Blauregen schneiden - Anleitung und Tipps zum Rückschnitt

BlauregenBis zu acht Meter hoch kann der Blauregen klettern. So verzaubert er Gartenwege und Eingänge und verwandelt unansehnliche Wände oder Ecken in romantische Plätze. Mit dem richtigen Schnitt zur rechten Zeit kann man ihn zu Höchstleistungen bringen. Dafür gilt es, am besten zweimal im Jahr, aktiv zu werden und dem Blauregen fachgerecht in seine Schranken zu weisen. Die Wisteria ist sehr robust und verzeiht Fehler beim Rückschnitt, doch ein gezielter Rückschnitt lässt ihn im Sommer umso mehr Blüten treiben.

Schnitt

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Als schnell wuchernde Kletterpflanze entwickelt der Blauregen starke, verholzende Triebe, die erstens keine Blüten ansetzen und zweitens, auch die Klettergrundlage zerstören können. Die Triebe sind in der Lage, Dachrinnen einzudrücken und Stützgitter zu verbiegen. Einmal ins Wuchern geraten, wird er bald alle Pflanzen in seiner Umgebung erstickt haben. Neben der Blütenfülle also ein weiterer wichtiger Grund, zweimal im Jahr einen Rückschnitt vorzunehmen. Dafür lohnt es sich, vorab ein wenig Informationen darüber einzuholen, wann und wie man seinen Blauregen am besten schneidet. Jährlich wird er zwei Mal geschnitten. Einmal im Winter/ Frühjahr (Februar, März) vor dem Austrieb. Der zweite Schnitt erfolgt im Sommer, ungefähr zwei Monate nach der Blüte. Wer in seinem Garten einen älteren Blauregen übernimmt, der nicht regelmäßig geschnitten wurde, der wird um einen radikalen Grundschnitt nicht herum kommen. Junge, frisch gesetzte Pflanzen benötigen einige Jahre lang einen Erziehungsschnitt. Wie bei allen Schnittmaßnahmen, egal um welche Pflanze es geht, ist auf sauberes und scharfes Schneidewerkzeug zu achten. Die Schnitte werden immer leicht schräg in Wuchsrichtung der direkt darunterliegenden Knospe durchgeführt.

Grundschnitt

Ein regelmäßig beschnittener Blauregen benötigt keinen radikalen Grundschnitt. Doch wurde ein Strauch mehrere Jahr sich selbst überlassen kann ein radikaler Rückschnitt erforderlich sein. Das verträgt er durchaus, nur werden dann im nächsten Mai noch keine Blüten ausgebildet. Beim Schnitt selbst muss man darauf achten, die Veredelungsstelle nicht zu beschädigen, das könnte die Blüte für immer verhindern. Bei diesem Schnitt müssen auch Seitentriebe, die direkt aus dem Boden wachsen entfernt werden, denn diese nehmen dem Haupttrieb die Kraft. An diesen Wildtrieben wird es auch meistens keine Blüten geben. Beim radikalen Rückschnitt kann man die Haupttriebe ganz herunterschneiden und neue jüngere Triebe heranziehen. Diese werden dann an einer Kletterhilfe hochgebunden. Nach solch einem radikalen Schnitt ist Geduld gefragt, es kann Jahre dauern, bis die gewünschte Wuchsform erreicht ist.

Verjüngungsschnitt

BlauregenÄhnlich wie bei einem Schnitt erübrigt sich, bei einem regelmäßig vorgenommenen Rückschnitt der radikale Verjüngungsschnitt. Dabei kann der Blauregen bis auf einen Meter Höhe zurückgeschnitten werden. In den Folgejahren muss dann die Krone vollständig neu aufgebaut werden. Dieses Vorgehen lohnt sich nur, wenn ein Blauregen ein paar Jahre nicht regelmäßig geschnitten wurde. Ein Verjüngungsschnitt lässt sich ansonsten schrittweise und über einige Jahre hinweg im Rahmen der Erhaltungsschnitte vornehmen. Dabei schneidet man jeweils im Winter/ Frühjahr einen der Haupttriebe heraus. Ein junger starker Trieb wird dafür neu hochgezogen und an die Kletterhilfe gebunden. Ganz wichtig ist es, immer wieder direkt aus dem Boden sprießende Triebe zu entfernen,
damit die Pflanze Kraft genug für ihre neuen Haupttriebe erhält.

