochen vor der Blüte, schon etwas für eine möglichst kurze Blühpause tun. Dafür empfehlen Experten, ungefähr jeden 4. knospentragenden Trieb zurückzuschneiden. Geschnitten werden jeweils drei bis vier Blätter unter einer Knospe.

Herbstschnitt

Rosen schneidenEin Herbstschnitt ist nicht zwingend erforderlich, ist aber eine effektive Maßnahme gegen einige Rosenkrankheiten. Sobald die ersten Fröste übers Land ziehen, ist es Zeit für den Herbstschnitt. Dabei werden auf jeden Fall alle abgestorbenen und zu dünnen Triebe sowie totes Holz entfernt. Dies wird ansonsten im Winter zur perfekten Brutstätte für Pilzkrankheiten und Fäulnis. Wer mag, kann alle weiteren vitalen Triebe etwas einkürzen, ungefähr zwei Drittel bleiben stehen. Ungefähr gleich hoch sollten die Triebe dann sein (Saftwaage).

Schnitttechnik

Rosen sind nicht unbedingt
pflegeleicht und

relativ anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Daher ist es wichtig, einige grundlegende Dinge für einen gesunden Schnitt zu beachten. Das gilt eigentlich für alle Gehölze, ist jedoch für Rosen besonders wichtig:
  • scharfes Schneidewerkzeug (die Stängel dürfen nicht gequetscht werden!)
  • Schnitt über ein nach außen zeigendes Auge
  • Schnitt einen halben Zentimeter über dem ausgewählten Auge ansetzen
  • Schnitt etwas schräg durchführen, damit Regenwasser ablaufen kann
  • Schnitt nicht zu schräg durchführen, damit keine unnötig große Schnittfläche (Wunde) entsteht
  • beim Entfernen ganzer Triebe, bündig am nächsten Zweig abschneiden, keinen "Stummel" stehen lassen
Rückschnitt, Stärke
 
Auch wenn jede Rosensorte individuell behandelt werden will, gibt es ein paar grundsätzliche Tipps, wie kräftig ein Rückschnitt erfolgen sollte.
Die Grundregel ist paradox, aber recht simpel:

Schwache und langsam wachsende Rosen, werden kräftig zurückgeschnitten. Üppig und stark wachsende Rosen hingegen, sollten weniger stark gestutzt werden.

Diese Grundregel lässt sich einfach herleiten: Je stärker der Rückschnitt erfolgt, desto stärker wird der Neuaustrieb angeregt und umgekehrt, je sparsamer geschnitten wird, desto zurückhaltender der Neuaustrieb.
 
Um eine bestimmte Wuchsform zu erziehen, hier ein weiterer Tipp: Wird der Haupttrieb eines Rosenstockes auf bis zu drei Augen zurückgeschnitten, fördert dies längere und starke, aber weniger Triebe. Bei einem Rückschnitt auf bis zu sechs Augen oder mehr, wird ein eher buschiger Wuchs gefördert. Es treiben mehr Triebe aus, die nicht so lang werden.

Tipp: Schwächelnde Rosen am besten stark zurückschneiden. Je weniger altes Holz sie zu versorgen haben, desto mehr Kraft geht in die Triebe. Lässt die Wuchsfreudigkeit trotzdem zu wünschen übrig, kann auch ein Nährstoffmangel oder ein Wurzelproblem die Ursache sein.

Schnitt von Kletterrosen

Kletterrosen benötigen in ihren ersten Jahren einen besonderen Schnitt, denn sie müssen zu ihrer richtigen Form erzogen werden. Ähnlich wie beim Wein ist hier zunächst auch ein jährlicher Erziehungsschnitt notwendig. Kletterrosen blühen an den waagerechten Trieben. Je nach gewünschter Wuchsrichtung gilt es also, kräftige lange Triebe, sobald es möglich ist, waagerecht an einem Spalier o. Ä. zu fixieren. Diese Haupttriebe bilden dann viele Blüten tragende Seitentriebe aus. Diese können nach der allgemeinen Beschreibung für den Rosenschnitt im Frühjahr eingekürzt werden. Grundsätzlich werden Kletterrosen zurückhaltender geschnitten. Auch hier wird zwischen ein- und zweimaliger Blüte unterschieden. Die verblühten Blüten der öfter blühenden Sorten werden, wie oben beim Ausputzschnitt beschrieben, entfernt. Wenn die Triebe mit der Zeit zu dicht geworden sind, kann man alte Triebe (5 Jahre oder älter) direkt an der Basis entfernen.
 
Schnitt von Heckenrosen

Meistens sind es einmalblühende Wildrosen, die sich wunderbar zur Heckenbepflanzung eignen. Hier entfällt der Ausputzschnitt, schließlich möchte man sich im Herbst an den roten Hagebutten erfreuen. Ein Frühjahresschnitt erfolgt hier auch nicht, denn die Blüten bilden sich am Vorjahresholz. Die Heckenrosen werden, genau wie die einmal blühenden Ramblerrosen, je nach Bedarf nur ausgelichtet.

Schnitt von Beetrosen

Im Frühjahr werden bei den Beetrosen alle kranken, erfrorenen Triebe entfernt. Der Rest wird auf vier bis 8 Augen gekürzt. Auch hier, starke Triebe länger lassen, schwache Triebe stärker kürzen. Ältere Triebe werden direkt an der Basis abgeschnitten.

Schnitt bei Edelrosen

Der Schnitt unterscheidet sich nicht von den allgemeinen Angaben für den Frühjahrsschnitt. Tendenziell werden Edelrosen stärker eingekürzt als Beetrosen.

Schnitt bei Strauchrosen

Bei Strauchrosen ist eine üppige, strauchartige Wuchsform erwünscht. Ein strenger Rückschnitt erfolgt nur in Notfällen. Ansonsten werden im Frühjahr lediglich Triebe, die sich kreuzen zurückgeschnitten. Ebenso erfrorene und abgestorbene Triebe. Bei remontierenden Sorten wird ein Ausputzschnitt für eine üppige zweite Blüte notwendig.

Fazit

Mit ein paar grundsätzlichen Anleitungen zum Rosenschnitt, kann man seine Rosen zur Höchstform auflaufen lassen. Mit der Zeit und etwas Übung kommt das nötige Selbstvertrauen. Man sieht recht schnell den Erfolg, den ein richtig gesetzter Rückschnitt hat. Eh man sich versieht, zählen die Arbeiten wie der Rück- und Ausputzschnitt zu den liebsten Beschäftigungen. Also, Handschuhe an und mit scharfer Rosenschere frisch ans Werk. Die meisten Rosen verzeihen auch mal einen fehlerhaften Schnitt.