Immergrüne und winterharte Ziersträucher

Wer die Wahl hat, hat die Qual, sagt ein altes Sprichwort, das man auch auf die Auswahl der Gehölze für künftige Pflanzungen beziehen kann. Ehe man sich um die Besorgung der Pflanzen bemüht, muss man sich klar sein, wozu die winterharten Gehölze verwendet werden sollen.

strauch-pflanzen_flIn diese Überlegungen muss einbezogen sein, ob es sich etwa um eine Solitärpflanzung oder vielleicht um eine Deckpflanzung handelt, die eine Grundstücksgrenze oder ein wenig schönes Gebäude verbergen muss. Auch ist von vornherein wichtig zu wissen, welche Ausmaße die

Gehölze erlangen dürfen, damit nicht der Raum durch ihre Größe gesprengt, und Ausblicke erhalten bleiben. 

Akebien

Sommer- bis wintergrüne Kletterpflanze. Blätter meist langgestielt, gefingert. Blüten in achselständigen Trauben, einhäusig. Die Frucht eine gurkenartige Beere von auffallender Farbe, vielsamig. Die Akebien sind anspruchslose Kletterpflanzen, die in jedem, nur nicht in zu nassen Böden gedeihen. Sonne und Halbschatten werden gleich gut vertragen. Sind nicht besonders empfindlich gegen das Betreten der Pflanzscheiben; verkahlen von unten her vollständig. Um sie an Wänden zu ziehen, müssen Drähte gespannt werden, auch über Gebüsche oder kleine Bäume kletternd. Wegen der zierlichen Blüten und auffallenden Früchte möglichst in Wegnähe pflanzen.

Andromeda, Lavendelheide, Rosmarinheide

Niedrige Sträucher mit immergrünen, wechselständigen Blättern. Die Blüten sind in endständigen Dolden, gestaucht- krugförmig, 5zipfliger Saum. Die Frucht ist eine kugelige, kleine, 5fächerige Kapsel. Die echten Lavendelheiden verlangen stark aumoorigen, feuchten bis frischen Boden in halbschattiger bis schattiger Lage. Die Pflanzen sind sehr kalkfeindlich. Der Boden darf nie längere Zeit trocken werden. Man verwendet sie mit anderen Immergrünen als Vor- oder Zwischenpflanzung, auch in Steingärten in Verbindung mit anderen Immergrünen, wo sie durch ihr hübsches Laub und auffallenden Blüten erfreuen. 

Berberitze

Sommergrüne oder immergrüne Sträucher, die im Alter oft sehr hoch werden, mit einfachen, wechselständigen Blättern, die innere Binde und das Holz  ist gelb; an den  Kurztrieben sind die Blätter gebüschelt, an Langtrieben auch zu ein- bis mehrteiligen Dornen umgewandelt. Die Blüten sind gelb, oft in gebüschelten Trauben. Die Frucht ist eine blaue bis schwarze, seltener rote Beere mit wenigen Samen. Etwa 200 Arten gibt es in Europa und Nordafrika, Nordamerika und Ostasien. Der Gattungsname wird auf den arabischen Namen dieser Pflanze zurückgeführt. Auf zu feuchten Standorten oder auch bei sehr langen, kalten Regenzeiten infizieren sich die Berberitz Sorten über die Wurzeln und den Wurzelhals mit Verticillium albo- atrum. Infolge dieser Welkekrankheit, die kaum zu bekämpfen ist, verfärben sich die Blätter braun oder rötlichbraun, rollen sich zusammen und fallen ab. Diese Erscheinung tritt besonders in Trockenperioden auf, die nach längeren Regenperioden einsetzen.

Besenheide, Ericiceae

Immergrüne, niedrige, stark verzweigte, kleine Sträucher. Die Blätter  sind klein, fast schuppenförmig. Blüten glockenförmig; der Kelch gefärbt im Gegensatz zu Erica, wo er ungefärbt bleibt. Die Frucht ist eine rundliche Kapsel. Eine Art, ist in ganz Europa und dem nordöstlichen Kleinasien verbreitet. Calluna braucht im Garten einen vollsonnigen, armen, möglichst sauren Standort. Auf guten Böden oder bei Düngergaben versagt sie völlig. Man richtet deshalb den Gartenboden mit Sand und Torf her, benötigt etwa 15 Pflanzen für 1 m². Pflanzzeit am günstigsten im
Frühjahr, da dann besseres Anwachsen als im Herbst.

