Blutweiderich - Steckbrief, Standort und Pflege-Tipps

Blutweiderich Der bisher in den Gärten wenig bekannte Blutweiderich hat es verdient, viel häufiger kultiviert zu werden. Er ist relativ anspruchslos, benötigt an einem feuchten Standort nur wenig Pflege und belohnt diese kleinen Aufmerksamkeiten mit lang andauernder, imposanter Blüte. Der Weiderich besitzt hoch aufragende Blütenstängel von leuchtend hell-violetter Farbe, die auch bei Insekten und besonders Schmetterlingen beliebt ist. Sie eignen sich nicht nur zur Auflockerung im Staudenbeet, sie sind auch hervorragende Schnittblumen, die lange in der Vase halten.
  • pflegeleichte, winterharte, unempfindliche Pflanze
  • benötigt wasserreichen

    Standort
  • verträgt Staunässe, liebt pralle Sonne
  • Blütezeit ab Juli bis in den Spätherbst
Substrat und Boden

Blutweiderich braucht feuchten Boden, aber keine besondere Erdmischung. Er gehört zu den wenigen Pflanzen, die permanent Wasser brauchen und auch keine Probleme mit möglicherweise auftretender Staunässe haben. Sollte der Boden im Garten nicht feucht genug sein, kann mühelos Mulch und Kompost untergemischt werden, hier wird Wasser gespeichert.
  • Mulch aus Pinienrinde hält das Wasser sehr lange und riecht nicht so streng
  • auch kleingehäckseltes Stroh lässt sich gut untermischen und bindet Wasser
Tipp: Falls Sie einen Gartenteich Ihr Eigen nennen, kann der Blutweiderich direkt an den Rand und sogar in den Teich gepflanzt werden. Dann sollte er allerdings in Teicherde in einen Korb gepflanzt werden.

Standort

BlutweiderichVolle, pralle Sonne ist für den Weiderich das Richtige. Er liebt es, seine Schönheit in der Helligkeit zu entfalten und wächst dort zu voller Schönheit heran. Hier ist auch der Zusammenhang mit seinem hohen Wasserbedarf zu sehen. Wer nur Halbschatten anbieten kann, sollte bedenken, dass dann der Wasserbedarf deutlich weniger wird. Außerdem wird er dann nicht so groß und breit wie unter optimalen Bedingungen. Beim Pflanzen sollten Sie bereits bedenken, dass die Pflanze bis zu zwei Meter hoch werden kann, entsprechend ist dann auch die Breite des Hosts. Er ist kein Lückenfüller, weil er unter guten Bedingungen mit anderen Stauden in Konkurrenz treten kann.
  • reservieren Sie einen ausreichend großen Platz an einer sonnigen Stelle
  • setzen Sie Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen zusammen
  • wenn Sie gießen müssen, tun Sie das morgens früh und reichlich
Tipp: Setzen Sie den Weiderich neben Trollblumen, Wiesenraute, Kerzenknöterich und Kuckuslichtnelken, alle bevorzugen Sumpf- oder Wasserstandorte, blühen aber zu unterschiedlichen Zeiten.

Pflanzen

Der Weiderich ist im Handel als Staude erhältlich. Diese gezüchteten Sorten wachsen etwas dichter und noch blütenreicher als die wild vorkommenden Arten an Flussläufen. Mittlerweile gibt es auch kleinere Arten, die keinen so hohen Platzbedarf haben und nur siebzig bis hundert Zentimeter hoch werden. Es handelt sich um eine Staude, die zweckmäßigerweise im Frühjahr gepflanzt wird. Das Pflanzloch sollte groß genug sein, um den Wurzelstock bequem einzusetzen, also etwa um die Hälfte größer als der Wurzelballen. Es empfiehlt sich, in jedem Fall den Aushub mit Mulch und Kompost anzureichern. Nach dem Festtreten den Boden reichlich wässern.
Wenn Sie den Weiderich direkt in den Teich
pflanzen wollen, sollten sie eine durchlässige Schale oder einen Pflanzkorb und Teicherde benutzen. Die Pflanze soll nicht lose im Wasser sitzen, sondern auch im Korb am Rand befestigt werden, so dass auch bei starkem Wind oder einer unachtsamen Bewegung nichts umkippen kann.
  • achten Sie

    beim Einsetzen in oder an den Teich darauf, dass der Standort volle Sonne hat
  • wählen Sie einen großen Korb, der Weiderich kann breit und hoch werden
  • beim Einpflanzen ins Wasser muss natürlich nicht gegossen werden
Tipp: Kombinieren Sie den Weiderich mit anderen Wasser- oder Sumpfpflanzen, so zum Beispiel Sumpfschwertlinie, Hechtkraut, Rohrkolben, Sibirische Wieseniris oder Gnadenkraut

