Blühende Ziersträucher - Pflege und schneiden

strauchrosen2_flUnter einem Gehölzstandort versteht man nicht nur die bloße Örtlichkeit, auf der ein Baum oder ein Strauch wachsen, sondern man bezieht in diesen Begriff auch die Einwirkung der Umwelt, die äußeren Bedingungen ein.

Zu diesen zählt man außer dem Boden und seinen Nährstoffen auch das Licht, die Niederschläge, die Temperatur, die Boden- und Luftfeuchtigkeit und weitere verschiedene, oft auch durch menschliches Wirken, z. B. Industrie, bedingte Einflüsse. Diese können durch das Vorherrschen des einen oder das Zurücktreten mehrerer Faktoren in sehr starkem Maße

die Pflanze und ihr Gedeihen beeinflussen. Einige, z. B. der Boden oder die Bodenfeuchtigkeit, lassen sich vom Gärtner beeinflussen, andere, z. B. die Temperatur, können nicht verändert werden. Man kann aber für manche wärmeliebende Gehölzart wärmere Plätze wählen, z. B. geschützte Ecken oder kleine Höfe.

Der richtige Boden

Im Boden ist ein Gehölz nicht nur mit seinen oft weitstreichenden Wurzeln verankert, es entnimmt ihm auch Nährstoffe zum Aufbau des Zweigwerks, der Blätter, Blüten und Frucht. Deshalb spielen die Bodenverhältnisse für ein Kulturgehölz eine sehr wesentliche Rolle, da sie nicht immer denen in der Heimat ähnlich sein können. Es gehört deshalb zu den erlernbaren Künsten eines Gärtners und Pflanzenfreundes, die Bodenverhältnisse erforderlichenfalls so zu verändern, dass sie dem Gehölz zusagen.

Meist sprechen wir davon, dass ein Gehölz in gutem Gartenboden, also in einem Kulturboden, gedeiht. Man versteht darunter einen seit längerer Zeit bearbeiteten Boden, der mehr oder weniger stark mit Humus, auch mit Nährstoffen angereichert ist. Gartenböden sind häufig durch Humus dunkler gefärbt, erwärmen sich deshalb leicht, was für die Pflanze sehr wichtig ist, und halten auch die Feuchtigkeit.

Die richtige Bodenfeuchtigkeit

Alle Gehölze hängen in sehr starkem Maße von der Feuchtigkeit im Boden, von den Niederschlägen ab. Da wir vielerorts die Bodenfeuchtigkeit beeinflussen können, lässt sich dort auch die Gehölzkultur durchführen. Die bei uns üblichen Niederschlagsmengen von etwa 450 bis 800 mm pro Jahr reichen, teils wegen der ungünstigen Verteilung, nicht immer aus, einen ununterbrochenen guten Wuchs zu sichern.

Fehlen Niederschläge, sind das Grundwasser und das Kondenswasser im Boden nicht in genügendem Maße erreichbar, so fangen die Ziersträucher, besonders in den noch nicht verholzten Teilen an zu schlappen, sie lassen die Triebspitzen hängen. Vor allem während der Wachstumszeit im Frühjahr und Sommer brauchen alle Gehölze reichlich Wasser, später richten sie sich mit weniger ein. Deutzien, Forsythien, Magnolien, Rhododendron, Stephanandra u. a. benötigen beständig ausreichende Mengen Feuchtigkeit, sonst lassen sie die Blätter hängen.

Beim Gießen ist darauf zu achten, dass es besser ist, einmal durchdringend zu wässern, als des Öfteren nur oberflächlich Wasser zu geben. Bei häufigem, oberflächlichem Wässern, übrigens auch in Regenperioden, bilden die Gehölze besonders dicht unter der Oberfläche feine Saugwurzeln, die in Hitzeperioden schnell zurücktrocknen, so dass die Pflanze schlappt, wenn nicht tiefer liegende Wurzeln zur Wasserversorgung beitragen können. Nach der Pflanzung, solange sich die Gehölze nicht fest eingewurzelt haben, das dürfte etwa 3 Jahre dauern, ist auf die Wasserversorgung besonders gut zu achten, da nicht eingewurzelte Gehölze nach dem Umpflanzen schon infolge einer kurzen
Hitzeperiode eingehen können. 

Der Lichtbedarf eines Blütengehölzes ist für sein Gedeihen von außerordentlicher Wichtigkeit, weil Wuchsfreude und Blütenkraft

sehr stark davon abhängen. Da es kaum allgemeingültige Regeln gibt, wird bei jeder Gattung, bzw. bei jeder Art, ein besonderer Anspruch vermerkt.