Hedera, Efeu

Immergrüne, kletternde

Gehölze, die sich mit Luftwurzeln festhalten. Die Blätter sind wechselständig, einfach, an Langtrieben auch gelappt bis gezähnt; an den fruchtenden Trieben ganzrandig. Blüten in Doldentrauben. Die Frucht ist eine fleischige, meist 5samige Beere. 5 Arten und unzählige Sorten sind in Europa, Nordafrika und Asien vertreten. Der Gattungsname wird auf das griechische Wort edein = sitzen, mit Bezug auf das Festsitzen an Mauern, zurückgeführt.In den Baumschulen werden gelegentlich viele, zum Teil auch seltene Sorten kultiviert, die jedoch kaum blühen, auch nicht immer winterhart sind.

Efeu wächst in jedem nicht sauren Boden, sobald genügend Schatten vorhanden ist. Ist der Standort zu sonnig, muss der Boden frischer und humoser sein, sonst bleibt der Wuchs unbefriedigend. Bodenverbesserung mit Komposterde, Kalkmangel, Lauberde und Düngergaben wirken sich vorteilhaft aus. Die  Efeuarten werden gern als sehr industriefeste Bodenbegrüner (9 Exemplare je m) verwendet, wobei sie weite Flächen überziehen können, jedoch häufig gemeinsam mit kaum ausrottbaren Wurzelunkräutern vorkommen. Mehr als bisher sollte man sie an Großbäume pflanzen, weil mit Efeu überzogene Baumriesen einen eindrucksvollen Anblick während des Winters geben. 

Iberis L.,Schleifenblume

Stauden oder immergrüne Zwergsträucher mit niederliegenden, und an der Spitze aufgerichteten Trieben; ausläufertreibend. Die Blätter sind sommer- oder immergrün, abwechselnd, dicklich, ganzrandig bis gekerbt. Blüten in endständigen, gestauchten Trauben. Die Frucht ist eine leicht geflügelte Schote. Der Gattungsname wird von Iberia (Spanien) hergeleitet, wo einige Arten beheimatet sind. Die immergrüne Schleifenblumen (weil die Blüte wie eine Schleife, ein sog. Beffchen, aussieht) sind wertvolle Frühlingsblüher für die Staudenbeete, sie lassen sich für Einfassungen, auch in Steingärten, verwenden. Sie verlangen volle Sonne, gedeihen in jedem kräftigen Boden, auch auf Kalk Nur reiner Sandboden führt zu Kümmerwuchs. Ein Rückschnitt mit der Heckenschere nach der Blüte (Hälfte der Trieblänge) erzwingt dichte Bestockung und reichen Blütenansatz. 

Lavdndula L., Lavendel

lavendel2_flImmergrüne, grau behaarte kleine Gehölze oder Stauden, von denen etwa 20 Arten bekannt sind, deren Verbreitungsgebiet von den Kanarischen Inseln bis nach Indien reicht. Unter unseren klimatischen Bedingungen ist nur L. angustifolia hart; die größer werdende L. latifolia erfriert. Der Gattungsname weist auf das lateinische lavare = waschen hin. Lavendelextrakt wird heute noch dem Waschwasser zugesetzt, außerdem in der Parfümindustrie verwendet.

Lavendel wird in Stein- und Heidegärten gern verwendet, auch als lockere Begrenzung von Staudenbeeten, wo er mit dem silbergrauen Laub und den zarten lavendelfarbigen Blüten sehr ziert und wenig Ansprüche stellt. Man kann ihn auch zu kleinen, geschnittenen Hecken - ähnlich einer Buchsbaumkante ziehen, wo er besonders zu rosa und roten Blüten gut passt; man muss dann jedoch auf die Lavendelblüte verzichten. Lavendel liebt trockenen, durchlässigen, möglichst lehmigen kalkreichen Boden in voller Sonnenlage. Schon im Halbschatten wächst er nicht sehr freudig, die Blätter werden grünlicher. Bei starker Kälte, schar- fern Wind und fehlendem Schnee erfriert Lavendel gelegentlich; an solchen Standorten ist leichter Schutz zu geben. 

Rhododendron

Die enge Verwandtschaft mit den Ponticum-Hybriden ist schon im allgemeinen Erscheinungsbild wahrzunehmen, denn die Sorten dieser Gruppe sind Kreuzungen von Ponticum-Hybriden mit R. molle, wobei der dichte Wuchs, Blütezeit vor dem Austrieb Anfang bis Mitte Mai, und doppelte Blütenkrone kennzeichnend sind. Bei manchen Sorten ist die doppelte Blütenkrone auch zweifarbig ausgebildet. Rhododendron lieben windgeschützte Standorte, die sich nicht sehr erwärmen, also am besten nach Norden oder Nordost abfallendes Gelände, auch die Nähe von Wasserflächen erweist sich günstig. Lufttrockenheit, wie sie in Großstädten, engen Höfen und an der Südseite von Gebäuden häufig ist, wirkt sich unvorteilhaft aus und bedarf der Verbesserung, wenigstens durch gute, kalkarme Bewässerung und bodendeckende Pflanzungen.