Niedrig wachsende Bodendecker und Stauden für Sonne und Schatten

ZwergmispelblütenBodendecker sind in unseren Gärten besonders beliebt und überdies pflegeleicht. Die Vielfalt an unterschiedlichen Gewächsen für nahezu jeden Standort gibt dem Gärtner die Möglichkeit, abwechslungsreiche Arten zu kombinieren und kultivieren. Bodendecker machen nur wenig Arbeit, bereichern unsere Gärten jedoch mit ihrer Artenvielfalt. Für Sonne und Schatten stehen zahlreiche Sorten zur Verfügung. Einmal an den optimalen Standort gesetzt erfreuen sie uns über lange Zeit. Wir helfen Ihnen hier bei der richtigen Auswahl aus dem breiten Angebot.

Substrat und Boden


/>In der Regel bevorzugen Bodendecker durchlässigen Boden, Staunässe sollte bei fast allen Stauden unbedingt vermieden werden. Der Aushub darf mit Kompost oder Hornspänen vermischt werden, so wird von Anfang an eine ausgewogene Nährstoffversorgung gewährleistet. Falls der Boden sehr dicht und fest ist, bietet sich eine Drainage an. Sie kann durch die Zugabe von Kies und Sand, auch unterhalb der geplanten Pflanztiefe, leicht erzeugt werden. Für die meisten Stauden, die als Bodendecker dienen, erübrigt sich ein besonderer Boden, die genügsamen Gewächse sind mit der normalen Gartenerde zufrieden. Aufgrund ihres raschen Wachstums vertreiben sie Unkraut und sorgen so für weniger Arbeit beim Gartenliebhaber.
  • Bodendecker brauchen keinen Mulch, sie schützen sich selbst vor dem Austrocknen
Tipp: Fast alle Bodendecker verhindern Unkraut, weil sie eine Ansiedlung der umherfliegenden Unkrautsamen verhindern. Sie nehmen selbst hartnäckigen Wildkräutern den Platz weg, sorgen jedoch im Untergrund für aktives und gesundes Bodenleben.

Standort

Der Standort ist von Sonne und Schatten abhängig, wie weiter unten beschrieben wird. Wichtig ist jedoch, dass viele der Pflanzen als Beeteinfassung, Grabbepflanzung, Flächenbegrüner oder sogar niedrige Hecken zum Einsatz kommen können. Die kleinen Stauden sollten nicht zu dicht gesetzt werden, weil sie sich im Laufe der Zeit noch ausdehnen. Der Pflanzabstand orientiert sich an der Größe einer ausgewachsenen Pflanze und liegt fast immer bei 40 bis 60 cm. Wer die Bodendecker in der Fläche ansiedeln will, sollte auf die Empfehlung der Händler achten, meist aber sind pro Quadratmeter 4 - 6 Pflanzen vorgesehen.
Containerware ist das ganze Jahr über verfügbar, traditionell werden Stauden jedoch im Frühling oder Spätherbst gesetzt. Stauden in Töpfen stehen von März bis Anfang Dezember zur Verfügung, sollten aber nicht bei Frost eingepflanzt werden.

Empfehlenswerte Sorten für Sonne

  • Goldkugel, Allyssum saxatile, Steinkraut, intensiv duftend, ca. 20 cm, wintergrün, für Steingärten geeignet
  • Aquilegia Alpina, Alpenakelei, blau blühend, ca. 40 cm, benötigt Rückschnitt
  • Sommerschnee, Anaphalis triplinervis, 20 cm Polsterstaude, pflegearm, Bienenweide
  • Aster dumosis, Kissenaster, ca. 20 cm, verschiedene Violetttöne, keine Pflege erforderlich
  • Immergründer Gamander, Zauberblume, ca. 30 cm, purpurrosa Blüte
  • Erica carnea, Immergrüne Winterheide, ca. 15 cm hoch, benötigt Rückschnitt nach Blüte
  • Acaena microphylla, Grauer Zwerg, nur ca. 5 cm, weiß blühend, kriechend, mattenartig, auch für Steingärten bestens geeignet
  • Arabis arendsii, kaukasische Gänsekresse, purpur blühend, ca. 15 cm, wintergrün, bildet Polster
  • Bistorta affinis, Teppich-Knöterich, Blüte rosa, ca. 25 cm, Laub im Herbst orangefarben
StorchschnabelbeetEmpfehlenswerte Sorten für Schatten
  • Vinca minor, ca. 15 cm, violett blühend, wintergrün,  breitet sich schnell aus
  • Sedum hybridum, immergrüner Mauerpfeffer, gelb
    blühend, ca. 20 cm
  • Ajuga reptans, Günsel, in verschiedenen Farben erhältlich, ca. 15 cm hoch, keine Pflege nötig, bildet wintergrüne Teppiche
  • Anemone sylvestris, Wald-Anemone, Bienenweide, weiß blühend, robust, ca. 40