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Erziehungsschnitt

Plant man einen neuen Blauregen zu pflanzen, sind ein paar Überlegungen vorab notwendig. Blauregen wird sehr alt und junge Pflanzen benötigen längere Zeit um zu der gewünschten, blühenden Schönheit heranzuwachsen. Jung gesetzt, kann es bis zur ersten Blüte gut sieben Jahre dauern. Kauft man eine etwas ältere, veredelte Containerpflanze, darf man schon nach drei Jahren mit Blüten rechnen. Die Suche nach einem geschützten, warmen Standort sowie einer passenden Rankhilfe sind im Vorfeld zu klären. Beispiele unterschiedlicher Rankhilfen:
  • starke Drähte an einer Hauswand
  • Pergola
  • Rosenbogen
  • Spalier
Egal, für welche Rankhilfe man sich entscheidet, sie muss sehr stabil sein. Freistehende Rankhilfen sollten aus stabilem Material sein und fest in den Boden einbetoniert werden. Bei Hauswänden ist darauf zu achten, dass die Pflanze sich nicht an Fallrohren klammern kann. Unbedingt ist zu bedenken, dass der Blauregen mit zunehmendem Alter sehr schwer wird. Die Triebe wachsen in die kleinsten Ritzen hinein und können Mauerwerk, Dachpfannen und Holzpaneele sprengen. Daher ist bei Hauswänden besondere Vorsicht geboten. Beim frisch gepflanzten Blauregen werden zunächst die Triebe gekürzt. Bis zu drei Haupttriebe werden an die Rankhilfe festgebunden, jeweils in die gewünschte Wuchsrichtung. Diese Leittriebe werden im nächsten Jahr dann bis auf einen Meter zurückgeschnitten um Seitentriebe zu provozieren, an denen sich dann die Blüten ausbilden. Alle Triebe, die direkt aus dem Boden wachsen, werden entfernt. Beim Erziehungsschnitt geht es darum, wenige Triebe für ein langes Leben aufzubauen. An diesen bilden sich dann die kurzen Triebe mit den Blüten. Unabhängig von der Wuchsform kann solch ein Aufbau gut vier Jahre dauern. Ohne solch einen Erziehungsschnitt ist das Chaos mit einem Wirrwarr von Trieben bereits nach wenigen Jahren perfekt. Der weitere Erziehungsschnitt erfolgt im Rahmen des normalen Frühjahres- und Sommerschnittes. Das Schnittschema bei der Jungpflanze: Leittrieb ca. 70 cm oberhalb der letzten Verzweigung kürzen. Seitentriebe um ein Drittel kürzen und in die gewünschte Richtung an der Rankhilfe fixieren. Alle Verzweigungen der Seitentriebe auf 15 cm kürzen. Unerwünschte Triebe werden vollständig an der Basis entfernt. Mit dieser Schnitttechnik verfährt man solange, bis die Rankhilfe vollständig mit Ästen ausgefüllt ist.

Erhaltungsschnitt, Frühjahr

Im Winter, beziehungsweise im frühen Frühjahr, Februar oder März werden die im Sommer zurückgeschnittenen Triebe noch einmal um drei Blütenknospen gekürzt. Damit erreicht man eine Verdickung der Enden und daraus bilden sich dann, für das nächste Jahr, wieder neue Triebe mit Blüten. Mit den Jahren wird das weniger, dann ist es Zeit, diese verdickten Enden ganz zu entfernen und neue Triebe heranzuziehen. Was zunächst verwirrend klingt, ist mit der Praxis und bei genauer Beobachtung der Pflanze über einige Zeit hinweg, einfach zu durchschauen. Der Winterschnitt ist übersichtlicher und daher einfacher durchzuführen, weil das Blattwerk fehlt und die Grundstrukturen klar erkennbar sind.

Tipp: Blütenknospen nicht mit Blattknospen verwechseln. Blütenknospen sind dicker als Blattknospen.

Erhaltungsschnitt, Sommer

BlauregenNach der Blüte kommt wieder die Gartenschere zum Einsatz. Genauer gesagt ungefähr zwei Monate nach der Blüte, im Juli oder August. Jetzt werden die Seitentriebe aus dem aktuellen Jahr eingekürzt. Ungefähr 40 cm bleiben stehen. Alle langen Peitschentriebe werden bis auf zwei Augen gekürzt, damit genügend Kraft in die Blüten geht. Grundsätzlich geht es beim Erhaltungsschnitt darum, möglichst viele Kurztriebe zu erhalten, denn daran bilden sich die meisten Blüten.

Tipp: Seitentriebe, die nach dem Sommerschnitt an den Schnittstellen entstehen, sollte man regelmäßig ausbrechen, denn daran entwickeln sich keine bis gar keine Blüten.

Fazit

Der Blauregen oder auch Glyzine (falsch: Glyzinie) genannt, erfordert durchaus einigen Pflegeaufwand, besonders was den Rückschnitt, zweimal im Jahr, betrifft. Doch wer diese langlebige Pflanze einmal in voller Blüte erlebt hat, wird die Arbeit nur allzu gern auf sich nehmen. Als weiterer Anreiz könnte vielleicht dienen, dass es der älteste Blauregen in Japan 144 Jahre alt sein soll. So viel zur Langlebigkeit. Die prachtvollen blau-violetten Blütentrauben treiben bei einem gezielten Schnitt zahlreich und können bis zu 40 cm lang werden.