Baumnüsse ernten, trocknen & lagern

Nüsse sind gesund und schmecken gut. Nüsse aus dem eigenen Garten sind noch gesünder und schmecken besser. Denn Sie sind frischer, sie haben weder Transportwege noch Lagerzeit hinter sich, damit sind alle Vitamine enthalten, das bringt vollen Geschmack. Für viele Menschen ein guter Grund, Nussbäume im eigenen Garten anzupflanzen und bis zur ersten eigenen Ernte gerne jedes Angebot anzunehmen, bei Nachbarn oder Freunden zu ernten.

HaselnussBaumnüsse ernten
    • Die Baumnüsse werden eigentlich nicht geerntet, sondern gesammelt, wenn sie von selbst auf den Boden fallen. Denn

      dann sind die köstlichen Vitaminspender genau im richtigen Reifestadium. Das geschieht je nach Region zwischen Mitte September und Mitte Oktober.

  • Die Ernte kündigt sich dadurch an, dass die grünen Schalen der Nüsse rissig werden und aufplatzen. Wenig später beginnen die Nüsse zu fallen, sie sollten dann mehrmals in der Woche aufgesammelt werden. Denn die Nüsse am Boden werden schnell von Pilzen befallen, besonders wenn auch noch Feuchtigkeit mit im Spiel ist. Außerdem haben Sie nur bei häufigem Sammeln eine Chance, möglichst viele Nüsse vor den Eichhörnchen zu retten.
Unreife Nüsse?

Wenn vor der Erntezeit oder beim Schütteln unreife Nüsse herunterfallen, können auch diese verarbeitet werden. Sie erkennen mangelnde Reife daran, dass die dicke, grüne Schale noch sehr fest sitzt, während sie bei den reifen Nüssen von selbst abfällt oder sich sehr leicht entfernen lässt. Sehr früh im Jahr heruntergekommene unreife Nüsse (z. B. bei einem Sturm) können mit der Schale eingelegt werden oder zu Likör verarbeitet werden. Diese sogenannten grünen Nüsse werden bis zum 24.6. (Johannistag) so genannt, weil sie bis zu diesem Stichtag ziemlich sicher noch keine harte Nussschale gebildet haben. Kurz vor der Ernte gefallene Nüsse können verzehrt werden, allerdings ist das Abpellen der grünen Schale und der dünnen Innenhaut keine Arbeit für Ungeduldige. Die dünne Innenhaut muss aber entfernt werden, sie ist sehr viel bitterer als bei getrockneten Nüssen. Dann schmecken die ganz jungen Nüsse besonders köstlich. Wenn sehr viele Nüsse unreif heruntergefallen sind, können sie in einem geschlossenen Eimer bei hoher Luftfeuchtigkeit nachgereift werden (schrumpfen dabei aber gerne, und Schimmelbefall ist auch häufig).

Baumnüsse trocknen

Wenn Baumnüsse aufbewahrt werden sollen, können sie getrocknet werden. Das sollte sehr schonend geschehen, bei Temperaturen über 28 Grad werden die Walnüsse ranzig und damit bitter. Der Ofen eignet sich also eher nicht zum trocknen, eine so geringe Temperatur kann meist überhaupt nicht eingestellt werden. Wer über einen Dörrapparat verfügt, kann diesen jedoch gut zum Trocknen der Nüsse einsetzen. Sollen sie an der Luft trocknen, werden die Nüsse möglichst in luftdurchgängige Behälter gegeben. Das können Obstkisten sein, die keinen
durchgängigen Holzboden haben (ev. Gitterboden einlegen). Oder Pappkartons aus der Gemüseabteilung des Supermarktes, die mit vielen Löchern im Boden versehen werden. Vielleicht leiht Ihnen Ihr Bäcker auch eine Brötchensteige auf Kunststoff ... An all diesen Behältnissen sollten sich keine Lebensmittelkeime befinden. Sie können Ihre Lagerkisten mit heißer Sodalauge auswaschen (2 EL Waschsoda auf 1 Liter heißes Wasser) und anschließend auf der Heizung trocknen. Die Nüsse sollten zum Trocknen möglichst einzeln ausgelegt werden, wenn sie feucht sind, zuerst auf Zeitungspapier. Ideal zum Trocknen ist ein Raum mit geringer Luftfeuchtigkeit und freundlicher Temperatur, z. B.

