Strauchrosen schneiden - Tipps zum Rückschnitt (zurückschneiden)

Strauchrosen schneiden - Tipps zum Rückschnitt (zurückschneiden)

 Die wichtigste Pflege einer Rose ist der Schnitt. Er dient nicht nur der Schönheit, sondern auch der Gesundheit der Pflanze. Gerade beim Schnitt sind jedoch viele Hobbygärtner unsicher, sodass die Aufgabe überhaupt nicht oder nur zögerlich angegangen wird. Dabei ist das Schneiden gar nicht so schwer, wenn Sie sich einmal die Grundprinzipien klargemacht haben:

strauchrosen3 flWann erfolgt der Rückschnitt bei der Strauchrose?

Der grundsätzliche Schnitt einer Rose wird im Frühjahr vorgenommen. Dieser Schnitt soll die

Weichen für den weiteren gesunden Wuchs der ganzen Pflanze legen, aber natürlich auch schwache Stellen korrigieren. Dabei kommt es entscheidend auf die Witterung an, nur wenn wirklich keine starken Fröste mehr kommen können, können die frostempfindlichen Rosengewächse geschnitten werden. Wie oft und wie viel geschnitten wird, hängt von der Sorte ab:

Schnitt der einmal blühenden Strauchrosen

Strauchrosen, die nur einmal im Jahr blühen, entwickeln ihre Blüten nur an mehrjährigen Zweigen, die ihnen deshalb natürlich gelassen werden. Diese Rosen werden also nicht jedes Jahr zurückgeschnitten, Sie entfernen nur alle zwei bis drei Jahre einige alte Triebe zur Verjüngung des Stockes. Diese Triebe werden dann völlig herausgeschnitten, wobei Sie sehr vorsichtig vorgehen sollten: Einer gut geschnittenen Strauchrose darf man eigentlich nicht ansehen, dass sie beschnitten wurde. Diese pflegeerleichternde Zurückhaltung bedeutet übrigens nicht, dass Sie jeden Schnitt ganz unterlassen können, damit würden Sie dafür sorgen, dass der Strauch vorzeitig vergreist. Außerdem würde die Rose bei natürlichem Wuchs immer dichter werden, das kann den Pilzbefall fördern.

Kleine Strauchrosen oder Bodendeckerrosen beschneiden

Die Winzlinge müssen Sie nicht unbedingt jedes Frühjahr zurückschneiden, auf jeden Fall entfernen sollten Sie nur alle Zweige, die zu dicht wachsen oder in eine Richtung, in der sie sich wahrscheinlich störend bemerkbar machen werden. Sie können aber jährlich zurückschneiden, wenn Sie Wert auf sehr kompakte Pflanzen legen. Der Schnitt richtet sich dann nach den allgemeinen Regeln, besonders stark wachsende Sorten sollten allerdings nicht zu radikal beschnitten werden, da sie sonst gerne sehr kräftig neu austreiben, mit vielen unerwünscht langen und dünnen Ruten. Jedes fünfte Jahr vertragen aber auch Kleinstrauchrosen einen
Radikalschnitt gut, der den Stock zu neuen Trieben anregt.

Mehrfach blühende Strauchrosen zurückschneiden

Blüht Ihre Strauchrose mehrmals im Jahr, sollten Sie ihr im Frühjahr einen Rückschnitt verpassen, bei dem etwa ein Drittel der gesamten Höhe geopfert wird. Sie schneiden aber nicht einfach unkritisch ab, sondern entfernen alles, was die Gesundheit und die Stabilität der Pflanze gefährden könnte. Hier geht es darum, alle schwachen und alle überalterten Triebe zu entfernen, das Ergebnis sollte eine ausgewogene Mischung von Zweigen aller Altersstufen sein, die dem Strauch genügend Luft gibt.

Grundregeln für den Rückschnitt
  • Dass sich der Schnitt danach richten muss, ob die Rose am frischen Holz blüht oder an den mehrjährigen Zweigen, wurde schon erwähnt. Immer wird alles herausgeschnitten, was zu alt ist, tot erscheint oder nach innen wächst. Im Frühjahr kann man recht gut erkennen, welcher Zweig den Winter gut überlebt hat und welcher eher schwächelt. Auch die Wildtriebe sollten entfernt werden, also die Zweige, die sich unterhalb von Veredlungsstellen am Wurzelhals entwickeln, sie machen der aufgesetzten Edelsorte ja

    Konkurrenz. Alle Rosengallen, die faserigen Schwämme an den Trieben, sollten so früh wie möglich entfernt werden, da sie die Rosen schwächen und den Gallwespen als Brutstätte dienen.
  • Geschnitten wird möglichst schräg über einem außen liegenden Austriebspunkt (Auge) am Zweig. Die Austriebspunkte zeigen sich über den einzelnen Blattansätzen, Austriebspunkte an alten Zweigen werden schlafende Augen genannt, weil sie erst durch starken Schnitt zum Austreiben zu bewegen sind. Sie setzen den Schnitt also schräg etwa einen halben Zentimeter über dem ausgewählten Auge an und ziehen dann mit einer scharfen Schere zügig durch, sodass Sie glatte Schnittwunden mit nur kleinen Verletzungen bewirken.
strauchrosen2 flFormschnitt, Erziehungsschnitt, Pflegeschnitt
  • Der Schnitt hat grundsätzlich das Ziel, die gesamte Rosenpflanze so offen im Wuchs zu halten, dass sie überall ungehindert wachsen kann. Wenn der Rosenstrauch unter solchen Bedingungen wächst, wird er wenig Probleme mit Pilzen haben und prächtige Blüten entwickeln. Der Schnitt dient jedoch auch der Erziehung, Sie entscheiden, wie hoch oder dicht oder breit Rose werden soll. Sie müssen sich also in das künftige Geschehen hineindenken: Wohin wird die Rose wachsen, wenn ich hier oder dort schneide? So werden Hochstämme gezogen oder breite flache Büsche.
  • Meist werden alle abgeblühten Blüten sofort entfernt, damit verhindern Sie den Fruchtansatz, was eine zweite Blüte bringen kann. Sie können die Früchte natürlich auch ausreifen lassen und die köstlichen und Vitamin-C-reichen Hagebutten zu Hagebuttenmark (Hagebutten-Marmelade), Hagebuttensaft oder Hagebuttentee verarbeiten. Stark wachsende Rosen können im Herbst nochmals leicht zurückgeschnitten werden, dabei können Sie weiter die gewünschte Form verfolgen und auch gleich möglicherweise pilzbefallene Zweige und Blätter entfernen.