Wie Kletterrosen besser wachsen - Pflege und Schnitt

Wie Kletterrosen besser wachsen - Pflege und Schnitt

Kletterrosen sind in einmalblühende und öfterblühende zu unterteilen, blühen ebenfalls nicht an den Haupttrieben, sondern an kurzen Seitentrieben. Auch hier gilt also der Grundsatz, dass die Reichblütigkeit einer Pflanze umso größer ist, je mehr Seitentriebe 1., 2. und höherer Ordnung sie besitzt.

kletterrosen_flWie die kletternden Wildrosen bedürfen auch die Kultursorten der Kletterrosen einer Stütze. Ihre oft meterlangen einjährigen Ruten müssen zum Klettern an ein Gerüst angebunden werden, sie dürfen, auch wenn sie zunächst

keine Blüten bringen, keineswegs als „Wasserschosse“ betrachtet und weggeschnitten werden. Durch rechtzeitiges fächerartiges Ordnen und leicht bogiges Aufbinden der langen einjährigen Triebe und der daraus entstandenen Seitentriebe 1. Ordnung kann man nicht nur eine starke, gleichmäßige Verzweigung erreichen, sondern auch viele kurze Seitenzweiglein höherer Ordnung, an deren Enden sich Blüten entwickeln. Als Climbing- Sorten werden Kletterrosen bezeichnet, die durch Mutationen aus Sorten anderer Rosengruppen entstanden sind.

Pergolen

An Pergolen ergeben sich ausgezeichnete Verwendungsmöglichkeiten für Kletterrosen. Ein Teil ihrer Leistungsfähigkeit bleibt jedoch ungenutzt, wenn man ihre Langtriebe nur an eine schmale Säule anbindet, zu den Auflagehölzern der Pergola hochleitet. Meist verkahlen die Triebe unten, bringen nur an ihren Seitenzweigen im „Sparrenbereich“ Blätter und Blüten. Besser wäre es, an den Säulen ein Lattengerüst anzubringen, an dem die Seitenzweige, bogig angebunden, reichen Flor bringen. Gleiches erreicht man, wenn man die Haupttriebe spiralig an der Säule hochwindet.

Spaliere, Wände

Eine klassische, aber nicht unproblematische Verwendung für Kletterrosen. Welche Wand ist am besten geeignet, die Süd-, West-, Ost- oder Nordwand? Wie weit muss das Gerüst von der Wand entfernt sein? Kletterrosen gedeihen an jeder Wand, wenn die Gerüste nicht zu nahe (ca. 15 cm) an der Wand angebracht werden; an der Südseite wären die Rosen sonst zu starker Überhitzung und damit starkem Schädlings- und Krankheitsbefall ausgesetzt.

Pflanzabstände

Der Pflanzabstand hängt sehr von der Wuchsstärke, Wuchsform und vom Klima ab. In Gebieten ohne nennenswertes Herunterfrieren der Triebe benötigen starkwüchsige Sorten mit breitbogig ausbreitenden
Trieben etwa 2,50-3,50 in mehr, schwachwüchsige bzw. mehr aufrechtwachsende Sorten etwa 2-2,50 m. In klimatisch ungünstigen Gebieten mit öfterem Rückfrieren der Triebe genügt oft ein Pflanzabstand von 1,50-2,50 m.

Abhäufeln

Die kleinen, im Spätherbst als Winterschutz angehäufelten Erdhügel werden im Frühjahr mit einer kleinen Hacke oder Gabel - unter Schonung der Triebe - eingeebnet. Die beste Zeit dazu sind die warmen, trockenen Tage von Mitte März bis Mitte April - also dann, wenn der Boden abgetrocknet ist, die Augen (Triebknospen) der Rosen anschwellen und sich rötlich färben.

Kletterrosen blühen an den Seitentrieben erster und höherer Ordnung. Die langen einjährigen Triebe (Ruten) blühen nicht, dürfen deshalb aber nicht als „Wasserschosse“ bezeichnet und weggeschnitten werden. Sie dienen der Verjüngung, dem Neuaufbau des Strauches. Sie werden bogig angebunden und blühen ab dem nächsten Jahr an ihren Seitentrieben. Zunächst werden alle erfrorenen, abgestorbenen Triebe weggeschnitten, die überalterten Triebe, deren Blühfähigkeit nachlässt, möglichst tief herausschneiden, um einen Neudurchtrieb von der Basis her zu erzwingen. Von zu dicht stehenden Seitentrieben 1. oder höherer

Flüssigdüngung

Will man den Rosen die Nährstoffe so zuführen, dass diese rasch wirken, gibt man ihnen diese in

einer Düngerlösung. Man löst pro 1l Wasser 2-3 ml eines Flüssigdüngers oder 2-3 g eines leicht löslichen mineralischen Düngers und gießt damit die Rosen. Von dieser Düngerlösung niedriger Konzentration werden etwa 5-10 I/m² gegeben, bei ausreichend feuchtem Boden.

Blattdüngung

Die Blattdüngung sollte den Fallen akuter Mangelerscheinungen vorbehalten bleiben. Sie erfolgt durch Spritzen oder Sprühen mit einer niedrigprozentigen Lösung eines flüssigen oder leicht löslichen mineralischen Düngers auf die Blattunterseite. 

Ursachen für schlechtes Gedeihen

Allgemeine Wachstumsstörungen

kletterrosen2_flOptimale Wachstumsverhältnisse erübrigen manche Krankheits- und Schädlingsbekämpfungsarbeit. Die Rose ist auch nicht anfälliger als manche andere Pflanze. Man sollte sich mehr darum bemühen, den Rosen gute Wachstumsbedingungen zu schaffen, als nach Krankheiten und Schädlingen Ausschau zuhalten. Nicht wenige Schädigungen oder Symptome schlechten Gedeihens sind auf andere Ursachen zurückzuführen.

Wetterschäden

Bei Spätfrostschäden schneidet man nach Abklingen der Frostperiode die letztjährigen Triebe auf das nächste, unter dem zerstörten Austrieb befindliche Auge zurück. Wurden die Blätter und Triebe durch Hagel weitgehend zerstört, schneidet man auf weniger stark geschädigte Triebteile zurück.

Wasserversorgung

Zu trockener Boden hemmt die Wasser- und Nährstoffversorgung der Rossen. Zu nasser, insbesondere staunasser Boden bewirkt Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und hemmt die Aufnahme des Nährstoffes Eisen. Die jungen Blätter werden hellgelb, ihre Blattadern bleiben grün. Die Pflanze ist schwachwüchsig und kümmert.