ein Dachboden, möglich ist das Trocknen auch auf den Fensterbrettern über der Heizung. Die Baumnüsse sollten gelegentlich umgedreht werden, damit sie von allen Seiten schnell trocknen.

haselnuss flLagerung von Baumnüssen
    • Die getrockneten Baumnüsse sollten in luftige Lagerbeutel verpackt werden. Die Einkaufstüten aus Stoff eignen sich beispielsweise, sie sollten möglichst keimfrei, also frisch gewaschen sein. Sie können auch verschiedenste Netze verwenden, z. B. Kartoffelnetze oder Zwiebelnetze, die entkeimt wurden. In diesen Beuteln werden die Nüsse am besten aufgehängt, wieder in einem Raum mit möglichst geringer Luftfeuchtigkeit. Denn der größte Feind ist immer Pilz oder Schimmel, die bei hoher Luftfeuchtigkeit Ihre Nüsse schnell befallen. Wenn das ausgeschlossen wird, halten sich die Nüsse bei dieser Lagerung einige Monate.

    • Die Alternative macht bei der Ernte zwar leider viel Arbeit auf einmal, erhält aber Inhaltsstoffe und Geschmack am besten: Sie können die Baumnüsse auch einfrieren. Dazu müssen die Nüsse alle auf einmal geknackt werden, aber besser nicht mit dem gewöhnlichen Nussknacker, der produziert häufig ein riesiges Puzzle aus Nuss und Schale. Sehr gut kann die Walnuss mit einer stabilen Nagelfeile geöffnet werden (oder einem Instrument mit einer ähnlichen Spitze, Kinderschere oder Nagelschere vielleicht, manche nehmen auch einen Schraubendreher): Das Instrument wird an der Nussbasis in das kleine Loch gesteckt und gedreht, so öffnet sich die Schale in zwei Hälften.

  • Wenn die braune Haut sich leicht entfernen lässt, können Sie das tun - es gibt aber auch Menschen, die den leicht bitteren Geschmack der Haut in Kuchen oder Likör durchaus bewusst als Gewürz einsetzen. Sie kann auch dranbleiben, vor der Verwendung kann die Nuss kurz mit kochendem Wasser übergossen werden, dann geht die Haut recht leicht ab.
Tipps
  1. Als Baumnuss wird bei uns die Walnuss bezeichnet. Es gibt aber noch andere Nüsse, die bei uns an Bäumen wachsen: Maronen (Esskastanien), Haselnuss, Lambertshasel, in milden Gegenden gedeihen sogar Mandelbäume.
  2. Menschen, die leicht allergisch auf Walnüsse reagieren, sie aber trotzdem gerne essen wollen, kommen mit den eingefrorenen Nüssen oft wesentlich besser zurecht. Meist erfolgt die allergische Reaktion besonders auf die braune Haut, die sollte also in diesem Fall besonders gründlich entfernt werden.
  3. Andere Strategien für die sofortige Verarbeitung einer Nussschwemme: Bio-Bauern in der Nähe suchen, der Walnussöl daraus macht, Walnusslikör in Mengen ansetzen (ein schönes Weihnachtsgeschenk)
  4. In der Schule haben wir gelernt, dass die Walnuss keine Nüsse, sondern Steinfrüchte produziert. Gerade wurde jedoch wissenschaftlich festgestellt, dass die Walnuss wirklich eine Nuss ist, offensichtlich hatten unsere Vorfahren bei der Namensgebung doch einen guten Riecher.