Gießen und Düngen

BlutweiderichDas Düngen entfällt praktisch ganz, in dieser Hinsicht ist der Blutweiderich sehr genügsam. Er holt sich seine Nährstoffe aus dem Wasser und dem Mulch. Sollte er mitten im Garten an einem voll sonnigen Standort gesetzt sein, muss er regelmäßig täglich, in Trockenzeiten auch zweimal täglich, gegossen werden. Hier hat sich reichliches Mulchen bewährt. Wenn der Weiderich am oder im Teich kultiviert wird, achten Sie in Trockenzeiten darauf, dass der Wurzelstock nicht trocken wird, der Teich oder Bachlauf sollte immer genug Wasser führen. Wenn der Regen nicht ausreicht, füllen Sie Wasser aus der Zapfstelle nach.
  • an halbschattigen Standorten wird weniger Wasser benötigt, dafür bleibt der Weiderich relativ klein und erzeugt nicht so viele Blüten
  • wenn die Blüten im der Vase stehen, sollte täglich der Wasserstand kontrolliert werden
Vermehren

Der Blutweiderich kann über die Wurzelteilung oder die Aussaat der Samen vermehrt werden, beides ist gleichermaßen einfach. Die Wurzelteilung erfolgt im Frühjahr, dazu wird der Wurzelballen ausgegraben und einfach mit einem scharfen Messer oder dem Spaten in der Mitte durchgestochen, so dass zwei Hoste entstehen. Das empfiehlt sich auch dann, wenn die Pflanze zu groß für den Standort geworden ist. Im Spätsommer fallen aus den hoch aufragenden Blüten die reifen Samen von allein heraus. Sie können gesammelt und getrocknet werden. Sie lassen sich einfach an den gewünschten Standort im Frühling aussäen. Wer will, kann die Samen auch im Anzuchttopf unter einer Folie frühzeitig heranziehen und die Jungpflanzen später direkt an den gewählten Standort setzen.

Tipp: Wenn Sie die unkontrollierte Ausbreitung der Samen und den damit verbundenen Wildwuchs des Weiderichs verhindern wollen, sollten Sie abgeblühte Stängel abschneiden, bevor die Samen reif sind. Damit regen Sie gleichzeitig das Blütenwachstum an.

Überwintern

Blutweiderich Als einheimische Pflanze ist der Weiderich völlig unempfindlich gegen Frost und Schnee, selbst harte Winter übersteht er völlig ohne Schutz. Sollte er allerdings im Wasser stehen, kann es in sehr langen harten Wintern vorkommen, dass durch den strengen Frost Schäden entstehen. Sollte sich eine solche Situation abzeichnen, können Sie die Pflanze im Korb aus dem Teich nehmen und eventuell außerhalb des Wassers noch einmal einpflanzen. Alternativ dazu kann die Pflanze auch in einem Eimer im Keller untergebracht werden.
  • darf in hellem Kellerraum stehen, dann aber möglichst frostfrei
  • bitte regelmäßig den Wasserstand kontrollieren
Krankheiten und Schädlinge

Die robuste und widerstandsfähige Staude ist nicht anfällig für Krankheiten und Schädlinge, ganz im Gegenteil, sie vertreibt Schädlinge sogar und bietet sich daher zum Schutz anderer Pflanzen an. Als Anziehungspunkt für Insekten und Schmetterlinge sorgt Blutweiderich überdies für Vielfalt im Garten. Da aber auch Bienen und Wespen ihn zu schätzen wissen, sollte er nicht in unmittelbarer Nähe der Terrasse oder des Grillplatzes gepflanzt werden. Der Weiderich ist nicht giftig, kann also auch gerne in der Nähe von Kindern und Haustieren gesetzt werden.

Fazit

Mit dem Blutweiderich holen Sie sich eine auffällig schöne Pflanze in den Garten, die dank ihrer geringen Ansprüche ein pflegeleichter Hingucker ist. Der Weiderich benötigt einen sumpfigen Standort, kann auch direkt in und an den Teich oder Bachlauf gepflanzt werden und nimmt selbst Staunässe nicht übel. Mit seiner imposanten Größe, die er in voller Sonne entfaltet, bildet einen leuchtenden Farbtupfer. Er lässt sich gut mit Pflanzen kombinieren, die ähnliche Ansprüche haben, so dass sich gerade an sonst ungünstigen Standorten ein phantastisch buntes Gartenleben abzeichnet. Überdies besitzt er als Schnittblume eine lange Haltbarkeit. Damit ist er für fast jeden Garten eine echte Bereicherung.