    cm, tolle Schnittblume
  • China-Astile, Prachtspiere, ca. 40 cm, purpurrosa Blüte, auch als Schnittblume geeignet
  • Schein-Bleiwurz, ca. 25 cm, blau blühend, Laub verfärbt sich im Herbst in Rottöne, bildet dichte Polster
  • Tiarella Cordifolia, Schaumblüte, ca. 20 cm, weiß sternförmig blühend, wintergrün mit rot-brauner Herbstfärbung, bildet flache Teppiche
  • Waldsteinia ternata, Teppichwurz, ca. 15 cm, gelb blühend, dichter, teppichartiger Wuchs, immergrün, verhindert Unkraut auch auf schwierigen Flächen
  • Epimedium cantabrigiense, Cambridge- Elfenblume, ca. 20 cm, Blüte gelb mit rotem Rand, besonders robust gegen Unkräuter
Für halbschattige Standorte
  • Bergenia cordifolia, Riesensteinbrech, ca. 30 cm, hellrosa blühende Trugdolden, gute Schnittblume, wintergrün
  • Buglossoides purpurocaerolea, purpurblauer Steinsame, ca. 30 cm, wechselt Blütenfarbe von rot zu blau
  • Duchesnea india, Scheinerdbeere, ca. 10 cm, Blüte gelb, entwickelt Früchte
  • Galium, Waldmeister, aromatische Blätter, essbar, Blüte weiß, ca. 15 cm
  • Geranium macrorrhizum, Balkan-Storchschnabel, ca. 30 cm, purpurrote Blüte, immergrün
  • Primula denticulata, Kugelprimel, ca. 30 cm, violett blühend, bildet Polster, sommergrün
Gießen und Düngen

Die meisten der kleinen Stauden stellen keine besonderen Ansprüche an die Düngung. Sie dürfen ein bis zweimal im Jahr eine geringe Menge an Langzeitdünger erhalten, davon abgesehen sind sie genügsam. Weil sie dicht am Boden wachsen und oftmals einen dichten Teppich oder feste Polster bilden, besteht auch nicht die Gefahr der Austrocknung, ganz im Gegenteil, sie speichern Wasser im Boden und können daher auch in Trockenphasen gut wachsen. Nur in ausgesprochenen Dürrezeiten sollten sie Wassergaben erhalten.
  • die Stauden können im Frühling statt Mineraldünger etwas Kompost erhalten
Tipp: Viele der blühenden Stauden eignen sich hervorragend als Schnittblumen, zum Beispiel für kleine Biedermeiersträuße. Sie lassen sich hier farblich gut kombinieren.

Vermehren

SpindelstrauchMeistens sorgen die Stauden selbst dafür, dass sie sich vermehren und ausbreiten, wobei einige der Pflanzen sehr schnell wachsen und sich dicht ausbreiten. Bei zu starkem Wachstum oder sehr dichten Polstern und Hosten empfiehlt es sich, im Herbst oder zeitigem Frühjahr die Stauden auszugraben und zu teilen. Dazu wird mit dem Spaten oder einem scharfen Messer der Wurzelballen zerschnitten. Die so verjüngte Pflanze kommt wieder an ihren Platz, wo sie im kommenden Jahr gekräftigt neu austreibt. Die abgetrennte Jungpflanze wird an ihren neuen Standort gesetzt, wo sie ihr eigenes Wachstum beginnt. Das bietet auch die Möglichkeit, sehr groß gewordene Stauden auszudünnen und mit neuen, jungen Pflanzen zu kombinieren, um dem Garten immer wieder ein neues Gesicht zu geben.

Tipp: Tauschen Sie mit Freunden, Bekannten und Nachbarn die neu gewonnenen Jungpflanzen. Auf diese Weise erhöhen Sie die Artenvielfalt und können verschiedene Bodendecker kombinieren.

Überwintern

Fast alle Bodendecker-Stauden sind winter- und auch frosthart. Bei sehr niedrigen Temperaturen, also strengem Frost, können die niedrigen Stauden mit Tannengrün, Laub oder Gärtnervlies abgedeckt werden. Das empfiehlt sich besonders dann, wenn die Gewächse in Kübeln kultiviert werden. Hier kann es vorkommen, dass die schützende und wärmende Erdschicht nicht dicht genug ist, um den Wurzeln Schutz vor dem Frost zu bieten. Alternativ dazu können die Pflanzgefäße auch in der Garage oder einem anderen kühlen, frostgeschützten Ort aufbewahrt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Bodendeckende Stauden gelten als robust, pflegeleicht und nicht anfällig für Krankheiten. Woll- oder Schmierläuse sind ebenso selten wie Blattläuse. Es kann unter unglücklichen Umständen zu Pilzerkrankungen kommen. Dann ist es wichtig, sofort zu handeln. Befallene Pflanzen sollten am besten komplett entfernt werden, die übrigen Exemplare werden sich rasch auf dem frei gewordenen Platz ausbreiten, eventuell können einige Stauden geteilt werden.

Fazit

Kein Garten kommt ohne die artenreiche Vielfalt der bodendeckenden Stauden aus. Sie dienen als Beeteinfassung und Kissenpolster ebenso wie als flächendeckende Teppiche. Ob immergrün, bunt blühend oder stark duftend, die vielfältigen Bodendecker bilden in jeder Hinsicht einen erfreulichen Anblick. Pflegeleicht, winterhart und vielfältig in Form, Struktur und Farbe, so präsentieren sich die praktischen Gewächse für sonnige und schattige Standorte gleichermaßen. Sie bereichern unsere Beete und sorgen für optische Abwechslung. Bodendecker gibt es für jeden Standort, so dass häufig die Auswahl schwer fällt. Sie sind ein absolutes Muss in jedem Garten.