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Glockenblume
Pflanzen im Garten - Stauden

Glockenblume

Die Glockenblume gehört zur Familie der Glockenblumengewächse. Sie wurde im Februar 2001 zur Staude des Jahres gewählt. Neben den mittelhohen und hohen Pflanzen für Rabatten oder Beete gibt es auch niedrige, teilweise Polster bildende Arten für den Steingarten.

Bereits im 16. Jahrhundert wurden die Pflanzen mit den Glockenblüten erwähnt. Der botanische Name Campanula bedeutet nichts weiter als Glocke bzw. Glöckchen und bezieht sich auf die Blütenform.

An den kräftigen pyramidenförmigen Pflanzen hängen zahlreiche große, geöffnete, glockenförmige Blüten. Die Farben schwanken von weiß bis dunkelviolett. Viele Dichter und Märchenerzähler hat die zarte Form der Blüten inspiriert, ...
wer kennt nicht das Märchen der Gebrüder Grimm „Rapunzel“? Es handelt sich in diesem Märchen um eine Glockenblume, um die Campanula rapunculus. Ihre Blattrosetten und auch ihre Wurzeln waren im Mittelalter ein begehrtes Gemüse.

Die Rapunzelglockenblume ist eine 30 bis 50 cm hohe wuchernde Staude, deren Stängel kantig und leicht behaart sind. Die Blätter der Rosette sind kurzeiförmig und gezahnt. Die zwei- bis drei Zentimeter langen gestielten Blüten sitzen in einer schmalen traubenähnlichen Rispe mit aufgerichteten kleinen Ästen. Man findet sie wildwachsend an Wegrändern in lichten Wäldern und auf Äckern.

Die Campanula rapunculoides, die Ackerglockenblume, wächst am Rand sonniger Büsche in lichten Laub- und Kiefernwäldern, an Wald und Wegrändern und auf Äckern. Ihre hellvioletten Blüten sitzen an stumpfkantigen kahlen, bisweilen auch schwach behaarten Stängeln. Zu den bedeckenden Sorten gehören die Dalmatiner Glockenblume (Campanula portenschlagiana) und die starkwüchsige Balkanglockenblume (Campanula poscharskyana).

Zu den samenvermehrbaren Sorten gehören u. a. die Blaue Clips, die Weiße Clips oder die Karpatenkrone. Glockenblumen passen gut in naturnah gestaltete Gärten und kontrastieren z. B. in einem von Buchsbaum umrandeten Bauerngarten. Sie harmonieren auch gut mit Fingerhut oder Farnen.

Die Glockenblume hat ihre Blütezeit im Juni bis Juli/August. Auch als Schnittblumen lassen sie sich zu wunderschönen Sträußen zusammenstellen.

Eine besondere Art der Glockenblume ist die Chinesische Glockenblume (Platycodon grandiflorum (Jacq) A.DC. oder auch Campanula grandiflora Jacq.).Sie ist eine mehrjährige krautige Pflanze und hat eine weiße, fleischige und radieschenförmige Wurzel, die fingerdick ist und einen milchigen Saft hat. Sie hat meist eine große, violettblaue Blüte, manchmal zwei und der Blütenkelch ist in fünf Segmente unterteilt. Ihre Herkunft liegt in China, Japan, Korea und Ostsibirien.

Der Chinesischen Glockenblume werden entzündungshemmende, hustenlindernde und auswurffördernde Wirkungen nachgesagt. Als Droge wird sie bei Husten, Erkältungen, Infektionen der oberen Atemwege, Halsschmerzen und Mandelentzündung angewendet. Die traditionelle chinesische Medizin verwendet sie bei Husten mit Auswurf, Asthma und Mandelentzündungen. Außerdem wird sie bei Entzündungen der Mundschleimhaut, Magengeschwüren und chronischen Entzündungskrankheiten eingesetzt. Außerdem hemmt sie die Sekretion im Magen.

Nebenwirkungen sind keine bekannt, wobei von einer Verwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit abzuraten ist. Wie bei vielen Mitteln oder Medikamenten sollte die Droge nicht zusammen mit Alkohol, Beruhigungsmitteln und Schlafmitteln eingenommen werden.

von Annett Biermann
 


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