Der richtige Schnitt der Ziersträucher

Im Herbst, aber noch mehr im Frühjahr, überfällt viele Gehölzfreunde die Lust, ihre Bäume und Sträucher mit Messer und Schere zu bearbeiten, ohne dass ein ernsthafter Grund gegeben wäre. Es entstehen dadurch häufig die absonderlichsten Formen, wie in Kugelform geschnittene Spiräen und Pfeifensträucher.

Im Allgemeinen wird viel zu viel geschnitten, besonders an Sträuchern, und man täte besser, ein Zierstrauch ohne Eingriffe wachsen zu lassen. Warum schneiden wir überhaupt? Erforderlich ist dies nur dann, wenn das Gehölz anfängt, im Blühen nachzulassen, d. h., wenn den blühfähigen Zweigen ausreichend Licht und Luft fehlt. Ferner kann man durch Schneiden die natürliche Form bewahren und die Bildung blühfähigen Holzes fördern. Ein völliger Rückschnitt bis in die Nähe des Wurzelhalses - man nennt dies „zurücksetzen“ - ist nur in Ausnahmefällen, etwa bei Überalterung, vorzunehmen.

Wenn auch bei den jeweiligen Gattungen Hinweise auf den Gehölzschnitt gegeben werden, so wäre doch grundsätzlich zu sagen, dass sich der Schnitt und der Zeitpunkt der Durchführung nach der Ausbildung der Blütenknospen richtet. Bei Gehölzen, die ihre Blütenknospen für das nächste Jahr deutlich erkennbar schon im Herbst ausbilden, kann durch Schnitt die Ausbildung kräftiger Blütentriebe erzwungen werden.

Muss man aus irgendeinem Grunde Rhododendron stark zurückschneiden, so kann dies unbesorgt getan werden, wenn die Pflanzen in einem guten Ernährungszustand sind. Sie treiben bei reichlicher Wasserversorgung ohne weiteres wieder aus und bilden zunächst gedrungene, kleine Büsche, die meist schon nach zwei Jahren wieder blühen.

Die notwendige Düngung

strauch-pflanzen_flWährend es stets üblich ist, Gemüse- und Blumenbeete zu düngen, geschieht dies bei Ziergehölzen, insbesondere bei Blütengehölzen höchst selten oder gar nicht; und doch ist gerade die Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit auch bei den Blütengehölzen von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Im ersten Jahr nach der Pflanzung düngt man im Allgemeinen noch nicht mit Mineraldüngern, sondern fördert durch tief eindringendes Gießen das Einwurzeln der Gehölze. Bereits zu dieser Zeit kann man mit der mildesten Form der Düngung, dem Mulchen, beginnen, während Mineraldünger oder Jauchegabe unvorteilhaft sind.

Eine weitere, sehr milde, boden- und pflanzenpflegliche Art der Düngung ist das Überstreuen und Einharken von Kompost, der keinesfalls untergegraben werden darf. Man streut gut verrotteten Kompost 1 bis 3 cm stark auf die Gehölzflächen aus und hackt oder harkt ihn mit einer Eisenharke leicht ein.

Winterschäden an Ziergehölzen vermeiden

Um Winterschäden vorzubeugen, kommt es zunächst darauf an, den Wurzelbereich der Gehölze vor Frost zu schützen, damit die Kälte nicht tief in den Boden dringt und - was besonders für die Immergrünen von Wichtigkeit ist - die Wasserversorgung gesichert bleibt. Außerdem sollte man Mauern, Hecken, Terrassen, Treppenwangen und deren günstige Auswirkung auf das Kleinklima ausnützen, das sehr vorteilhafte Pflanzplätze bietet.

Unsere Immergrünen leiden im Winter weniger unter der Kälte als unter der sog. Frosttrockenheit, bei welcher die Blätter bei Barfrost im Winde vertrocknen. Ist nämlich der Frost in den Boden eingedrungen, können die Immergrünen kein Wasser mehr aufnehmen, das sie bei Sonne dringend zur Verdunstung benötigen. Um solchen Schäden vorzubeugen, schützt man die Immergrünen mit einem dicken Laubpolster im Wurzelbereich, der das Einfrieren des Bodens verhindern oder doch solange als möglich hinauszögern soll.

Die luftdurchlässige Hülle schützt den Komposthügel vor der Verdunstung. Wärme und Feuchtigkeit bleiben länger erhalten.